Planet 51 im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Was denken grüne Außerirdische, wenn Menschen ihren Planeten heimsuchen? Die Antwort findet sich auf Planet 51!

Alltägliche Aufgaben und Sondermissionen

Planet 51 Planet 51 Zu Beginn wird aber erst einmal die Zeitung ausgetragen, mit Retroflair bezogen auf Paperboy und der Rasen gemächlich gemäht. Allein daran erkennt man, dass SEGA dieses Spiel eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten hat, was sich auch im Schwierigkeitsgrad widerspiegelt. Nach einigen Ausflügen auch zu Fuß wird man aber feststellen, dass ohne Motorisierung auch auf Planet 51 kaum was zu reißen ist. Lem bekommt sein erstes Auto von seiner Mutter und kann sich im Laufe des Abenteuers noch zahlreiche weitere Fahrzeuge erarbeiten, die allesamt in der virtuellen Garage Platz finden. Wird eines benötigt, sucht man sich eine der zahlreichen Fahrzeugverteiler, die auch stets auf der kleinen sowie praktischen Minimap sichtbar sind. Falls ihr im Straßenverkehr, meist von zahlreichen aber sich wiederholenden Protesten begleitet, Unfälle verursacht oder ständig gegen die Wand rast, finden sich auch so genannte Flicker, um den Schaden wieder zu beheben.

Planet 51 Planet 51 Letzteres ist vor allem in den zahlreichen Fahrzeugmissionen essentiell wichtig. Ihr müsst oftmals mit Affentempo durch die Stadt pesen und von einem Ort zum Nächsten zu kommen - ohne Rücksicht auf Verluste, aber möglichst ohne dass das Fahrzeug in Flammen aufgeht. Familienfreundlich könnt ihr in diesem Spiel aber keine der zahlreichen Passanten wirklich ernsthaft verletzten, denn diese legen sich bei Gefahr flach auf den Boden und ihr schwebt quasi über die Personen hinweg. Die Polizei sieht ein solches Vergehen aber nicht allzu gerne und ähnlich der GTA Teile rückt diese euch inklusive einem passenden Fandungslevel auf die Pelle. Wenn es sein muss, gar mit militärischer Unterstützung, um euch zu verhaften. Soweit sollte es bei einem Auftrag wie zum Beispiel der Auslieferung von Ware aber nicht kommen. Darüber hinaus werden auch zahlreiche Rennen quer durch das Gebiet veranstaltet oder kurze Sprints, in denen Lem den reichen Schnöseln zeigt, wer Herr der Lage ist.

Planet 51 Planet 51 Letztendlich stellt die starke Konzentration auf zahlreiche Fahrzeugmissionen ein Problem für die Abwechslung dar, welche sich auch trotz mancher witziger Varianten wie einem "Destruction Derby" Verschnitt nicht gibt. Es ist einerlei, ob man nun einen Affen dem Zirkus bringt, Kisten ausfährt und dadurch vorsichtig unterwegs ist oder eben gegen die Schulkollegen ein Rennen bestreitet - das Gameplay ist nahezu identisch. Es mangelt gewaltig an Variationen, vor allem wenn auf der Xbox 360 und Playstation 3 die Erfolge angestrebt werden. Spezielle Missionen wie das Rasenmähen oder die Rennevents können in zehn Stufen absolviert werden, welche aber höchstens zeitlich knapper werden und sich ansonsten nur kaum unterscheiden. Sehr ärgerlich auch, dass bei einem Abbruch der Aufgaben schlussendlich alles nochmals von Anfang an gemeistert werden muss, sofern man die Missionen nochmals startet.

Wer war noch mal der Außerirdische?

Planet 51 Planet 51 Dennoch macht "Planet 51" irgendwie Spaß, was vor allem an der putzigen Aufmachung liegt. Die Story, welche zu Beginn noch etwas stiefmütterlich behandelt wird, blüht nach einigen Spielstunden mit aus dem Film entnommenen Sequenzen regelrecht auf. Der amerikanische Astronaut Captain Charles "Chuck" Baker macht einen Abstecher auf den idyllischen Planeten 51 und muss überrascht feststellen, dass dieser fremde Himmelskörper von friedfertigen grünen Bewohnern behaust wird. Seine Überraschung spiegelt sich auch in den Augen der Bewohner, die noch nie einen Menschen gesehen haben. Das Problem: Chuck wird als Eindringling, ja gar Außerirdischer angesehen und vom Militär gesucht. In Lem findet der Erdling aber einen guten Freund, der ihm hilft, wieder vom Planeten zu fliehen. Insgesamt kann man dem Plot folgen, hin und wieder fehlt es aber an Zusammenhang.

Planet 51 Planet 51 Zugegeben, die Geschichte geht anfänglich unter und man zweifelt bisweilen gar, dass sich hier noch etwas ordentliches ergibt. Die Charaktere sind aber witzig, vor allem auch wirklich überzeugend dargestellt. Es mangelt zwar ein wenig an Lippensynchonität und passenden Animationen, im großen und ganzen ist das Spiel aber zumindest auf den HD-Konsolen ein solides Spektakel geworden. Hübsche Bauten mit zahlreichen Details zieren das Panorama, welches einen ständigen Sonnenschein und eine fröhliche Ambiente bietet. Zahlreiche Effekte wie Hitzeflimmern und Verzerrung des Bildes im Geschwindigkeitsrausch runden den optischen Eindruck ab - welcher aber nicht verleugnen kann, dass Häuser wie auch Bäume im IKEA-Baukausten zur Verfügung standen. Auf der Wii muss man natürlich auf reichlich Details wie Grasbüschel und ähnliches verzichten und hat gar manch grafisch unschönen Effekt wie sich bei Kamerabewegung mitdrehende Baumkronen. Aber auch die Xbox 360 und Playsation 3 Varianten bleiben vom Schluckauf, plötzlich auftauchenden Felswänden und weitere technische Schwächen nicht verschont. Auch Ladezeiten spielen eine Rolle, die dank Zwanghafter Installation auf der PS3 dort nur noch maximal die Hälfte der Zeit der anderen Konsolen einnehmen. Selbst kleinere In-Game-Sequenzen unterbrechen durch einen entsprechenden "Pausenbildschirm" das laufende Spiel und regen zum Däumchendrehen an.

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