Hideos neuester Streich bietet einen Schleich-Hochgenuss mit Altmeister Snake in Topform.
Als Hideo Kojima seinerzeit bekannt gab, dass es ein neues Metal Gear Solid-Spiel geben würde war die Überraschung groß, da diese Ankündigung beinhaltete, dass der neueste Teil der beliebten Stealth-Action Reihe auf der PSP erscheinen wird. Zwar wurde die Serie bereits in der Vergangenheit schon mehrfach auf der portablen Spielkonsole umgesetzt, doch soll Metal Gear Solid: Peace Walker alle bisherigen Veröffentlichungen auf Sonys Handheld übertreffen. Große Worte, doch nun ist der Zeitpunkt gekommen und "der inoffizielle 5. Teil" steht endlich auch in den europäischen Läden, nachdem die japanische Presse bereits einen Sturm der Begeisterung in Fernost auslöste. Doch, ist das Spiel wirklich so gut? Sind die 40 von 40 Punkten in der japanischen Videospielzeitschrift Famitsu tatsächlich gerechtfertigt? Und hält Metal Gear Solid: Peace Walker die Fans bei der Stange? Fragen über Fragen die wir nur zu gern für euch aufzuklären versuchen...
Zurück in die Disco-Ära
Obligatorisch ist in jedem MGS der Karton zum Verstecken
Mit Metal Gear Solid: Peace Walker begeben wir uns auf eine Zeitreise, welche uns zurück in die 70er Jahre führt, wobei die Geschichte des Spiels unmittelbar nach den Ereignissen von Metal Gear Solid 3: Snake Eater angesiedelt ist. Dabei schlüpft ihr in die Rolle von Big Boss, damals besser bekannt unter dem Namen Naked Snake, den es zu Zeiten des Kalten Krieges nach Costa Rica verschlägt, mitten zwischen die Fronten des CIA und KGB. Zusammen mit einer Organisation die sich "Militaires Sans Frontieres" nennt, nimmt Snake den Kampf gegen die verschiedenen Fronten auf, die Costa Rica zu einem Stellplatz für nukleare Sprengköpfe machen wollen. Denn wer Mittelamerika regiert, beherrscht auch die Fronten des Kalten Krieges. Um das Gleichgewicht zu schützen, muss Snake also alles menschenmögliche versuchen um dies zu verhindern, wobei er wie immer mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist, da Costa Rica über keine eigene Armee verfügt... Der Plot der Story bietet euch dabei eine wilde Mischung aus Verschwörungstheorien, militärischem Melodrama und sogar einem Schuss Komödie, welche den geneigten Fan durchaus bei der Stange halten sollte, obwohl alles ein wenig verwirrend und wirsch erzählt wird. Typisch japanisch eben...
Ein zu großes Spiel für die PSP?
Gleich zu Anfang wird dem Spieler bereits bewusst, welch großen Umfang er bei Metal Gear Solid: Peace Walker zu erwarten hat. Ist die Komplettinstallation des Spiels (ca. 880 MByte) nach rund 15 Minuten erst einmal abgeschlossen, offenbart sich einem ein gigantischer Kosmos, den das Spiel für uns bereit hält. Ein Umfang, den man in dieser Form nicht auf der PSP erwartet hätte.
Neben dem Karton kann man aber auch Assassin's Creed-gleich in Heuballen springen
Stealth-Fans werden sich hierbei direkt heimisch fühlen und mit Naked Snake durch die meist dschungelartigen Landschaften schleichen. Die Stealth-Action ist eben das Herz des Spiels und bietet herausfordernde Missionen, welche hervorragend in Szene gesetzt wurden. Dabei kann man auf ein mehr als üppiges Waffenarsenal, sowie unterschiedlichste Hilfsmittel zurückgreifen, welche die Einsätze erleichtern sollen. Wer einen ersten Blick in das Waffen- und Gegenstands-Menü des Spiels wirft, der wird beinahe erschlagen von den gegebenen Möglichkeiten, da man die jeweiligen Waffen nicht nur frei schalten, sondern auch upgraden und verbessern kann und einem Tonnen an Krieggerät zur Verfügung steht.
Kooperatives Gameplay mit bis zu vier Spielern
Geschraubt und organisiert werden kann in der hauseigenen Basis, welche Snake für seine Aufträge gestellt bekommen hat. Sich durch die zahlreichen Menüs zu kämpfen macht einen nicht zu unterschätzenden Teil des Spiels aus, zumal man auch diverse Unterstützung in Form anderer Charaktere erhält, welche in den unterschiedlichsten Abteilungen der "Mother-Base" eingesetzt werden wollen. So kümmern sich diverse Kameraden um den medizinischen oder technischen Bereich und versorgen Snake mit neuen Waffen und Gadgets, während die Krankenstation größere wie kleinere Wunden verarztet. Sogar in der Kantine sollte geschultes Personal zum Einsatz kommen, da ein ordentliches Essen die Moral innerhalb der Truppe ungemein stärkt und diese dann mit Vollgas an neuen Waffen, etc. arbeitet. Eine Art Mini-Wirtschaftssimulation, welche geschickt in das Spiel eingebunden wurde und benötigte Boni damit hinzugewonnen werden können.
