Divinity 2: The Dragon Knight Saga im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Ein Jahr nach dem ersten Release nimmt Divinity II einen weiteren Anlauf den RPG-Thron zu besteigen.

Vor etwa einem Jahr ging Publisher dtp mit dem vielversprechenden Fantasy-Rollenspiel Divinity II - Ego Draconis an den Start und servierte uns neben einer üblichen PC-Fassung zusätzlich eine Portierung auf der Xbox 360. Diese ging leider ein wenig unter und fand letztendlich auch nicht ganz den erhofften Anklang, obwohl die Konkurrenz wesentlich schlechter dastand und ebenfalls kein Fuß fassen konnte. Nach einem tollen Addon für den PC und einigen weiteren Monaten, dürfen die Xbox 360 Spieler nun nochmals Hand anlegen und erneut in die Welt von Rivellon eintauchen. The Dragon Knight Saga ist aber kein vollkommen neues Spiel ...

Divinity 2: The Dragon Knight Saga Divinity 2: The Dragon Knight Saga Wer seit Ende des letzten Jahres schon einmal in der weitläufigen, mit saftig grüne Wiesen und reißenden Wildbächen herrlichen Landschaft von Rivellon herum gewandert ist, sollte sich über The Dragon Knight Saga durchaus erst einmal genau informieren und bezüglich eines Kaufes seine Gedanken machen. Die Disc umfasst das Originalspiel Ego Draconis, mit diversen Verbesserungen in Sachen Gameplay, Steuerung und Technik, sowie das bis dato nicht auf der Xbox 360 veröffentlichte Addon Flames of Vengance. Summa summarum freut man sich also auf zwei komplette Spiele mit einer Gesamtspielzeit von weit mehr als 50 Stunden - das alles gibt es sogar zum Low-Budget Preis im Händlerregal. Wer bis dato nicht zum Drache wurde, sollte einen Kauf von The Dragon Knight Saga auf jeden Fall in Erwägung ziehen.

Die Wiedergeburt eines Drachenritters

Schade für Wiederholungstäter ist leider die Tatsache, dass sämtlicher Fortschritt aus Ego Draconis nicht angerechnet wird. Somit könnt ihr euren Helden z. B. nicht direkt für das Addon Flame of Vengance importieren, sondern müsst einen Frischling aus der Taufe heben. Zum Glück gehört der Titel nicht zu den schlechtesten und ein erneuter Durchgang macht durchaus ordentlich Laune, vor allem da es für GS-Freunde erneut und zum Teil veränderte Erfolge gibt. Wer jedoch auf die zwar mit der Zeit etwas banale, aber dennoch nett inszenierte und zum Schluss hin überraschende Hauptstory verzichten möchte, kann zumindest direkt in das zusätzliche zweite Abenteuer einsteigen. Andernfalls tritt man den Lehrgang zum Drachentöter in Ego Draconis an, um den bösartigen Kreaturen den Garaus zu machen. Kurz darauf schlägt das Schicksal aber unbarmherzig zu und aus dem gefeierten Jüngling wird ein gefürchteter Recke, der gleichzeitig zum Drachenritter wird und somit zwischen den Fronten steht.

Divinity 2: The Dragon Knight Saga Divinity 2: The Dragon Knight Saga Abermals schreiten wird durch das üppige Gras, bewundern die lebendige Flora & Fauna und genießen die durchaus gelungenen Konversationen mit den Bewohnern des Trümmertals, später aber auch Einsiedlern, Banditen oder den Stadtbewohnern. Die Dialoge haben nach wir vor ein gehobenes Niveau und wurden gekonnt mit Deutscher Sprachausgabe unterlegt. Optisch hätte man in den Sequenzen, vor allem nach der zusätzlichen Überarbeitungszeit von einem Jahr, durchaus noch an den Charakteren feilen können, die nach wie vor etwas unbeweglich und hölzern dastehen - was aber die dennoch hübsche Präsentation der Geschichte und vor allem der Belange der Gesprächspartner nicht schmälert. Vielmehr amüsiert man sich über die Witze, manch diabolischer Antwortmöglichkeit und den spitzen Humor, den die Entwickler an den Tag gelegt haben.

