Wir haben mal Pizza & Co. sein lassen und sind auf (riesiges) Alien-Obst und -Gemüse umgestiegen. Herrlich skurril!
Die Munchables ... Sie sind schwer zu beschreiben. Was soll man auch über verrückte Monsterchen schreiben, deren Planet Hun-Ger von Außerirdischen überfallen wird, Heiligtümer in Form von rosa Kothäufchen verschwinden und Aliens aussehen wie überdimensionierte lebendige Früchtchen? Trotz obskurer Gegner und skurrilem Setting geben die Munchables aber nicht auf, sie befreien ihre Welt aus der Hand der leckeren Invasoren, indem sie die Feinde einfach auffressen. Ob so eine Ernährung gesund sein kann haben wir nun getestet und haben das normale Redaktionsessen (Pizza & Co.) mal mit überlebensgroßem Obst und Gemüse in The Munchables eingetauscht.
Don Onion und Brocco-Lee
The Munchables
Die Welt der knuffigen Munchables wird im Spiel vom Oberbösewicht Don Onion angegriffen, der mit seinen Schergen den ganzen Planeten überrennt. Die niedlichen Hauptcharaktere sind indes richtige Feinschmecker und verteidigen ihre Heimat mit ganz eigenen Taktik: Essen! Je mehr ihrer nahrhaften Gegner die Munchables verspeisen, desto größer und stärker werden sie und können sich schlussendlich Don Onion höchstselbst stellen. Dass die Munchables ihre Gegner zum Fressen gern haben, liegt vor allem an deren Aussehen: unter den über 150 verschiedenen Gegnertypen befinden sich leckere Widersacher wie überdimensionale Reisbälle, bissige Auberginen oder wehrhafte Bananen mit Munitionsgürteln um die Schultern. Witzig ist das ganze also allemal.
The Munchables
Insgesamt acht Welten bietet The Munchables dem Spieler, in der dieser sich durch hundertfache Gegnerhorden fressen muss, um wiederum im Level voran zu kommen. Das Prinzip ist dabei ganz einfach: Alle Gegner, die mindestens genauso groß sind, wie der Spielercharakter, können gefressen werden. Die acht Welten sind dabei sehr unterschiedlich aufgebaut und unterteilen sich in verschiedene Ebenen, in die man erst mit steigendem Charakterlevel gelangt. Die Anzahl der Protagonisten ist recht begrenzt, zwischen zwei Munchables, Stampfer und Mampfi, kann man wählen, ein dritter kommt im späteren Verlauf noch hinzu. Diese sind aber ganz eigen individualisierbar, beispielsweise durch neue Frisuren, Brillen und sammelbaren Gimmicks, die man verteilt in allen Leveln findet. Aufgelockert wird das Gameplay zusätzlich durch spaßige Power-Ups, wie einen überdimensionalen Sauger, der alle Aliens in der Umgebung einsaugt.
Easy to learn... But not hard to master!
The Munchables
Vom Gameplay her bleiben die Munchables minimalistisch: Gegner kann man, solange sie eine entsprechend geringe Levelstufe haben, einfach auffressen, sind sie zu hoch muss man sie angreifen und dann die Einzelteile verspeisen. Dazu benötigt man die Wiimote sowie ein Nunchuk, der Analogstick dient selbstredend zur Steuerung. Generell ist diese recht einfach und genretypisch gehalten. Während es vor dem Release des Titels noch hieß, das Spiel wird im Verlauf der "Kampagne" fordernder, macht sich nun Ernüchterung breit: Hat man einmal den Trick raus, hüpft und frisst man sich innerhalb kürzester Zeit ans Ende des Games. Hat man dann noch Lust, steht der "Mirror Mode" zur Verfügung, in dem es gilt, die Level in umgekehrter Reihenfolge und gegen die Zeit zu meistern.
The Munchables
Technisch geben sich die Munchables bodenständig, wissen aber auch hier durch Skurrilität zu punkten. Ob es nun die schrägen Charaktere Stampfer, Mampfi und Robo selbst sind oder Bananen mit Munitionsgürteln, der Teufel steckt wie so häufig im Detail. Von einer ausgewogenen Spielmechanik kann man aber nicht wirklich sprechen, denn eigentlich macht man immer nur das selbe: Fressen. Einzige Auflockerung bietet da, neben der Sammelwut, der teils tolle Levelaufbau oder witzige Endbosse wie "Brocco-Lee", den man erst nach einigen Vorattacken klein kriegt. So sehr manch ein Level aber zu gefallen weiß, bei dem ein oder anderen hat man aber auch geradeheraus Mist gebaut: Wenig kreativ und eintönig wird es beispielsweise vor allem in der Mitte des Storymodus.
The Munchables
Während der Titel grafisch nicht gerade protzt, sondern eher auf seine "inneren Werte" setzt, betrachten wir den Sound sehr ambivalent. Einerseits passt das Getöne, das ein wenig an Zockerhöllen und 8bit-Spielautomaten erinnert, zum skurrilen Setting, andererseits aber geht es auch tierisch auf die Nerven. Eingedeutscht ist es leider nicht, jegliche Sprachausgabe findet auf Englisch mit deutschen Untertiteln statt. Die Steuerung geht übrigens ziemlich gut von der Hand, gespielt werden kann locker im Sitzen, großes Fuchteln ist, bis auf Sprungeinlagen, nicht von Nöten. Wer nicht auf die Wiimote steht, kann aber auch seinen Classic Controller oder das Gamecube-Pad auspacken.
