Mit Liebe zur Depression - PnClern bietet sich vielleicht kein gewöhnlicher Genre-Vertreter, aber trotzdem ein extrem guter!
Gehirnzellen, aufgepasst!
Quelle: Amanita Design
Machinarium
Dahingegen bekommt man jedoch einiges an Knobeleien vorgesetzt, schon zu Beginn wartet 'Machinarium' gleich mit Rätseln auf, die im Laufe des Spieles stets an Komplexität und Schwierigkeit zunehmen. Gerade diese Steigerung gefällt, da der Einstieg sehr leicht und eingängig daherkommt, was vor allem Ungeübten zu Gute kommen wird. Um beispielsweise Eintritt in die Stadt gewährt zu bekommen, muss man sich am 'Kleidungsstil' der Wachmänner anpassen, die mit einem blauen und mit einer Glühbirne gespickten Hut den Zugang erhalten. Was liegt also näher als ein Baustellen-Hütchen mit blauer Farbe zu versehen, die Leuchte der Laterne hineinzusetzen und sich an die Körpergröße der Wachen anzupassen? Gerade letzteres ist eine wichtige Eigenschaft beziehungsweise Funktion von Josef: dank variabler Körpergröße kann er sowohl in die Höhe wachsen als auch auf wenige Zentimeter zusammenschrumpfen, um etwa an hoch gelegene Objekte zu gelangen oder durch kleine Öffnungen zu greifen.
Quelle: Amanita Design
Machinarium
Einen Großteil der Rätsel nehmen Kombinationen ein, um zum Beispiel einen Gegenstand mit einem anderen zu verknüpfen und mit dem daraus resultierendem Ergebnis innerhalb der Spielwelt zu interagieren, um weiter fortfahren zu können. Im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern fällt das ziemlich leicht, da bereits genutzte, unnützlich gewordene Objekte schlicht weggeschmissen werden und man somit keine Zeit mit unnötigen Variationen vergeuden muss. Diese Übersichtlichkeit ist sehr erfrischend, ähnlich gestaltet es sich mit weiteren Rätseleinlagen, auf die man in einer Vielzahl und ebenso abwechslungsreich in 'Machinarium' trifft. Schalterrätseln oder andere Minispiele halten das Gameplay stets frisch und sorgen dafür, dass dem Spieler zu keiner Zeit langweilig wird. Auch genial: Wenn man an einer Stelle verzweifelt und partout nicht weiterkommen will, kann man sich bei Bedarf einen kleinen Tipp einholen, bei dem das Prinzip des aktuellen Rätsels verdeutlicht wird. Reicht das noch immer nicht aus, muss man nicht umständlich im Internet nach Hilfestellung suchen, sondern kann man auf ein in das Spiel integriertes Lösungsbuch zurückgreifen, dass in Form von Bildern eine ausführliche Klärung parat hat. Diese Hilfe bekommt man allerdings nicht umsonst, erst muss man sein Können in einer Art Side-Scroll-Shooter unter Beweis stellen, ehe man Zugriff auf den erwünschten Inhalt erhält.
Quelle: Amanita Design
Machinarium
Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, auch 'Machinarium' weist die eine oder andere Seite auf, die negativ aufstößt, so vermisst man beispielsweise nicht selten eine Hotspot-Funktion, die wichtige Stellen in der Umgebung aufzeigt. Zwar sind die Objekte oftmals gut hervorgehoben, wirklich erkennbar als interaktive Gegenstände werden sie jedoch erst, wenn man in deren Nähe steht und Josef die korrekte Körpergröße aufweist, um an diese zu gelangen. Andernfalls ändert sich nicht einmal der Mauszeiger dementsprechend, wenn man mit dem Eingabegerät über das Objekt wandert. Zudem nervt die langsame Laufgeschwindigkeit des Roboters, speziell wenn er sich nicht in seinem Normal-Zustand befindet. Dass man das Spiel ausschließlich mit der linken Maustaste steuert, ist nicht allein der vereinfachten Eingabe zu verdanken, sondern liegt daran, dass die Macher das Spiel auf Grundlage von Adobe Flash entwickelt haben und man mit der rechten Taste dessen Kontextmenü aufruft. Das nervt besonders beim Handling mit Gegenständen, die es zu kombinieren gilt, weil man diese immer wieder selbst im Inventar ablegen muss, anstatt einfach den angesprochenen Maus-Button zu drücken.