Mit abwechslungsreichen Aufgaben in der Tasche bewegt man sich in der ersten Hälfte von Ego Dragonis zu Fuß, später dann in luftiger Höhe als Drache durch Rivellon und begegnet dabei nicht nur fremden Wanderer, sonder auch manch einen Ork oder noch grimmigeren Gesellen. Das Spiel bietet neben der ungewöhnlichen Flugsequenzen und Actioneinlagen ein klassisches RPG-Gameplay für diverse Klassen wie Nahkämpfer, Bogenschütze und Magier. Bisweilen können die Fähigkeiten dieser auch kombiniert werden. Der Charakteraufbau ist nach wie vor gelungen und die Menüs dazu wurden zusätzlich überarbeitet und bietet zumindest geringfügig mehr Übersicht. Nach wie vor unterscheiden sich die Charaktere recht stark je nach Ausrichtung und es kann hin und wieder vor allem für Nahkämpfer und unerfahrene Spieler happig werden. Die Übermacht der Feinde im Original wurde etwas ausgeglichen, auch weil die Skills zum Teil besser greifen, dennoch gibt es auch in der überarbeiteten Fassung den einen oder anderen Endgegner, der reichlich abverlangt und bisweilen Frust aufkommen lässt.

Die kleinen aber feinen Überarbeitungen

Divinity 2: The Dragon Knight Saga Divinity 2: The Dragon Knight Saga Deutlich übersichtlicher fällt übrigens das Inventar aus, welches einen sofortigen Überblick über die angelegten Ausrüstungsgegenstände bietet und auf einem einzigen Bildschirm den Vergleich diverser Objekte möglich macht. Die Handhabe fällt wesentlich leichter aus, auch wenn man nach wie vor ziemlich umständlich über das große Pausenmenü den Rücksack öffnen muss. Dort befindet sich auch die große Weltkarte, auf der nicht nur unterirdische Gänge, die Teleporter und Städte verzeichnet werden, sondern auch so manch Ziel zu finden ist. Die automatische Führung schlägt aber nach wie vor genauso fehl, wie das manuelle setzen einer Fahne. Sobald man sich wieder der weitläufigen Landschaft, den zahlreichen Gegnern und den Bewohnern widmet, sorgt die kleine Minikarte nur unzureichend für optimale Orientierung. Ein Glück, dass Divinity II zu den Rollenspielen gehört, deren Landstriche sehr abwechslungsreich ausfallen und man sich somit zahlreiche markante Punkte regelrecht einprägt.

Divinity 2: The Dragon Knight Saga Divinity 2: The Dragon Knight Saga Während die Ladezeiten nach wie vor gigantisch sind, hat sich zumindest technisch ein wenig was getan. Die Grafik läuft einen Tick flüssiger über den Bildschirm und auch Tearing kommt wesentlich weniger auf. Nur wenn die Kamera hektisch hin und her bewegt wird, sieht man nach wie vor zahlreiche Probleme, mit denen das Rollenspiel tatsächlich zu kämpfen hat. Aber nach wie vor gehört Divinity II zu einen der schöneren Exemplaren der RPG-Kunst und begeistert mit weitläufigen Gebieten, üppigen Details und einer abwechslungsreicher Farbgebung, alles eingetaucht in einen wahrlich eingängigen Soundtrack. Weiter geht es schlussendlich mit Flames Of Vengance, der Fortsetzung von Ego Draconis. Wer seinerzeit den Kampf gegen Damian ausgefochten hat, wird sich an das überraschende Ende des Rollenspiels erinnern. Das Addon setzt genau dort an und erzählt die Geschichte weiter. Die zweite Kampagne fällt etwas düsterer aus, spielt sich aber viel in der phantasievollen Stadt Alroth ab. Das macht den Titel aber nicht schlecht, denn die Entwickler haben wieder gute Arbeit beim Design der Häuser, aber auch der Quests geleistet und man wird genüsslich die weiteren 20-30 Stunden über sich ergehen lassen.

Wer mehr über Divinity II - Ego Draconis erfahren möchte, sollte im ausführlichen Test zur PC-Version schmökern. Dieser geht wesentlich detaillierter auf die Spielmechanik dieses klassischen RPGs ein und zeigt auf, worin die Stärken und Schwächen liegen.

Divinity II - Ego Draconis PC-Review

Meinung

Wertung zu Divinity 2: The Dragon Knight Saga (X360)

Wertung:

8.3 /10
Pro & Contra
Ego Draconis und Flames Of Vengance auf einer Discdas alles zum Low-Budget Priesteils sinnvolle Verbesserungen in den Menüsdeutlich stabilere Frameratedeutlich weniger technische ProblemeAus dem Ego Draconis Test übernommen:gelungen inszenierte Storytolle Nebenquestsextrem unterschiedliche, teils coole Möglichkeiten, eine Quest zu lösengeniale Vertonung der NPCsfreie Charakterentwicklungtoller Soundtrack
Minimap nach wie vor untauglichCharaktermodelle und Animationen hölzern (Dialoge)nach wie vor kleinere technische Problemeselten unausgewogener Schwierigkeitsgradnoch immer lange Ladezeitentrotz Verbesserung etwas mühseliges Inventar und OptionenAus dem Ego Draconis Test übernommen:weiterhin Freifall ohne physischen SchadenGegner-KI bisweilen leicht auszutricksenhakelige Drachensteuerung
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk