Little Big Planet im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Sackboy is back! Schrille Basteloptik, skurrile Charaktere und ein sympathischer Held verzaubern die PSP.

Besonders viele einzigartige Maskottchen hat Sony nicht gerade, wenn es um Jump'n'Runs geht. "Jak & Daxter" oder "Ratchet & Clank" sind jeweils Helden-Duos, doch wo sind die einsamen Abenteurer? Einst konnte man "Crash Bandicoot" dazu zählen, doch der wandelt schon lange nicht mehr auf exklusiven Sony-Pfaden. Seit 2008 gibt es aber einen, der würdig ist, sein Erbe anzutreten und Sonys Jump'n'Runs ein neues Gesicht zu verpassen: Sackboy! Das sympathische Leinenmännchen hat alles, was ein richtiges Maskottchen braucht. Er ist taff, lieb und irgendwie crazy. Auf der PS3 hatte er Ende letzten Jahres seinen ersten Auftritt. Es wird also Zeit, dass er auch der PSP einen Besuch abstattet. Fast genau ein Jahr nach seiner "Geburt" versucht er nun auch die Fans von Sonys Handheld in seinen Bann zu ziehen. Doch kann die Hosentaschen-Version von "Little Big Planet" mit dem großen Bruder auf der PS3 mithalten oder diesen sogar übertreffen?

Schlaf Kindlein, schlaf

Little Big Planet Little Big Planet In der Werbung wird uns immer wieder gesagt, wie wichtig Schlaf ist. Wir brauchen viel Schlaf, damit wir mit alltäglichen Problemen besser klar kommen und diese verarbeiten können. So sinnlos und merkwürdig uns Träume manchmal erscheinen mögen, haben sie dennoch ihren Zweck und erfüllen eine wichtige Aufgabe. Doch mal angenommen unsere Träume würden irgendeine Form von Energie freisetzen, die sich an einem einzigen Ort bündelt. Wie würde dieser Ort wohl aussehen? Auf diese Frage will Sony nun auch allen PSP-Besitzern eine Antwort geben, denn genau dieser Ort wird durch "Little Big Planet" verkörpert. Hier kommt die ganze Traumenergie zusammen und erschafft eine kunterbunte Phantasiewelt, in der viel Skurriles, Niedliches, aber auch Düsteres zu finden ist.

Doch auch auf der PSP zeigt man sich in Sachen Story ansonsten eher sparsam. Es gibt noch immer keine zusammenhängende Geschichte, die sich wie ein roter Faden durch das Spiel zieht, sondern vielmehr einzelne Episoden, die geringfügig miteinander verknüpft sind. Je nach Themengebiet wird ein bestimmtes Problem über mehrere Levels behandelt, aber eine komplette und stimmige Gesamtgeschichte ist leider nicht erkennbar.

Unser aller Liebling: Sackboy

Little Big Planet Little Big Planet Wer oder was ein Sackboy ist, dürfte den meisten Videospielern bekannt sein. Nachdem der kleine Racker vor gut einem Jahr sein Debüt auf der PS3 gefeiert hat, erfreut er sich heute großer Beliebtheit. Aber für alle, die ihn dennoch nicht kennen: Sackboy ist ein kleines Männchen, das aus gewöhnlichem Leinen (aus dem auch beispielsweise Mehlsäcke gemacht werden) besteht und neben Armen, Beinen, Kopf und Gesicht keine außergewöhnlichen Merkmale aufweist. Ein Sackmännchen eben. "Das ist aber langweilig!" werden nun einige sagen. Stimmt! Genau aus diesem Grund ist der Spieler auch auf der PSP wieder selbst dafür verantwortlich, seinen Sackboy ein wenig aufzupeppen. Wie man das beispielsweise von den "Sims", "Miis" oder Microsofts Avataren kennt, gibt es verschiedenste Optionen, seinen kleinen Freund zu gestalten. Welche Farbe soll seine Haut (bzw. Leinen) haben, wie sollen die Augen aussehen, was hat er an, welche Schuhe passen am besten, soll ich ihm ein paar interessante Accessoires verpassen - die Möglichkeiten sind zahlreich. Während anfangs eine überschaubare Menge an Kleidung und Optionen vorhanden sind, kommen im Laufe des Spiels immer mehr hinzu. Irgendwann kann man sich kaum mehr retten und erstickt fast in der Fülle des Angebots. Pharaonenmaske, Zylinder, Schnurrbart, Hochzeitskleid, Sonnenbrille, Sombrero, Maske, Drachenschwanz, Totenkopf, Hasenöhrchen, Kopftuch, Piratenkram - für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ganz egal ob langweilig oder flippig, jedem steht es völlig frei, wie er seinen Sackboy (oder auch Sackgirl) gestalten möchte. Man kann zu jeder Zeit Veränderungen vornehmen, falls einem der alte Look nicht mehr so gefällt. Mit dem Ergebnis wird schlussendlich das Abenteuer bestritten.

Little Big Planet Little Big Planet Mein persönliches Highlight und mein Held des Abenteuers hat beispielsweise eine schwarze Irokesenfrisur, ein Spitzbärtchen, dazu ein schwarzes Kleid mit weißen Punkten, eine Bratpfanne in der Hand, eine Perlenkette um den Hals, einen großen goldenen Ohrring, Krokodilsschuhe und einen Drachenschwanz. Doch so darf jeder seinen ganz eigenen Helden erschaffen. Von Hause aus wurden ihm zudem vier Emotionen spendiert: Freude, Trauer, Wut und Angst. Je nachdem welche Richtungstaste auf dem Steuerkreuz gedrückt wird, zeigt Sackboy eine dieser vier Gefühle. Bei nochmaligem Drücken wird die Darstellung noch intensiver und wenn man gleich dreimal die selbe Richtungstaste betätigt hat, ist er entweder den Tränen nahe, flippt fast aus vor Freude, schlottert vor Angst oder platzt nahezu vor Wut. Wenn man jetzt auch noch die L-Taste gedrückt hält ist Sackboy gar nicht mehr zu halten. Allein damit kann man sich bereits eine ganze Weile beschäftigen und den totalen Quatsch veranstalten. Das Spiel wird von euren emotionalen Entgleisungen allerdings nicht beeinflusst.

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