Dynasty Warriors Strikeforce im Gamezone-Test

Test CharLu

Unterm Strich ist das neueste DW ein bekannter Ableger mit ein paar neuen Eigenheiten.

Menschlich besehen sind 13 Jahre eine vergleichsweise kurze Zeitspanne; Im Videospielbereich ist dies Grund genug die zugehörige Spielserie - in diesem Fall "(Shin) Sangoku Musou", hierzulande besser bekannt als "Dynasty Warriors" - durchaus zum "alten Eisen" zu zählen. 1997 schickte sich die vorzugsweise als Publisher bekannte Spiele-Schmiede KOEI an, die fernöstlichen Krieger in altem Setting in den virtuell auszutragenden strategischen Krieg mit Bo und Schwert zu entsenden. Anfänglich nur auf den japanischen Markt begrenzt, zogen Samurai & Co. gen Westen, um so hiesige Spieler von der Faszination der asiatischen Kriegsführung zu Fuß und zu Pferde zu überzeugen. Auch wenn es zahlreiche Fans der Serie gibt, "Dynasty Warriors" ist und bleibt der Renner in Japan - wo Anhänger schon seit letztem Jahr mit dem neusten Ableger "Strikeforce" zu Felde ziehen. Nun auch bei uns angekommen, stellt sich einmal mehr die Frage, ob das Waffe schwingende Strategiespektakel weiterhin ein Insider-Tipp bleibt oder doch auch für Neueinsteiger eine willkommene Abwechslung darstellt.

Kurze "Strikeforce" Historie

Dynasty Warriors Strikeforce Dynasty Warriors Strikeforce Anfänglich war "Strikeforce" als Handheld-Ableger geplant und als Selbiger ist der Titel bereits Anfang 2009 für Sonys PSP erschienen. Erst zum Ende letzten Jahres folgte in Japan die Heimversion, welche nun auch hierzulande käuflich zu erwerben ist. Dabei spielt es grundlegend keine Rolle, welcher Version (Play Station 3 oder Xbox 360) ihr den Vorzug gebt. Die Unterschiede sind einmal mehr marginal und spielerisch erweisen sich die Titel, auch im Bezug auf die Technik, als ebenbürtig. Der einzige Unterschied, der de Facto vorhanden ist, sind Zusatzfiguren, die von beiden Fassungen geboten werden. So können PS3-Spieler "Anyane" und "Ryu Hayabusa" als Sonder- bzw. Extra-Charaktere erlangen. Hingegen Xbox 360 Spieler bekommen "Nu Wa" aus "Warriors Orochi 2" spendiert.

Alles neu, oder was?

