Dance Dance Revolution: Hottest Party 2 im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Ein Imagewandel und die wieder gefundene Qualität katapultieren die Kultserie zurück in die Oberliga.

Nach dem trotz mangelnder Qualität grandiosen Erfolg der heißesten Party auf der Wii bläst Musikurgestein Konami erneut zum Angriff. Mit ungewohnter Optik spricht der neueste Tanzableger eindeutig auch Casual-Gamer an. Extrem schlichtes, farblich auf weiß betontes Design des Covers weckt zumindest die Aufmerksamkeit bei Fitness begeisterten Wii-Spielern. Alteingefleischte Fans staunen dagegen über den Sinneswandel bezüglich des Titels, denn unser europäisches Gespann "Dancing Stage" hat nach über einem Jahrzehnt ausgedient! Mit "Dance Dance Revolution Hottest Party 2" gleicht man sich der restlichen Welt an. Mit ordentlich Vorurteilen belastet, betraten wir für euch das Parkett und konnten uns nach wenigen Minuten kaum vor Begeisterung halten. Warum "Hottest Party 2" endlich wieder die gewünschte Qualität erreicht, lest ihr im folgenden Test.

Dance Dance Revolution: Hottest Party 2 Dance Dance Revolution: Hottest Party 2 Als Wii-Fit Spieler und Active-Gamer schaut man zunächst etwas ungläubig in den Bildschirm. Während der Hauptscreen noch dem von Nintendo geprägten schlichten und klinisch reinen Design gleicht, quillt der Rest des Spiels mit knallig bunten Kolorierungen über. Regenbogenfarbige Menüs, neonartige Hintergründe beim Tanzen und das schrille Outfit zahlreicher Charaktere sorgen für einen regelrechten Farbflash. Leider kann die Intensität im Optionsmenü nicht reduziert werden, so dass die recht knackigen Farben der Pfeilgrafiken, deren Aussehen ebenfalls nicht veränderbar ist, teilweise mit den Hintergründen verschmelzen. Erwähnenswert für langjährige Tänzer ist aber die Möglichkeit, die Wertung und Comboeinblendungen "hinter" den Pfeilgrafiken anzeigen zu lassen. Über verdeckte Choreographien kann sich fortan also keiner mehr beschweren.

Musikalischer Neuanfang

Die Lizenzsongs:

Black or White - Prince Royal Makes Me Wonder - Sunshine Superman Tribulations - LCD Soundsystem D.A.N.C.E. - Justice Everybody Dance - TSMV You're the One That I Want - DAVE V & TAYA All Good Things (Come to an End) - Hamel & Naughty G. Come Rain Come Shine - Jenn Cuneta I Ran - Spacebar vs. Naughty G. Red Alert - Basement Jaxx Bust A Move - Young MC Can't Help Falling In Love - Cut N Edge Feel Together - Mickey Disco My Destiny - ASHER Nite-Runner - Fraz Obsession - Brooklyn Fire Umbrella - Haley Hunt Walking on Sunshine - The Flash We Got the Beat - Pop n' Fresh I Want Candy - Pop n' Fresh Call On Me - flow Don't You (Forget About Me) - NuFoundation Five O'Clock - flow Scramble - System 7 Tootsee Roll - The Block Brothers & Hollywood J

