Pro Evolution Soccer 2010 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Die absolut geniale Präsentation, das hübsche Gamedesign und ein mächtig entstaubtes Menü machen PES 10 zu einem Muss für Fans.

Pro Evolution Soccer 2010 Pro Evolution Soccer 2010 Manuell ist übrigens ein gutes Stichwort, denn "PES 2010" bietet nun auch die Möglichkeit jederzeit per simplen Tastendruck einen Pass vom Mitspieler anzufordern, während man sich selbst gerade freiläuft. Noch schöner allerdings, dass es auch Verbesserungen bei der Ballannahme gibt. Die Übernahme der Kontrolle des runden Leders geht beim aktuellen Ableger einfach noch leichter von der Hand bzw. dem Controller, weshalb sich auch das gesamte Setting irgendwie stimmiger anfühlt.
Weniger stimmig zeigt sich hingegen die Spielgeschwindigkeit, welche deutlich höher als beim Konkurrenten "FIFA 10" zu liegen scheint und deshalb dem Ganzen einen etwas zu action-orientierten Touch gibt. Besonders extrem fällt aber auf, dass der Sprint viel zu stark wirkt, man also, egal bei welcher Einstellung, sich viel zu leicht entweder im Angriff samt Ball (!) vom Gegner lösen oder in der Verteidigung auf selbigen aufschließen kann. Und das relativ unabhängig von den Werten des jeweils gerade gewählten Protagonisten. Überhaupt lässt das Spiel wenig über Flankenläufe bzw. Pässe über die Außen zu, während man ziemlich erfolgreich ist, wenn man 1-zu-1-Situationen sucht oder das Kurzpassspiel durch die Mitte wählt. Etwas abgemildert werden kann das Ganze zwar durchaus durch die enormen taktischen Möglichkeiten, die "Pro Evolution Soccer" natürlich auch wieder heuer bietet, aber der Grundtenor bleibt trotzdem erhalten. Da gibt sich ein "FIFA 10" irgendwie schon variantenreicher.

Pro Evolution Soccer 2010 Pro Evolution Soccer 2010 Sehr schön hingegen ist der enorm spannend inszenierte Spielablauf. Hier hat Konami wirklich gute Arbeit abgeliefert. Wenn ihr mit einem Tor Rückstand kurz vor Ende der Spielzeit nochmals alles nach vorne werft und mit "Kick-and-Rush" versucht doch noch einen Punkt zu retten oder wenn ihr euch gegen einen übermächtigen Gegner mit "Mann und Maus" in eurer eigenen Hälfte verschanzt, um eine kaum für möglich gehaltene Sensation zu schaffen, dann zeigt der Titel seine wahre Stärke und zieht euch komplett mit auf den virtuellen Rasen.

Pro Evolution Soccer 2010 Pro Evolution Soccer 2010 Insgesamt merkt man "Pro Evolution Soccer 2010" aber auch sehr deutlich an, dass die Reihe nicht mehr diesen Stempel "nur für Profis" tragen will. "Mehr Zugang für alle" scheint heuer das Motto zu sein. Das beginnt beim mittlerweile nicht mehr so realistischem Gamesetting und endet bei den enormen Möglichkeiten sich fast alles von der CPU abnehmen zu lassen. Beispiele gefällig? Wer sich nicht mit der Taktik, den Auswechslungen, der Spielausrichtung usw. auseinandersetzen will oder kann, braucht nur die entsprechenden Schieber umzusetzen und schon wird der Bereich vom Programm übernommen - dies meist sogar sehr sinnvoll. Eins haben die Entwickler damit auf jeden Fall erreicht, der Titel ist endlich auch für die Gelegenheitsspieler sehr interessant. Und interessant ist er wirklich - vor allem aber macht er Spaß.

Meisterstück Umfang - Gesellenstück Lizenz

Pro Evolution Soccer 2010 Pro Evolution Soccer 2010 Man kann Konami in punkto Lizenzen ganz sicher nicht vorwerfen, dass sie es nicht Jahr für Jahr versuchen würden, den Rückstand zur Konkurrenz zumindest etwas zu verringern. Manchmal gelingt es ihnen mehr, manchmal weniger. Und 2009?
Viel hat sich seit letztem Jahr nicht wirklich getan. So findet ihr auch heuer wieder die niederländische Eredivisie, die spanische Primera Division und die französische Ligue 1 überwiegend komplett und originalgetreu auf den Datenscheiben wieder, während die englische Liga nur mit ein paar wenigen Mannschaften, wie etwa FC Liverpool und Manchester United, dienen kann. Aber dies sind geradezu paradiesische Zustände, im Vergleich zu dem was den deutschen Fußballfan erwartet. Um es kurz zu machen: Kein einziges Team der Bundesliga ist in "PES 2010" auswählbar. Besonders übel ist dies, weil ja auch der aktuelle Ableger der Fußballreihe wieder mit der "Champions League"-Lizenz wirbt. Selbige zieht allerdings nach dem letzt jährigen Schema mehr auf die Musik, das Logo und die Präsentation ab und weniger auf die integrierten Teams. Bei der Testversion waren es gerade mal 17 der eigentlich 32 in der CL vertretenen Mannschaften. Zwar verspricht hier Konami, ebenfalls wie bei der Vorjahresversion, per Patch einiges nachzureichen, ob dies allerdings auch die deutschen Vertreter FC Bayern München, VFL Wolfsburg und VFB Stuttgart beinhaltet, kann nach den bisherigen Informationen mehr als bezweifelt werden. "Champions League"-Lizenz hin oder her.
Vielleicht mag es den ein oder anderen dann trösten, dass zumindest mit dem DFB ein Verwertungsvertrag abgeschlossen wurde. Soll heißen, heuer könnt ihr seit langem mal wieder mit der komplett originalgetreuen deutschen Nationalmannschaft spielen - immerhin etwas, wenn auch nicht viel.

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