Demigod ist ein toller Mix aus Strategie und RPG, der vor allem im Multiplayer Spaß macht. Im Review erfahrt ihr mehr über den Titel.
Online Duell-Formate sind am PC wie an den Next-Gen Konsolen derzeit gleichermaßen beliebt und sprießen von daher gleich reihenweise aus dem Boden. Ob es sich nun um Spiele wie das ewig gleichbleibend beliebte Counter-Strike handelt oder um Strategiespiele wie die WC3-Modifikation Defense of the Ancients (DotA), die sich nicht zuletzt auch wegen ihrer hohen Liga-Tauglichkeit immer weiter ausbreitet, eines haben alle Titel gemeinsam. Sie bieten einen direkten Leistungsvergleich mit mindestens einem anderen Spieler, der mit ähnlichen Startbedingungen ins Spiel startet und auf der selben Map gegen einen bestehen muss. Die Entwickler von Gas Powered Games, die in der Vergangenheit unter anderem für die Dungeon Siege-Serie und Supreme Commander verantwortlich waren, sprangen nun mit ihrem Konzept aus Rollenspiel- und Strategieelementen, das in Demigod zum tragen kommt, auf den Zug auf und wollen sich am Markt positionieren. Das Konzept jedenfalls konnte uns begeistern, an der Umsetzung haperte es schlussendlich aber doch.
Überzeugend einfaches Gameplay mit Spielspaßgarantie
Demigod
Der Grundaufbau bei Demigod ist denkbar einfach: Auf einer Karte stehen sich zwei Fraktionen (die Mächte des Lichts und die Mächte der Finsternis), gegenüber, die sich auf verschiedene Arten versuchen auszuspielen. Vor dem Duell muss sich jeder seinen ganz eigenen Charakter, einen Halbgott, erstellen und mit ihm gegen die Finsternis oder das Licht zu Felde ziehen. Für den Spieler steuerbar ist lediglich der als Demigod erstellte Charakter, alle weiteren Figuren sind von der KI gesteuert und gehen auf der Map bestimmte Patrouillen-Routen ab. Angriffe einleiten oder sich gegen feindliche KI wehren können sie von allein. Jeder Spieler hat eine kleine Basis, die im Zentrum ein Hauptgebäude beherbergt, welches zerstört werden muss, um den Gegner zu besiegen. Beschützt werden die Bauten natürlich gut von den eigenen Einheiten, dem Charakter sowie einer ganzen Kette von Türmen, Mauern und Verteidigungs-Bollwerken, die vom Gegner in mehreren Angriffswellen ausgeschaltet werden müssen, um bis ins Zentrum vorzudringen.
Genau darin liegt die extreme Herausforderung bei Demigod. Statt einfach seine komplette Armee zu befehligen und vorpreschen zu lassen, muss man sein Vorgehen auf die wellenartigen Angriffe der KI warten und diese bestmöglich unterstützten, gleichzeitig aber auch den Gegner im Auge behalten der mit seinem Charakter natürlich jederzeit anderweitig auftreten kann um Flaggen- oder Teleportpunkte einzunehmen. An Teleportpunkten beispielsweise steigen unsere KI-Einheiten ins Spiel ein und starten von dort aus turnusmäßig ihre Runden, übernimmt der Feind diesen Punkt preschen von da an die Einheiten gegen uns an. Unsere ersten Versuche in Demigod waren ehrlicherweise beschämend anzusehen, hat man den Dreh jedoch einmal raus und weiß mit dem System umzugehen entwickelt sich schnell ein dringend erforderliches Taktikgefühl.