Nach dem Start von "Hottest Party" und dem freien Spielmodus meldet sich mit Michael Jackson - derzeit immer noch in aller Munde - sofort ein bekannter Musiker und Entertainer zurück und lässt uns den Fuß zu "Black Or White" mitwippen. Zahlreiche weitere Charthits wie "Umbrella", "Walking On Sunshine". "All Good Things (Come To An And)" oder "Can't Help Falling In Love" sorgen für einen gelungenen Einstieg auch für Quereinsteiger, die sich zunächst mit Lizenzsongs identifizieren. Diese Titel gehen ins Ohr, bei denen singt man sofort mit und manch einer schwingt dabei unweigerlich auch das Tanzbein - der perfekte Start für ein ordentliches Tanzspiel. Die Auswahl ist grandios, die zahlreichen Coversongs aber meist eher schlecht als recht. Hat man den einen oder anderen Song aber mal ausprobiert, greift unweigerlich der Tanzvirus über. Denn obwohl einige Titel betonter eingespielt wurden und deutlicher in Richtung Dance gehen, machen sie aufgrund gelungener Schrittkombinatorik extrem viel Spaß. Manch ein Klassiker wie "You're The One That I Want" geizt auch nicht mit einfallsreichen Choreographien - eine Stärke, die man als Kenner der Serie seit einigen Ablegern schmerzlich vermisste.

Die Liste an insgesamt 25 Lizenzsongs wird mit zwei Trainingseinlagen für Anfänger sowie 24 so genannte "Konami Originals" erweitert - sofern man gewillt ist, den Hauptmodus durchzuspielen. Das Training ist recht witzig ausgefallen. Die beiden einfachen Songs vermitteln gekonnt mit "left, down, left down, up, up, right" Schritttechniken und wie man als geübter Tänzer die Matte zu bedienen hat. Der Trainer macht auch nicht vor Crossover-Schritten und ähnlichem Profikönnen halt, so dass man auf grandios leichter Weise einen Einblick in die Kunst des Tanzsports erhält. Wer sich die Mühe macht und alle Arenen des Hauptmodus absolviert, schaltet neben zahlreichen Extras wie Outfits, neue Bühnen und Charaktere vor allem weitere Songs frei. Extrem lobenswert ist die Tatsache, dass es zu keinerlei Déjà-vu-Erlebnisse kommt. Sämtliche der 24 zusätzlichen Songs wurden von Naoki und Co. vollkommen neu eingespielt und treiben den Herzrhythmus in Höhen jenseits der 130 bpm Schwelle. Neben einigen wenigen ausgefallenen ruhigen, aber nicht minder spielenswerten Songs, sorgen nämlich vor allem beatlastige Dancestampfer für ordentlich Discostimmung. Diese gehen nicht nur ins Ohr, sondern treiben mit ordentlich Schmackes das Tanzbein an.

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Wer nicht nur die Liste durchlesen möchte, kann im Video
auch in die Liste der Lizenzsongs reinhören

Dance Dance Revolution: Hottest Party 2 Dance Dance Revolution: Hottest Party 2 Um weder die Casual-Gamer, noch Profispieler abzuschrecken, sorgen wieder mehrere Schwierigkeitsgrade für das optimale Niveau. Dabei treiben vor allem die Konami Originals - nicht nur aufgrund derzeit schwülwarmer Tage - ordentlich den Schweiß auf die Stirn. Wer in anderthalb Minuten zwischen 300 und 400 Tanzschritte an den Tag legt, wird auf jeden Fall ordentlich Kalorien abbauen. Das höchste Spielniveau ist zum Teil extrem anspruchsvoll und fordert neben Geschick vor allem Kondition - das aber auch bei den zahlreichen Lizenzsongs, die durchaus gelungen umgesetzt wurden. Die Choreographien selber sind stellenweise richtig genial geworden und sorgen mit überraschenden Ideen und rhythmisch betonten Schritttechniken für Spielspaß. Abermals gebührt Konami und in diesem Fall ganz speziell den Step-Artisten ein ordentliches Lob, denn gerade die letzten Ableger lieferten diesbezüglich eine nicht wirklich zufrieden stellende Qualität. Nur bei einigen ganz wenigen 9er oder 10er Songs (absolut höchste Schwierigkeitsstufen) von "Hottest Party 2" fragt man sich zurecht, welches Pferd die Entwickler geritten haben. Zum Beispiel sorgt Naokis "Osaka" mit teils nicht nachvollziehbaren Pausen für ordentlich Verwirrung und Dämpfer. Doch wie sagt man so schön, Ausnahmen bestätigen die Regel.

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