So brutal wie Kratos und so genial wie Zelda. THQ liefert eine perfekte Mischung für Abenteurer und Actionfans.
Während viele Entwickler den Krieg, sprich das Schlachtfeld einer gewaltigen Auseinandersetzung einzelner Parteien gerne als Hintergrund für diverse Strategiespiele und vor allem Shooter hernehmen, sieht es bei bei THQ und Entwickler Vigil doch etwas anders aus. Sie schicken euch in personifizierter Form als Reiter der Apokalypse wandelnd zwischen Himmel und Hölle auf die Erde zurück! Taucht in ein postapokalyptisches Abenteuer im Stile der Zelda-Reihe gepaart mit den mächtigen Kämpfen eines "God of War" ein und lasst euch in ein biblisch, mythologisches Szenario entführen!
Darksiders
Gewaltiger und überraschender könnte ein solches Spiel gar nicht beginnen. In der Rolle von Krieg, dem vierten Reiter der Apokalypse landet man nach einer atemberaubenden Videosequenz inmitten einer amerikanischen Metropole. Die einstig schillernde Stadt mit Wolkenkratzer und bunten Leuchtreklamen wird, wie auch der Rest der Welt Zeuge einer nicht mehr aufzuhaltenden Katastrophe. Himmelskörper schlagen überall ein, die Menschen kreischen lauthals, ja laufen gar buchstäblich kopflos um ihr Leben und inmitten des gewaltigen Chaos prallen die Vertreter von Himmel und Hölle derart wuchtig und blutig aneinander, dass letztendlich das Menschenreich dem Erdboden gleich gemacht wird - die Prophezeiung wurde erfüllt und das jüngste Gericht hat geschlagen!
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Inmitten dieser Zerstörungsorgie befindet sich der Reiter, das mächtige Schwert gegen schillernde Engelsgestalten und ekelhaften Höllendämonen erhoben und manchmal auch Wut und Zorn entfesselnd. Durch die Straßen metzelnd und einige minikleine Sprungpassagen meisternd ackert man sich in bester Hack'n'Slay Manier durch das recht linear gestaltete und gut einstündige Tutorial und meistert sämtliche Aufgaben mit Bravour. Eine Sequenz jagt dabei die andere und man kommt kaum mehr vor lauter Action zu Atem, auch wenn die Gewaltorgie definitiv seine Grenzen kennt und das Kampfsystem alles anderes als tiefgründig erscheint. Einfaches buttonhämmern und schon fliegen die Fetzen, und das dank 18er Rating buchstäblich! Mit einem gewaltigen Showdown gegen einen überdimensionalen Gegner endet das düstere Kapitel - welches den Anfang für Kriegs folgendem Rachefeldzug mimt.
Als neue Blüte auferstanden
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Doch der zugegebenermaßen sehr beeindruckende, bisweilen aber auch ernüchternde erste Eindruck trügt und lässt ein völlig falsches Bild von Krieg aufkommen. Der Reiter möchte sich gar nicht gleichauf mit Dante, Kratos oder gar Bayonetta sehen, sondern einen anderen wohlüberlegten Pfad einschlagen, der wesentlich mehr Anspruch auf geistige Arbeit und Taktik legt. Doch noch muss der Rat überzeugt werden, welcher ihn 100 Jahre nach dem schicksalhaften jüngsten Gericht für eine vorzeitige und gar ungeplante Vernichtung der Menschheit verantwortlich macht. Unschuldig, wie der Reiter nun mal ist, schlägt er einen Handel vor und darf, gebunden an die Fesseln eines Paktes und des Vertrages, nochmals zurück auf die Erde, um den wahrhaftigen Schuldigen ausfindig zu machen. Keine leichte Aufgabe, da der Reiter all seiner Kräfte beraubt wurde und quasi mit bloßen Fingern in ein postapokalyptisches Trauma zurückkehrt.
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Der zweite Trip in menschliche Gefilde ist schockierend. Aus der einstig prachtvollen Welt ist ein Trümmerhaufen geworden, in dem sich Dämonen aus der Hölle mit dem edlen Himmelsvolk die Kannte geben und der Erdenbewohner allerhöchstens zombifiziert durch die Gegend läuft. Kein schöner Anblick, nicht einmal für den Reiter, welcher sich seinem Schicksal ergeben und sich auf die Suche nach dem wahren Zerstörer begeben muss. Die wohlklingende Chaosfresser-Klinge, ein mächtiges Schwert getragen von Zorn und Leid, mag nun weiterhin seine Arbeit verrichten und dank flotter Finisher schickt Krieg seine Gegner auch künftig nicht gerade zimperlich dorthin zurück, wo sie heraus gekrochen kamen, doch nun nehmen Rätsel und Erforschungen Oberhand. Darksiders blüht geradezu neu auf und entpuppt sich als klassisches Action-Adventure mit zahlreichen Parallelen zu Links Abenteuern.
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Letzteres ist nicht auf dem ersten Blick ersichtlich und schon gar nicht, wenn man sich die actionlastigen Videos von "Darksiders" zu Gemüte führt. Dennoch ist Vigils Märchen für Erwachsene ohne Zweifel von Nintendos Zelda inspiriert. Das fängt beim Cover an, welches an eine bekannte Szene aus "Ocarina of Time" erinnert, geht über das eigentliche Gameplay mit zahlreichen wohl bekannten Spielelementen hinaus und reicht letztendlich bis hin zu gewieften Anspielungen auf den spitzohrigen Helden. Zum Beispiel wächst die Macht des Reiters im weiteren Verlauf, so dass er nicht nur dank neuer Waffen mehr austeilen und aufgrund einiger Items bisher unerreichte Passagen erklimmen kann, sondern auch wesentlich mehr einzustecken pflegt. Vier Teile fügen sich, völlig unerwartet, zu einem weiteren Lebensstein zusammen, welcher auch von jedem Boss nach dem Sieg als Geschenk winkt. So erinnert sich der alte Hase an zahlreiche Dinge, die er zusammen mit Link erlebt hat und verlässt sich auf altbekannte Spielweisen - die tatsächlich funktionieren, aber auch mit der neuen Welt harmonieren!