Fokus beim Multiplayer, aber auch Singleplayer werden bedient
Der Hauptfokus von Demigod liegt natürlich beim Multiplayer-Modus, welcher erst richtigen Duell-Spaß liefert. In mehreren unterschiedlichen Modi und mit ebenso vielen unterschiedlichen Startbedingungen treten bis zu zehn Halbgötter der beiden Fraktionen gegeneinander an, Gefechte können, in ausgewogenen Runden, durchaus auch Stunden dauern! Teamplay ist dabei natürlich besonders wichtig, je nachdem wie erfolgreich man mit seinen Mitspielern zusammenarbeitet, desto eher lassen sich Gold und Punkte kassieren. Die Siegbedingungen sind einfach, es reicht lediglich das Hauptgebäude der gegnerischen Fraktion einzureißen. Daneben hat man aber auch die Chance, Fahnenpunkte einzunehmen und zuerst ein Punktelimit zu erreichen oder aber wichtige Festungen des Gegners zu zerstören, die aber wie das Hauptgebäude mit Türmen und anstürmenden KI-Einheiten gut beschützt sind.
Einfach sind Gefechte fast nie, denn trotz Level-Aufstiegen und leichten RPG-Elementen ist auch die Armee und das Fort ausbaubar. Charaktere steigen beispielsweise in 20 Leveln auf, indem sie Erfahrung im Kampfe sammeln, egal ob dies nun gegen KI oder echte Spieler geschieht. Einem einfachen Tech-Tree folgend kann man dann bis zu vier Zauber/Atacken (je nach Charakter) und mehrere Passiv-Fähigkeiten ausbilden, was die Angriffe mit steigender Erfahrung natürlich auch immer stärker macht. Gegen starke Gegener hilft hingegen nur der Ausbau der eigenen KI-Truppen und Gebäude, welche in einem einfachen Menü mehrstufig ausbaubar sind. Im Verlauf einer Runde kann man so beispielsweise den einfachen Einheiten Priester, Riesen und fliegende Einheiten als Verstärkung hinterherschicken, was natürlich auch dem Gegner aufhält. Neben der Ausbildung und dem Ausbau der Truppen steht dem Spieler jedoch auch jeweils ein Objektladen, in dem man sich allerlei Rüstungsgegenstände, Upgrades wie Ringe und "Waffen" sowie Tränke kaufen kann, die im Endeffekt einen Kampf entscheiden können. Solcherart Rollenspielelemente wurden der Einfachheit des Systems zum Trotze toll ins Gameplay integriert und sind auch ein Zeichen für taktisches Denken.
Demigod
Die spielbaren Charaktere, die Demigods beziehungsweise Halbgötter, sind in zwei Kategorien unterteilt: Generäle und Assassinen. Während zweitere ordentlich austeilen und immer in der ersten Reihe stehen sollten, können Generäle auch aus der zweiten Reihe agieren und dort beispielsweise Einheiten wie Bogenschützen oder kleine Nahkampfbiester rekrutieren. Jede der beiden Klassen unterscheidet derzeit jedoch nur zwischen je vier Einheiten, die entsprechend schnell kennengelernt werden und nur wenig Langzeitspaß offerieren - Addons und DLC könnten hier jedoch Abhilfe schaffen. Bis es jedoch so weit ist, könnte noch einige Zeit vergehen. Auch Karten bietet Demigod leider zu wenige, um wirklich Spielspaß für Wochen zu liefern: Acht sind, vor allem für ausgewachsene Multiplayer-Gefechte, einfach zu wenig. Schnell verlieren sie ihren Reiz, da man schon nach wenigen Spielstunden alle Karten so gut wie auswendig kennt. Dennoch kann Demigod auch auf lange Sicht Spaß machen, vor allem Teamplay und fordernde Gegner sind ein Ansporn. Wer übrigens offline üben will, findet auch im Singleplayer-Teil teils fordernde Gegner, deren KI jedoch vor allem in den unteren Schwierigkeits-Bereichen öfters versagt. Dennoch: Als Übung und Vorgeschmack auf richtige Duelle reicht dies vollkommen, auch lassen sich darin Taktiken erarbeiten oder aber die Stärken und Schwächen der einzelnen Charaktere ausloten.
