Moorhuhn: Das verbotene Schloss im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

... ist ein Jump & Run auf Sparflamme, das leider keinerlei Spielwitz bietet.

In den späten 90er Jahren erreichte des Moorhuhn-Phänomen die Büros, während der Arbeitseinsatz sank. Über 10 Jahre danach kann die Marke immer noch auf einen hohen Bekanntheitsgrad zählen, weswegen viele, zumeist mäßige, Ableger auf den Markt kamen, die sich nicht nur auf die Moorhuhnjagd beschränkten. Nun steht das Wii-Debut auf dem Prüfstand.

Mein Schatz!

Moorhuhn: Das verbotene Schloss Moorhuhn: Das verbotene Schloss In einem kurzen Textintro findet man als Spieler heraus, das Moorhuhn mit seinen beiden Freunden Moorfrosch und Kröt eine Schatzkarte findet, die reichlich Reichtum verspricht. Also tritt man das Abenteuer an. Moorhuhn: Das verbotene Schloss ist ein 3rd Person Jump & Run, das linearer nicht ausfallen könnte. In einem äußerst engen Korridor, bei dem man nur wenige Zentimeter nach links und rechts ausweichen kann, springt man über Abgründe, sammelt Münzen, springt auf Pilzen umher und scheucht das arme Moorhuhn von Plattform zu Plattform. Auf dem Weg begegnen uns allerlei verschiedene Feinde, wie Eulen, die sich im Sturzflug auf uns fallen lassen, fiese Wölfe, rollende Igel, summende Wesepen, gruselige Geister oder auch Schlangen, die mit Gift umher spucken. Das Spieldesign ist tatsächlich auf die jüngere Spielgruppe ausgerichtet, weswegen die Fantasywelt auch recht knuffig daher kommt.

Moorhuhn: Das verbotene Schloss Moorhuhn: Das verbotene Schloss Zwischen den Abschnitten bewegen wir uns auf einer Oberwelt, während man leider festhalten muss, dass es für das Aufsammeln der Münzen eigentlich keine Belohnungen gibt. Für jede 25. Münze erhält man immerhin Extraleben, die übrigens recht schnell aufgebraucht sind, da nur eine Berührung mit dem Feind den Tod bedeutet. Dafür durchlaufen wir viele Checkpoints, die jedoch nicht immer ganz fair gesetzt sind. Um uns der Feinde zu erwehren, dürfen wir sie entweder mit der Kürbiskanone erledigen oder den Hammer auspacken. Die üblichen Jump & Run-Level ändern sich zwar im Setting, teilweise sogar recht merklich, spielerisch wird weder Abwechslung geboten, noch sind die Level sonderlich spannend. Moorhuhn: Das verbotene Schloss ist ein Titel, der im Schnelldurchgang programmiert wurde und nicht einmal Freeware-Niveau erreicht.

Moorhuhn: Das verbotene Schloss Moorhuhn: Das verbotene Schloss Den Versuch von Abwechslung gibt es immerhin, da man sich auf den Rücken eines Ochsen setzen kann und durch Holztore rast, vor anrollenden Gefahren davon läuft oder mit dem Moorfrosch von Seerose zu Seerose springt. Leider geht das Unterfangen meistens nach hinten los. Die Steuerung ist ohnehin nicht die Präziseste, doch bei den Moorfroschabschnitten will man die Wiimote dem Moorhuhn am liebsten um die Ohren hauen. Teilweise muss man auf Glück hoffen, um die Level zu bestehen. Das Spiel ist zwar für die Kleinen gedacht, doch diese werden mit der teils katastrophalen Bedienung und auch vielen anderen unfairen Stellen kaum zurecht kommen. Erwachsene oder jugendliche Spieler langweilen sich hingegen in den Schlaf. Moorhuhn: Das verbotene Schloss klaut zwar viel von der Konkurrenz, macht aber kaum etwas richtig, höchstens man will eine virtuelle Schlafpille für 30 Euro erwerben.

Moorhun auf Abwegen

Moorhuhn: Das verbotene Schloss Moorhuhn: Das verbotene Schloss Ansonsten darf man sich glücklich schätzen, dass das Abenteuer nach rund zwei Stunden ein Ende findet, ein suboptimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Unerträglich ist übrigens auch die Kamera, die uns in Abgründe laufen lässt und das Geschehen nicht immer voll einfangen kann. Und wer vom Singleplayer noch nicht genug hat, darf sich mit einem Freund in langweiligen Rennabschnitten versuchen. Technisch bekommen wir matschige Texturen, simpel aufgebaute und kantige Level, ruckartige Animationen sowie ein Sichtweite, die kaum weiter als 20 Meter reicht, geboten. Man erinnert sich ein klein wenig an den guten alten N64 zurück. Von technischem PS2-Niveau kann hier keinesfalls die Rede sein. Der Sound zeigt sich ähnlich minimalistisch. Kostenlose Browserspiele sollten im Vergleich dazu für irgendeinen Preis nominiert werden. Immerhin zeigt sich die Hintergrundmusik recht idyllisch und fröhlich, wiederholt sich jedoch schmerzhaft oft.

Meinung

Wertung zu Moorhuhn: Das verbotene Schloss (Wii)

Wertung:

3.1 /10
Pro & Contra
Moorfrosch und Kröt sind dabeiKürbiskanone und Holzhammer (YEAH)Wespen summen und Eulen kommen aus BäumenGeister gibt es auch (BUH)es gibt Doppelsprünge (WOAH)
abwechslungsarmes und langweiliges Gameplayextrem linearideenloses Artdesignteils furchtbare Steuerungschlechte Kameraführungunfaire StellenCheckpoints oft schlecht gesetztbillige Soundeffektevöllig veraltete und lieblose Grafiksehr kurzer Singleplayer
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