Dynasty Warriors Strikeforce Dynasty Warriors Strikeforce Lässt man diesen Fakt außer Acht, gleichen sich die beiden Fassungen und bieten inhaltlich dasselbe spielerische Vorgehen. Im weiteren Vergleich zu bisherigen Teilen offenbaren sich unscheinbare, aber durchaus gute Veränderungen gleich zu Beginn des Spiels. Wurde man bisher eher etwas unsanft in das kriegerische Treiben geschickt, beginnt der Eroberungszug dieses Mal in einer Stadt, die ein paar nette Extras zu bieten hat. Selbstredend, dass man hier erst einmal nur Zaungast ist, muss man doch, um die Möglichkeiten nutzen zu können, Erfolge vorweisen. Diese wiederum sammelt ihr auf dem Schlachtfeld ein und nach erfolgreich abgeschlossener Mission kommt ihr in - wenn man so will - eurer Heimatstation an und könnt die kämpferisch erworbenen Punkte eintauschen bzw. verwenden, um Waffen, Rüstungsgegenstände, Figur bezogene Attribute, Schilde als auch partiell Elixiere herzustellen. Dazu passt auch die Information, dass ihr euren Charakter, wahlweise abstammend von den Clans der Wu, Shu oder Wei, nicht nach eigenen Vorstellungen formen könnt - zumindest eben am Anfang nicht. Erst durch die Erlangung der Kampfeserfahrung welche dann in den verschiedenen Shops umgewandelt wird, nimmt Einfluss auf eure Figur. Ergänzend findet ihr in der Stadt, in die ihr immer wieder einkehren werdet, verschiedene Trainingsmöglichkeiten, so dass ihr euch mit eurem jeweiligen Charakter als auch dessen Fertigkeiten eingehend vertraut machen könnt. Frische Skills die einem im späteren Kampf nützliche Dienste erweisen, lassen sich in den Akademien in der Stadt ebenfalls erlangen. Für den Ausbau als auch die Anwendung braucht es Erfahrungspunkte, die in den zahlreichen Schlachten erworben werden und natürlich auch durch das Erfüllen von Missionen - welche am "schwarzen Brett" eures Dorfes zu finden sind. Überdies stehen euch sogenannte "Offizierskarten" zur Verfügung, ebenfalls eine Neuerung gegenüber den bisherigen Teilen, mit denen ihr eure Heimatbasis praktischerweise aufwerten könnt. Dies hat zur Folge, dass ihr auf bestimmte, nutzbringende Fähigkeiten bei euren Feldzügen zurückgreifen könnt. Außerdem besteht hin und wieder die Chance, dass ihr die Kräfte von Boss-Gegner beeinflusst in dem ihr ihn z.b .schwächt. Alternativ dazu ist es auch möglich, dass ihr euch selbst sowie euren Truppenverband - zumindest für eine kurze Weile - massiv pushen könnt, so dass eure Angriffe auf Gegner heftiger als normal sind.

Dynasty Warriors Strikeforce Dynasty Warriors Strikeforce Wer bisher an "Dynasty Warriors" Teilen kritisiert hat, dass man einen einmal gewählten Charakter nicht wechseln kann, der wird nun auch zufrieden gestellt. Am sogenannten "Schrein" kann die aktuell gespielte Figur ausgetauscht werden - sofern man dies für nötig erachtet. Überdies bietet der "Schrein" die Option, dass man bis zu drei weitere Kämpfer in seinen Verbund mit aufnehmen kann. Dies ist z.B. dann eine durchaus hilfreiche Geschichte, wenn große und/oder viele Gegner anstehen. Auch wenn die Intelligenz der dann begleitenden Kompagnons nicht der Weisheit letzter Schluss ist, eine Unterstützung sind die Jungs auf jeden Fall.

Aus Alt mach Neu?

Dynasty Warriors Strikeforce Dynasty Warriors Strikeforce So vielversprechend die Neuerungen, so ernüchtern die Tatsache, dass sich in den sonst bekannten Belangen der Spielreihe wenig bis gar nichts getan hat. Die Geschichte ist nach wie vor dröge und lockt nicht einmal mehr den Hund hinterm Ofen vor, spielerisch heißt es nach wie vor einfach nur schnetzeln bis der Arzt kommt und die gebotene Präsentation lässt leider nach wie vor zu wünschen übrig. Wobei dies - das sollte man nicht vergessen - nicht zuletzt auf den Umstand zurückzuführen ist, dass "Strikeforce" ein Handheld-Ableger ist, der den Sprung auf die Konsolen gewagt hat. Das allerdings sieht man dem Titel Off- als auch Online leider an. Zwar wirken gesamt besehen die Schlachtfelder durchaus ordentlich in Szene gesetzt und bisweilen könnte man meinen, dass der Umfang an sich zugelegt hat (bis zu 100 Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm), aber betrachtet man die Geschehnisse im Detail, fällt auf, dass man weit hinter den technischen Möglichkeiten der Xbox 360 als auch der Play Station 3 zurück geblieben ist. Pop-Ups, partielles Flimmern als auch z.T. sehr lange Ladezeiten - die sich auch auf der PS3 mit der Installation nicht wirklich verbessern - müssen in Kauf genommen werden.

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