Das spielerische Abenteuer zum Kinofilm ist zwar simpel, aber umso witziger für die Kids.
In den USA ist die Kinderbuchumsetzung "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" äußerst erfolgreich ins Weihnachtsgeschäft gestartet, während bei uns das Leinwandabenteuer noch ein paar Tage auf sich warten lässt. Daher kaum verwunderlich, dass die englische Fassung von Ubisofts kunterbunten Abenteuer für sämtliche Konsolen schon länger zu haben ist, während wir nun erst ab dieser Woche die nahrhaften Wolken im Händlerregal vorfinden werden. Stellt sich nur die übliche Frage bezüglich der Qualität eines solchen Lizenzspieles, wobei Titel wie "Ice Age 3" ja durchaus schon positiv überraschten!
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
Mit dem Essen spielt man nicht! Auf Muttis Ratschlag hätte auch Flint Lockwood, seines Zeichens erfolgloser Erfinder, hören sollen. Der überaus motivierte Jungspund träumt davon eine Erfindung zu entwickeln, welche den Menschen in sämtlichen Lebenslagen hilfreich ist. Tolle Ideen hat der Gute durchaus, doch leider ist ihm das Glück nicht gegeben und der Schuss geht meistens nach hinten los. Nicht umsonst wendet sogar der eigene Vater ihm den Rücken zu. Mit dem F.L.D.S.M.D.F.R., eine nach wie vor nicht aussprechbare Abkürzung für Flint Lockwood Diatonic Super Mutating Dynamic Food Replicator, scheint sich das Blatt aber zu wenden. Aus Wasser soll die Maschine nahrhaftes und schmackhaftes Essen produzieren und es sah tatsächlich so aus, als hätte er seinen Traum wahr werden lassen.
Doch als er die Höllenmaschine in Betrieb nimmt, fängt es auf wundersame Weise an, Essen vom Himmel zu regnen. Des Schülers Freunde über das kostenlose Eis im Vorgarten und des Schlemmermauls Glück eines saftigen Steaks, doch entpuppte sich der vermeintliche Triumph als eine, wenn auch schmackhafte, gigantische Katastrophe. Nachdem die Heimatstadt Swallow Falls nun von Eismassen überschwemmt, Spagettitornados heimgesucht und wild gewordenem Gemüse und Gummibärchen attackiert wird, ist es an der Zeit, die Niederlage einzusehen und alles wieder gut zu machen. In der Rolle des Erfinders Flint dürft ihr nun in weit mehr als 20 abwechslungsreichen Level die Suppe auslöffeln, welche sich der Erfinder dank des F.L.D.S.M.D.F.R. nun eingebrockt hat und für absolutes Chaos sorgt.
Welche Rezeptur darf es denn sein?
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
Die Hintergrundgeschichte wird im Spiel nur bedingt wiedergegeben, denn ihr startet schon gleich nach der Katastrophe inmitten des nahrhaften Chaos und müsst für Recht und Ordnung auf der Heimatinsel sorgen. Dennoch verzücken vor allem ältere Semester witzig gemachte Episodenvideos, die herzhaft klassisch in 8-Bit bzw. fast gar 16-Bit Qualität daher kommen und dank des genial emulierten Sounds wahrhaft nostalgische Gefühle wecken. Das eigentliche Spiel ist aber in knallig bunter und moderner 3D-Optik gehalten und kann bis auf wenige Ausnahmen sogar richtig gefallen. Solange man nicht im gewohnten Alltagstrott marode, matschig graue Stadtteile besucht, sondern von köstlicher Eiscreme verschlungene Parkplätze und farbenprächtige Parks bewandert, locken zahlreiche Details und wunderschön gestaltete Abschnitte. Riesige Früchte, fast schon aus dem TV heraus duftende Chilisoße und herrlich witzig animierte Gegner erfreuen vor allem die Herzen zahlreicher Kids.
Denn spielerisch ist "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" eher sehr simpel und grundsätzlich fast völlig linear gestrickt und somit bestens für Anfänger und junge Spieler geeignet. Erfahrene Gamer werden sich stattdessen unterfordert fühlen und wohl eher gelangweilt - es sei denn man hat eine gewisse Affinität zu witzigen und bunten Filmspielen - vor dem TV-Gerät sitzen. In der Rolle des Erfinders wandert man die zahlreichen Abschnitte ab und kann sich dank einiger witziger Tools aus dem Labor gegen die nahrhaften Massen zur Wehr setzen. Während man sich anfänglich nur mit Hitzestrahl einen Weg durch das Eislabyrinth bahnt und dank Fleischermesser die schwabbeligen Gummibärchen eins auf die Mütze gibt, erfordern spätere Abschnitte einige Gedankenverrenkungen. Da müssen dann durchaus mal ein paar umfangreichere Rezepte aus der Schublade geholt werden, um kleine Plattformrätsel und Aufgaben zu meistern und hilfsbedürftigen Personen aus der Patsche zu helfen können.
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
Mit einem futuristischen Sauggerät werden z. B. Flüssigkeiten wie heißer Kaffee oder Honig aufgenommen. Während die brühende Ware aggressive Marschmellows und sonstige Süßware aus dem Weg räumt, ist letzteres regelrecht klebrig und kann entweder zum erklimmen hoher Toastbrote dienen oder Brathähnchen auf den Boden festzurren. Das Anwendungsgebiet ist vielseitig und ehrlich gesagt fallen die zahlreichen Ideen der Entwickler wirklich witzig aus. Mit etwas Fett kann der Boden gestrichen werden, um überdimensionale Bürger zum nächsten Hausvorsprung schieben zu können und eine saftig grüne Gewürzgurke kann, zumindest mit dem Messer vorbereitet, schlussendlich als praktische Treppe in Form von geschichteten Scheibchen dienen. Schlussendlich zeigt sich Flint derart erfinderisch, dass er mit der Umgebung interagieren, sich Waffen und Schutzschilde aus Nüssen und ähnliches bauen kann und er weiß auch, wie er seine alten Erfindungen nun alle hilfreich gegen die angestauten Nahrungsmittel anwenden kann.
