Musiic Party: Rock the House im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Ein Bandspiel komplett ohne Plastik-Instrumente? DTP zeigt, wie es funktioniert und das dies tatsächlich Spaß machen kann.

Ganz gegen den aktuellen Trend zusätzlicher Peripherie für die Konsolen wagt es DTP Entertainment mit einer günstigen Alternative zu "Rock Band", "Guitar Hero" und Co. daher zu kommen. Ihr Musikspiel "Musiic Party - Rock The House" für Nintendo Wii verzichtet vollkommen auf Plastikgitarren, billige Schlagzeugsets oder ähnliches und nutzt einzig die Steuerungsmöglichkeiten der bewegungssensitiven Controller aus, um ein spaßiges Partyspiel auf die Beine zu stellen. Ist deren Mission unter der Entwicklungsführung von Indipendent Arts Software geglückt oder doch zum Scheitern verurteilt? Wir fanden heraus, wie viel Laune der Titel tatsächlich macht!

Musiic Party: Rock the House Musiic Party: Rock the House Du glaubst, du hast das Zeug zum Rockstar? Dann bist du hier genau richtig - so zumindest die einleitenden Worte zu "Musiic Party". Tatsächlich unterscheidet sich auch dieses Spiel kaum von der Konkurrenz. Bis zu dreißig Rockhits darunter solch allseits bekannte Hymnen wie "The Final Countdown" oder "Smoke On The Water", scheppernde Gitarrensounds klassischer Metalbands sowie neuzeitliche Kracher von Pink, Evanescence oder Papa Roach wollen nachgespielt werden. Der große Unterschied ist die Nutzung der Wii-Controller anstatt zusätzlicher Peripherie. Doch bevor es ans Eingemachte geht, gilt es zunächst einen Rockstar zu kreieren. Ob geprägt durch die 70er oder dem 80er Jahre Kultrock - der kleine Junge träumt von einer Karriere auf der Bühne. Daher macht sich der Bengel aus dem Staub und lässt sich als "Mädchen für alles" (manchmal auch als harter Roadie bekannt) anheuern. Sein größter Traum: In die Fußstapfen des Vaters zu treten oder noch besser, diese Legende wieder zu sehen und ihn die Arme zu schließen!

Die Songliste des Spiels: - She Loves Me Not - Take A Look Around - Solitary Man - Fallen Leaves - Before I Fall To Pieces - You Ain’t Seen Nothing Yet - Mother - I Fought The Law - In The Shadows - Two Princes - All The Small Things - Tubthumping - Smoke On The Water - Wild Thing - Teenage Dirtbag - Just Like A Pill - Breaking The Law - Treat Me Right - Walki Talkie Man - The Final Countdown - Wild Boys - Ace Of Spades - Our House - Kayleight - Out Of My Mind - Whisper - Arms Wide Open - Shake It - Belongs To You - Hey You

Der Karrieremodus ist das Herzstück von "Musiic Party", denn nur dort lassen sich die bis zu 30 Partykracher für alle weiteren Spielmodi freischalten. Die Geschichte ist zwar genauso belanglos wie bei den diversen "Guitar Hero" Ablegern, überzeugt aber mit einer witzigen Comic-Darstellung und vor allem gesprochenen Texten. Die heiligen Gemächer der Rockstars auf ihrer Tour finden sich um beschaulich eingerichteten Tourbus. Immerhin lockt ein "Space Invaders" Automat, welcher lediglich der Profilverwaltung dient. Die Tür in die Hinterkammer entlässt euch in die Garderobe, wo neben dem Outfit vor allem das Bühneninventar an Gitarren, Schlagzeug und ähnlichem festgelegt wird. Absolvierte Gigs können noch in der Konzerthistorie nachgespielt werden, während euch die Ausgangstür zur aktuellen Show geleitet. Neben diversen Konzerten muss das Mädchen für alles auch jegliche Drecksarbeit hinter der Bühne erledigen: In diversen Minispielen werden die Gitarren gestimmt, die Bühnentechnik überprüft, die Publikum angeheizt oder abgekühlt und Autogrammkarten gefälscht. Leider ging der Schuss mal wieder gewaltig nach hinten los, denn bei diesen kurzen Intermezzi will der Funke nicht so richtig rüber springen. Sie bremsen die musikalische Karriere eher aus, als dass sie wirklich abwechslungsreichen Spielspaß mit sich bringen!

Gitarre, Bass und Schlagzeug

Die Besonderheit von "Musiic Party" ist die Tatsache, dass sich alle Instrumente mit der Wii-Fernbedienung und dem Nunchuk spielen lassen - der Erwerb von zusätzlicher Peripherie bleibt also aus. Dies stellt natürlich ein gutes Verkaufsargument für das Werk aus dem Hause DTP dar, doch kann man ohne entsprechende Imitationen auch wirklich Spaß haben? Das gilt es auf jeden Fall noch zu klären! Insgesamt sorgen immerhin schon 2-3 Varianten mit und ohne Nunchuk für alle möglichen Konstellationen, spieltechnisch raten wir aber zur Standardsteuerung, welche für jede Remote auch ein Nunchuk benötigt.

Musiic Party: Rock the House Musiic Party: Rock the House Das Gameplay der Gitarren, sei es nun Lead- oder der Bass, welche vollkommen identisch daher kommen, erinnert uns frappierend an den längst verdrängten Playstation 2 Titel "Deutschland sucht den Superstar"! Mittig im Bildschirm befindet sich die Trefferzone und von allen vier Seiten kommen bunte Noten geflogen. Mit dem Stick des Nunchuk muss die jeweilige Richtung nun angegeben und mit der Remote durch einen kräftigen Schwung die Saite angezupft werden. Wurde alles richtig gemacht und stimmt das Timing, ertönen die entsprechenden Gitarrensamples, andernfalls hört mein ein Kreischen oder Klicken und der Song verliert einen Teil seiner klanglichen Qualität. Dass dies dem Publikum weniger gefallen wird, dürfte klar sein und sollte die Show gar richtig mies laufen, so werdet ihr unweigerlich von der Bühne geworfen!

Musiic Party: Rock the House Musiic Party: Rock the House Der Schlagzeuger muss letztendlich Rhythmus im Blut haben und gekonnt beide Controller im Takt der Musik bewegen. Die Remote und das Nunchuk stellen den Ersatz für die Drumsticks und ermöglichen dank der Bewegungssteuerung ein ähnliches Spielgefühl wie am realen Schlagzeug. Das Gameplay offeriert auch hier vier verschiedene Noten, doch werden diese auf zwei Bahnen zusammengefasst und nur durch Varianten der Symbole und jeweils zusätzlich gedrückten Tasten auf den Controllern unterschieden. Doch egal welches Instrument zum Tragen kommt, erstaunlicherweise nimmt der Titel mit steigendem Schwierigkeitsgrad an Fahrt auf und kann tatsächlich - vor allem zusammen mit bis zu zwei Freunden - ordentlich Laune machen. Alsbald ertappt man sich selber dabei, wie man freudig die Hüfte schwingt, mit den Füßen den Takt angibt und bei dem einen oder anderen Ohrwurm gar das Stimmorgan strapaziert, obwohl die Songtexte nicht einmal auf dem Bildschirm dargestellt werden. "Musiic Party" richtet sich weniger an Hardcore-Spieler, denen es um Highscores und Können geht, sondern an Gelegenheitsspieler und Leute mit Spaß am Musizieren!

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