Auch die PC-Version des kultigen Action-RPGs überzeugt, gerade auch weil sie gut für betagte Systeme optimiert wurde.
Quelle: 2k Games
Borderlands
Wie laufen die Kämpfe eigentlich ab? Im Prinzip wie in einem gewöhnlichen Shooter: Man ballert was das Zeug hält, setzt vielleicht die Spezialfähigkeiten ein und geht in Deckung, wenn der Energieschild streikt. Dennoch sollte man bei Borderlands taktisch vorgehen, da der nicht einstellbare Schwierigkeitsgrad durchaus happig werden kann. Vor allem die Bossgegner sind kaum beim ersten Anlauf zu besiegen. Selbst gewöhnliche Feinde stecken oft mehr als ein Magazin weg und teilen ordentlich aus. Geordneter Rückzug ist einer der elementaren Bestandteile von Borderlands. Man sollte sein Arsenal sorgfältig einsetzen, ein Beispiel: Zunächst ein zwei Feinde mit dem Scharfschützengewehr aus der Entfernung ausschalten, bis die Truppe geschwächt ist, um sie im Nahkampf mit der Schrotflinte weiter zu dezimieren. Auch sind einige Feinde gegen verschiedenen Arten von Waffenarten, wie zum Beispiel die mit Feuer oder Säure-Effekten, anfälliger. Und wenn man einem Söldner in den Kopf schießt oder einer Kreatur ins Maul, landet man einen hilfreichen, kritischen Treffer, der ein Schlacht durchaus entscheiden kann. Kenne die Schwachpunkte deines Gegner! Ansonsten kann man anhand von aufsteigenden Zahlen stets sehen, wie viel Schaden mit der aktuellen Waffen verursacht wird.
Bist du zu schwach, sind sie zu stark
Quelle: 2k Games
Borderlands
Glücklicherweise kann man vor einem Quest ersehen, ob der eigene Held genügend Erfahrung gesammelt hat, um überhaupt eine Überlebenschance zu haben. Falls nicht, sollten vorher leichtere Aufträge in Angriff genommen werden, die zu genügend Erfahrungspunkten verhelfen. Die Quests können bequem im Inventar verwaltet und aktiv geschaltet werden. Auf der aufrufbaren Karte ist dann ersichtlich, wohin man gehen muss. Eine ständig eingeblendete Minimap ist leider nicht vorhanden. Dafür darf der Suchende auf einen Kompass zurückgreifen, der grob die Richtung vorgibt. Und da man im harten Leben eines Abenteurers viel zu oft in den Wüstensand beißt, sind überall so genannte New-U-Stationen verteilt, die unsere DNA wieder herstellen, natürlich gegen einen kleinen Obolus, der mit ansteigendem Level dummerweise immer höher ausfällt. Danach kann man direkt wieder in den Kampf einsteigen, obwohl dabei kleinere Wege zurückgelegt werden müssen, bis das Kampfgeschehen erneut brummt. Manchmal sind die Stationen dennoch sehr schlecht verteilt. Getötete Gegner stehen in diesem Fall glücklicherweise nicht auf, verletzte Feinde erfreuen sich allerdings wieder bester Gesundheit, was vor allem bei Bossen nervt, denn verbrauchte Munition bleibt auch verschossen. Wenn man Pech hat, steht man irgendwann ohne Geld und Waffen da. Ein etwas zweifelhaftes Checkpoint-System, das nicht jedem schmecken wird.
Quelle: 2k Games
Borderlands
Ist man zu Boden gegangen, hat man für kurze Zeit doch noch die Möglichkeit weiter zu kämpfen, indem man vor dem Verbluten noch einen Opponenten ausschaltet. Obwohl in Dungeons, Freiluftgebieten und Co. viele Speicherpunkte bzw. New-U-Stationen verteilt liegen, sollte man die Konsole während eines längeren Auftrags nicht ausschalten. Die Charakterwerte werden zwar alle gespeichert, dennoch muss wieder am jeweiligen Eingang begonnen werden. Natürlich sind alle Feinde wieder putzmunter. Die Spawnzeit der Schergen ist ohnehin sehr kurz: Kämpft man sich durch eine etwas umfangreichere Höhle bis zum geforderten Punkt, sind die Burschen auf dem Rückweg alle wieder da. Das hilft zwar beim Aufleveln, aber irgendwann ist man nur noch genervt, da man das Areal ja schon abgegrast hat. Übrigens leveln die Feinde nicht mit. Irgendwann bekommt man für unterlegene Opfer jedoch keine Erfahrungspunkte mehr. Immerhin lassen sie noch Geld und Ausrüstung liegen, während uns das wohlige Gefühl der Übermacht überkommt. Eine Grundsatzfrage wäre da aber noch offen: Wieso lassen Alienwildschweine, auch Skags genannt, Waffen, Munition und Dollarscheine beim Ableben liegen? Tipp am Rande: Da sich die aggressiven Bewohner von Pandora dem Spieler nicht anpassen, sollte man einige Gebiete, obwohl sie schon zugänglich sind, nicht unbedingt betreten. Ansonsten ist das Erforschen der Welt auf eigene Faust sowieso sehr unattraktiv, da es kaum etwas zu entdecken gibt. Starke Waffen und Schilde erhält man reichlich im Laufe der normalen Missionsverläufe.
Vier auf einen Streich
Quelle: PC Games
Borderlands
Da die Welt nicht unbedingt zum Entdecken einlädt, da größere Siedlungen menschenleer sind und Missionen immer nach dem gleichen Prinzip ablaufen, ist es umso erfreulicher, dass Borderlands über einen äußerst amüsanten Online-Koop-Modus für bis zu vier Spieler verfügt. Hier kann jeder mit seinem Lieblingskämpfer in die Schlacht ziehen. Gleichzeitig entsteht ein viel taktischeres Gameplay, bei dem man sich zwingend helfen muss. Damit es aber nicht zum Streit kommt, sollte man fair sein und den Mitspieler genügend Beute übrig lassen. Schade, dass es kein Tauschsystem gibt. Das Programm versucht übrigens Gegnerstärke und Anzahl an die Gruppe anzupassen, was auch grundsätzlich klappt. Dennoch wäre es zu empfehlen, dass das Team vom Erfahrungsgrad recht nah beieinander liegt. Witzig: Man kann einen Mitspieler jederzeit zu einem kleinen Deathmatch auffordern. Nicht so witzig: Im Multiplayer erledigte Aufgaben werden nicht auf den Solomodus übertragen. Und um zur Steuerung zu kommen: Die orientiert sich an den üblichen Shooter-Standard und lässt dank Maus und Tastatur keine Fragen offen. Hier hat Gearbox auch genügend Erfahrungen gesammelt. Ein Rollenspiel braucht eine umfangreiche Spielzeit und die ist bei Borderlands gegeben. Will man die meisten Nebenaufträge erfüllen, wird man 30 bis 35 Stunden auf Pandora verweilen.
