Pokémon: Platin-Edition im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Ein Wiedersehen auf Sinnoh. Doch was erwartet den Spieler dieses Mal Neues in der Welt der Pokémon?

Die Steuerung: Kombination aus Touchscreen und Buttons

Pokémon: Platin-Edition Pokémon: Platin-Edition Wie schon in "Diamant/Perle" wird das Geschehen wieder anhand von Touchscreen und Buttons gesteuert. Allerdings findet der Touchscreen nur spärlichen Einsatz. Man kann seinen Charakter damit nicht bewegen, sondern nur im Kampfmenü einige Aktionen auswählen. So werden die Attacken eurer treuen Gefährten mit einem kurzen Tippen des Stylus ausgeführt. Wer möchte darf diese aber auch ganz konventionell mit Steuerkreuz und A-Knopf bedienen. Was dabei angenehmer ist, muss jeder für sich entscheiden. Manch einer wird vermutlich bei der Steuerung mittels Steuerkreuz bleiben, denn sonst muss erst jedes Mal der Stylus gezückt und nach dem Kampf wieder verstaut werden, denn wenn nicht gerade gekämpft wird, hat dieser meist Pause. Der untere Screen wird dann für die Pokétch genutzt und durch Tippen auf zwei rote Knöpfe kann man zwischen ihren verschiedenen Funktionen hin und her wechseln. Es ist daher schon ganz nett, dass zwei Bildschirme vorhanden sind und einer mit dem Stylus bedient werden kann, aber bahnbrechende Innovationen sucht man leider vergebens. Man hätte das noch ein wenig intensiver ausbauen und mehr kreative Ideen einbringen können. Insgesamt ist die Steuerung aber in Ordnung, wenngleich sie keinen Touchscreen erfordern würde.

Grafikbombe und Soundoffenbarung?

Pokémon: Platin-Edition Pokémon: Platin-Edition Wer sich bei dieser Überschrift ernsthaft Hoffnungen gemacht hat, dass die Grafik in "Platin" endlich den Möglichkeiten des Nintendo DS gerecht wird, den muss ich jetzt leider enttäuschen: Das wird sie nicht! Sie schließt nahtlos an "Diamant/Perle" an und wartet nur mit ganz kleinen Verbesserungen auf. Einige Tierchen wurden mit neuen flüssigeren Animationen gesegnet, aber sonst ist der Grafikstil mit dem der Vorgänger identisch. Ihr erforscht die Welt also weiterhin in 2D, wobei einige Gebäude oder manch andere Gebilde (beispielsweise Windräder) in 3D gehalten sind. Das Gesamtbild ist zwar stimmig, aber der Nintendo DS hätte wesentlich mehr Power, um auch anspruchsvollere Grafiken darzustellen. Auch der Sound kann nicht vollends überzeugen. Viele Melodien sind ganz nett anzuhören, andere nerven hingegen. Die meisten der Pokémon-Stimmen sind jedoch eine Katastrophe und klingen nach den uralten dudeligen Game Boy Zeiten. Auch wenn manche aufgepeppt wurden, aber die meisten Stimmen sind einfach nur schrecklich anzuhören.

Verbesserter Multiplayer-Modus

Pokémon: Platin-Edition Pokémon: Platin-Edition Wie schon in "Diamant/Perle" kann man über Wi-Fi mit begeisterten Pokémon-Fans auf der ganzen Welt spielen. Hierzu stehen vielfältige Möglichkeiten zur Auswahl. Man kann sich mit Freunden duellieren, Pokémon austauschen oder sich in einer Rangliste immer weiter nach oben kämpfen. Besonders gut hat uns das Chat-Feature gefallen. Es darf wieder per Voice Chat kommuniziert werden und das während des ganzen Spiels. Die Qualität ist dabei wirklich gut. Zudem wurden einige Standardsätze eingebaut, die man etwa beim Spielen gegen einen Freund aus Frankreich verwenden kann. Man tippt ihn in seiner eigenen Sprache an und der Kumpel aus Frankreich sieht ihn dann auf Französisch. Das ist sehr praktisch, aber beschränkt sich auf ein paar wenige Sätze. Es gibt wieder so etwas wie Ebay für Pokémon. Man bietet ein Pokémon an, das man nicht mehr haben will und macht eine Forderung, was man dafür gerne bekommen würde. Dies können nun andere Spieler sehen und falls sich jemand auf den Deal einlassen will, kann er das tun und mit euch tauschen. Auf diese Weise kann man sich viel Mühen und langes Suchen ersparen, natürlich immer vorausgesetzt man findet jemanden, der auf den Deal eingeht. Wer möchte, der kann sich auch auf seiner Wii per Nachricht darüber informieren lassen, wenn ein Tausch stattgefunden hat, sodass er nicht immer nachschauen muss, wenn er seinem DS gerade eine Pause gönnt.

Pokémon: Platin-Edition Pokémon: Platin-Edition Doch es dürfen nicht nur Monster getauscht und gegeneinander in den Kampf geschickt werden. Man kann beispielsweise auch gemeinsam kochen. Klingt komisch, aber da man im Spiel Beeren sammeln kann, macht dieses Feature auf jeden Fall Sinn. Jeder schmeißt eine Beere in den Topf und dann wird fleißig gerührt. Auf diese Weise entstehen Knurpse. Was sind Knurpse? Probiert es doch einfach mal aus! Zudem dürfen ein paar lustige Minispiele bestritten werden. Diese können zwar nicht sonderlich lange für Unterhaltung sorgen, aber immerhin bieten sie kurzweilig ein wenig Abwechslung. Eines der cooleren neuen Features sind die Kampfvideos. Seid ihr der Meinung, dass einer eurer Kämpfe besonders spektakulär gewesen ist, dann könnt ihr diesen als Video anbieten. Andere Spieler dürfen sich dieses dann anschauen und sehen wie ihr im Kampf vorgeht und welche Taktiken ihr anwendet. Natürlich könnt auch ihr Videos von anderen anschauen und euch dadurch möglicherweise Tipps holen und das ein oder andere Manöver abschauen. Ihr könnt eure Pokémon auch modisch ein wenig aufpeppen und Model-Fotos schießen, die sich ebenfalls mit anderen tauschen lassen. Es wird also nie langweilig...

Meinung

Wertung zu Pokémon: Platin-Edition (NDS)

Wertung:

8.8 /10
Pro & Contra
Palkia/Dialga/Giratina auf einem einzigen Modul vorhanden und auch fangbareinige neue Multiplayer-Features (Kampfvideos, Model-Fotos, Minigames…)totaler Sammel- und Suchtfaktor der einen stundenlang an den DS fesseltriesige Spielwelt mit der man etliche Stunden beschäftigt sein wirdtoller Online-Modus und dadurch tauschen und kämpfen mit Spielern aus aller Welt möglichlokaler MehrspielermodusPokétchTages- und Nachtwechsel
Altes Spielprinzip aus „Diamant/Perle“ ohne tiefgreifende NeuerungenGrafikmischung aus 2D und 3D nicht ganz ausgereiftPokémon-Sounds könnten besser seinTouchscreen und DS-Features werden nur minimal genutzt
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