Derber Humor, herrlicher B-Movie-Charme und eine toughe Heldin, der man in Sachen Gewaltgrad deutliche Grenzen bei uns setzte.
An Rubi ist Alles echt, doch...
Wet
...die Technik kann kaum überzeugen. Konnte Stranglehold noch mit einer tollen Physik-Engine auftrumpfen, bei der man das halbe Level zerbröseln durfte, ist bei WET die komplette Umgebung nahezu unzerstörbar. Auf hübsche Partikeleffekte und Co. muss deswegen verzichtet werden. Und schaltet man den Filmriss-Filter ab, merkt man schnell, wie simpel und wenig detailliert die Level aufgebaut sind. Aufgrund der schnelle Gefechte fällt dies zwar nur bedingt auf, und richtig hässlich ist WET bei weitem nicht, doch wirkt der Titel doch recht altbacken, was sich auch in den Animationen und der Mimik der Charaktere zeigt. Lediglich Rubi sieht recht ansehnlich aus. Ansonsten bekommt man leicht gehobenes Mittelmaß vorgesetzt. Wenigstens muss man sich nicht mit Rucklern oder Ähnlichem herum ärgern, dafür aber mit recht tristen Texturen.
Wet
Beim Soundtrack kann man sich auf so richtig schönen und schmutzigen Desert-Rock freuen, der perfekt in einen Quantin Tarantino-Film passen würde. Wenn Rubi im Rage-Modus ihr Katana sprechen lässt, könnten die gitarrenlastigen Melodien der 70er Jahre kaum besser passen. Hier kommt richtig Stimmung auf. In der englischen Sprachversion leiht die Schauspielerin Eliza Dushku der guten Rubi ihre Stimme, die deutsche Sprachfassung fällt dagegen stark ab. Während man sich mit Rubi noch einigermaßen gut anfreunden kann, sind die restlichen Charaktere auf einem gewissen Pornofilm-Niveau stehen geblieben. Hier hätte man mehr Mühe in die deutsche Sprachausgabe investieren müssen, das sie in diesem Zustand extrem viel Atmosphäre kostet. Wer die Möglichkeit hat, sollte tunlichst auf die englische Sprachausgabe setzen.
Wet
Leider musste die USK-Fassung ordentlich Blut lassen. Während es in der internationalen Version ordentlich zur Sache geht, fehlt der deutschen Variante der rote Lebenssaft komplett. Gleichzeitig wurden einige Sequenzen komplett entfernt. So fehlt quasi der Einstieg in den Rage-Modus, in dem Rubis Gesicht mit Blut vollgespritzt wird. Darüber hinaus findet man im Rage-Modus unverständlicherweise keinen Kill-Counter mehr, wirkt er sich doch auch auf die Stilpunkteverteilung aus. Weiterhin muss man auf die ohnehin kaum merklichen Ragdoll-Effekte verzichten, während einige Kommentare von Rubi entfernt wurden. Diese könnte man wohl als Gewaltverherrlichung interpretieren. Dennoch ist es extrem unschön, wenn Charaktere mitunter ganze Sätze auslassen.
