Watchmen: Das Ende ist nah im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Der gelungene Koop-Mode und die solide Technik retten den Titel vor dem Wertungsabgrund.

Nachdem die beiden Download-Episoden zu Watchmen: Das Ende ist nah zum herunterladen bereit standen, können nun auch Download-Muffel zugreifen, da der Comic-Spaß jetzt als Disk im Laden verfügbar ist. Für ca. 30 Euro bekommt man dabei natürlich die bereits zwei erhältlichen Abenteuer vorgesetzt.

Von Knastausbrüchen und entführten Mädchen

Watchmen: Das Ende ist nah Watchmen: Das Ende ist nah Die Story von Watchmen: Das Ende ist nah kann sehr schnell vergessen werden. In der ersten Episode entflieht ein Unterweltboss bei einer Gefängnisrevolte, während es im zweiten Abschnitt auf die Suche nach einem entführten Mädchen geht. Aus diesem Grund ballen Rorschach und Nite Owl die Fäuste und begeben sich auf eine zünftige Klopperei. Zu Beginn kann man sich aussuchen, welchen Held man nimmt, einen großen Unterschied stellt diese Wahl jedoch nicht dar. Nite Owl kann sich mit seinem Enterhaken an Häuserwänden hoch schwingen, während Rorschach beispielsweise an Regenrohren hoch klättert. Dadurch entsteht ein minimal anderer Weg. Beim Schlagrepertoir unterscheiden sich die beiden Kollegen ebenfalls nur sehr gering. Der Wiederspielwert dürfte also gegen Null tendieren.

Watchmen: Das Ende ist nah Watchmen: Das Ende ist nah Positiv zu erwähnen ist, dass man sich im lokalen Koop-Modus mit zwei Spielern in die Unterwelt begeben kann, was auch dringend zu empfehlen ist, da die KI keine große Hilfe darstellt und viel zu oft regungslos in der Gegend herumsteht, während wir von der Meute vermöbelt werden. Mit schweren und leichten Angriffen werden die herannahenden Feinde bearbeitet, wobei ab und zu auch Brecheisen, Messer oder Baseballschläger aufgenommen werden dürfen. Da diese aber sehr schnell zerbrechen, ist man hauptsächlich auf die Fäuste angewiesen. Die Gegnervielfalt zeigt sich leider stark begrenzt. Zwar laufen uns die Klonfeinde mal in Motorradkluft oder in schickem 60er Jahre Anzug entgegen, ihre Angriffstaktik ist stets identisch. Das führt leider dazu, das man im Prinzip nach einer halben Stunde schon alles gesehen hat, obwohl eine Episode jeweils 3-4 Stunden andauert.

Gähnende Langeweile

Watchmen: Das Ende ist nah Watchmen: Das Ende ist nah Watchmen bietet dem Spieler absolut keine Abwechslung, da man sich von Anfang bis Ende ohne einen einzigen Höhepunkt durch die Feinde prügelt und das sehr träge und undynamische Kampfsystem verflucht, das schlicht langweilig wirkt und dazu führt, dass man zu oft daneben schlägt. Manchmal regen sich ein paar Emotionen in Form von Wutausbrüchen, weil uns die Programmierer einfach zu viele Feinde auf den Hals hetzen. Ist man von 10-15 Mann umzingelt, kann man kaum noch reagieren und hofft, dass man irgendwie durch Zufall entkommt. Ansonsten ist Watchmen eigentlich problemlos zu meistern, falls man nicht vor Müdigkeit vor dem Bildschirm zusammenbricht. Denn alle paar Meter ein Déjà-vu nach dem anderen zu erleben, ist nicht unbedingt die hohe Spielkunst.

Watchmen: Das Ende ist nah Watchmen: Das Ende ist nah Auch die Umgebungen sind schrecklich monoton aufgebaut. Zwar kämpft man sich durch Hinterhöfe, die Kanalisation, einen Nachtclub oder einen Hafen, das langweilige Leveldesign ist genau so ermüdend, wie der Rest des Spiels. Das Schlimme: Die Entwickler haben bei Episode 2 nichts dazu gelernt, weswegen wir uns ein zweites Mal in die lahme Massenschlägerei zwingen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass die manuell justierbare Kamera extrem zickig wirkt und für reichlich Chaos sorgt. Was soll man zu einem solch inhaltsleeren Prügler eigentlich noch schreiben? Vielleicht kann man noch den Wut-Modus erwähnen, der sich zuschalten lässt, wenn die entsprechende Energieleiste gefüllt ist. Dieser führt dazu, dass man schneller und kraftvoller zuschlägt. Hier stimmt dann wenigstens das Spieltempo, denn einige Feinde vertragen ungemein viele Schläge und wehren sich frecherweise auch noch. Das spricht zwar für die KI, doch gegen den Spielspaß, da auch auf Masse gesetzt wird. So dauert es schlicht zu lange, den aggressiven Mob zu erledigen. Die letzten Zeilen sollte man allerdings nicht mit Anspruch verwechseln, da es keinesfalls herausfordernd ist, die Schläger aus dem Weg zu räumen, es ist einfach nur langwierig. Außerdem vollführen die beiden Helden recht brutale Takedowns, die sich jedoch sehr schnell wiederholen und aufgrund ihrer Häufigkeit irgendwann nur noch nerven. Wer die Level ein wenig absucht, findet übrigens einige Symbole, welche neue Angriffe freischalten.

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