Infamous im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Ein wenig GTA, eine Prise Mirror's Edge und ein paar Superkräfte, auf die Marvel-Helden eifersüchtig wären: Fertig ist inFamous.

Cole, der Protagonist des Spiels, hat es nicht leicht. Eigentlich sollte er nur eine Sendung in Empire City abliefern, die sich jedoch als mächtiger Sprengsatz herausstellt und die halbe Stadt verwüstet. Was folgt ist eine Seuche, starke Kriminalität und eine Quarantäne. Zum Glück erhält Cole durch diesen kleinen Unfall Superkräfte. Nun gilt es die Vorfälle aufzuklären.

Wie man sich unbeliebt macht

Infamous Infamous Zu Beginn von inFamous haben wir kaum Freunde in Empire City, immerhin werden wir als Terrorist bezeichnet, der für die Explosion verantwortlich gemacht wird. Aus diesem Grund tritt uns die Bevölkerung in dem Open-World-Spiel aus der Third Person Perspektive zunächst sehr feindselig gegenüber. Wir werden beschimpft, teilweise sogar angegangen. Da kann man nur von Glück reden, dass sich Cole plötzlich die Elektrizität zu nutzen machen kann. So verschleudern wir mächtige Blitze, surfen auf Hochspannungsleitungen, werfen Blitzgranaten und entziehen Stromkästen, Laternen oder Wagen die Elektrizität, um wieder genug Saft zu haben.

Infamous Infamous Darüber hinaus ist Cole überaus athletisch geworden und klettert an jeder Häuserwand herauf, während er sich aus ungeahnten Höhen in die Tiefe stürzen kann, wahlweise mit einer schicken Stampfattacke, ohne nur eine Verletzung davon zu tragen. Wenn man so über die Dächer sprintet, fühlt man sich direkt an Crackdown oder Mirrors Edge erinnert. Auch wenn die Fassadenkletterei manchmal etwas nervig ausschaut, ist die Steuerung von inFamous äußerst präzise ausgefallen. Man muss nicht punktgenau die Kante greifen, während die Sprungrichtung eigentlich nur grob vorgegeben werden muss, den Rest erledigt Cole. Dadurch entsteht ein flüssiger und dynamischer Spielverlauf, bei dem man nicht alle paar Meter in die Tiefe stürzen wird. Einige werden dieses Feature jedoch als zu leicht einstufen. Allerdings kommt es vor, dass sich Cole ständig an Vorsprünge klammert, obwohl man sich eigentlich nur fallen lassen will, ein unschöner Nebeneffekt der halbautomatischen Steuerung.

Blitz und Donner

Infamous Infamous Ohnehin ist die Bedienung von inFamous ein fast wahr gewordener Traum. Selten hat es ein Spiel geschafft derart präzise durch die Action zu führen. Obwohl wir recht viele Superkräfte benutzen müssen, verknotet man sich nie die Finger, während die Feuergefechte extrem flüssig von der Hand gehen. Selbst ein leichtes Deckungssystem sorgt in kritischen Momenten für etwas Schutz. Überlebenswichtiger sind da schon die Fähigkeiten von Cole. Nicht nur, dass er mit dem Spielfortschritt immer mehr Kräfte erhält, die meisten davon lassen sich in drei Stufen ausbauen. Während man zu Beginn nur kleine Stromstöße verteilt, fügen diese auf der dritten Stufe der kompletten Umgebung Schaden zu und verursachen ein ordentliches Effektgewitter. Das ist auch bitter nötig, immerhin werden die Feinde zahlreicher und stärker. Leider lässt die Variation in dieser Hinsicht stark zu wünschen übrig. Jeder der drei Stadtteile wird von einer Bande kontrolliert, die zwar unterschiedlich aussieht, spielerisch ändert sich nicht viel. Sie werden zwar hartnäckiger und sind auch schwerer zu besiegen, die Vielfalt ist dennoch ernüchternd, zumal es sehr selten gegen einen Boss-Gegner geht, der vielleicht etwas beeindruckender aussieht.

inFamous Behind the Scenes #1
Infamous Infamous Finanziert wird das Superkräfte-Shopping mit Erfahrungspunkten, die man für getötete Feinde und erledigte Missionen erhält. Neben den Storyaufträgen, kann man sich auf der schicken Übersichtskarte allerlei Side-Quests abholen, die neben Erfahrungspunkten einen netten Nebeneffekt bereit halten. Ein kleines Gebiet wird nach Erfolg von den bösen Buben befreit, bis man irgendwann wieder die volle Kontrolle über die drei Bezirke erhält. Die Nebenmissionen spielen sich recht kurzweilig und sind in ausreichend vielen Variationen vorhanden. Mal absolviert man eine Art Checkpoint-Rennen, befreit ein Krankenhaus von Feinden, beschattet einen Kurier, beschützt Personen, hilft der völlig überforderten Polizei oder sucht nach einem versteckten Gegenstand. Zwar wiederholen sich die Aufträge nach einigen Stunden, dem Spielspaß tut dies kaum einen Abbruch, da man stets aufs Neue motiviert ist, die Stadt vor dem Abschaum zu befreien.

Retter oder Peiniger?

Infamous Infamous Die Storymissionen sind da schon ein wenig fulminanter inszeniert, in denen es all zu oft extrem actionreich zur Sache geht. Ein derartiges Blitzgewitter hat man bisher nur selten zu Gesicht bekommen. Leider ist auch hier ein gewisser Wiederholungseffekt zu beobachten, da man in jedem Stadtteil mehrere Generatoren zum laufen bringen muss, um die Stadt, und damit die eigenen Kräfte, wieder mit Strom zu versorgen. Das geschieht, in dem man in die Kanalisation hinuntersteigt und immer wieder kleinere Sprungabschnitte bewältigt. Irgendwann fühlt man sich ein wenig gelangweilt, da erst zum Ende des Spiels der Schwierigkeitsgrad und damit die Herausforderung ansteigt. Bis dahin überwiegt die Routine. Schade ist auch, das man nur in diesen, speziellen Missionen in den Untergrund der Stadt kommt. Ein weiteres Manko ist der Umstand, dass man keinerlei Gebäude betreten oder Fahrzeuge steuern kann, was der Abwechslung sicherlich nicht geschadet hätte.

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