Hard 2 Morrow im Gamezone-Test

Test Goreminister

Für einen Indie-Titel tischt uns Hard 2 Morrow eine hübsche 1080p-Grafik auf, kann aber im Langzeit-Test nicht bestehen.

Wer kennt es nicht; Pong! Die Mutter aller Videospiele! Als das Spiel 1972 in Serienproduktion ging, drängten sich die Leute vor den Automaten, um die neue Entertainment-Technologie zu bewundern und auch Jahrzehnte später ist der Kult um dieses Spiel ungebrochen. So haben die deutschen Entwickler von Twisted Bytes die "Thematik" des Klassikers aufgegriffen, um es mit einem Endzeitszenario und vielen Power-Ups entsprechend aufzupeppen. Das Ergebnis heißt Hard 2 Morrow und ist nun als Xbox Live Indie-Game für 240 Microsoft-Punkte (ca. 3 Euro) erhältlich, wobei wir der Versuchung natürlich nicht wiederstehen konnten und uns ebenfalls in die erbitterten Kämpfe gestürzt haben.

The Day after Pong

Hard 2 Morrow Hard 2 Morrow Unglaublich aber wahr; Es gibt tatsächlich eine Story bei dieser Pong-Variante, wenngleich diese auch mehr als krude und simpel ist. Als ihr nämlich eines Morgens aufwacht, um euren Reaktor zu putzen und zu wienern behauptet doch tatsächlich ein vorbeiziehender Endzeit-Mutant, das sein Reaktor der mächtigere ist, was natürlich in keiner Weise zu tolerieren ist. Es kommt zum Kampf auf Leben und Tod, bei dem jedes Mittel recht ist, den Reaktor seines Gegenübers zu zerstören und den Sieg davon zu tragen. Damit liegt dem Spiel wohl eine der kürzesten, sowie skurilsten Geschichten zugrunde, welche die Szenerie notdürftig zusammen hält.

Uralt Gameplay gehörig aufgemotzt

Hard 2 Morrow Hard 2 Morrow Jeder kennt das Pong-Gameplay, doch in Hard 2 Morrow hat man dieses gehörig aufgemotzt und mit einigen zusätzlichen Finessen versehen. So stehen sich die beiden Kontrahenten gegenüber und müssen ihre Reaktoren mit Energiebällen beschießen, um sie zur Detonation zu bringen. Damit dies nicht allzu leicht wird, kann der Gegner die Energiekugeln auffangen und geradeaus oder im 45 Grad Winkel auf unseren Reaktor zurück feuern. Zusätzlich erhält man durch gezielten Beschuss auf Atomkerne diverse Power-Ups, mit denen man sein Gegenüber gehörig in Schwierigkeiten bringen kann. Da wären zum Beispiel schnell im Zick-Zack entlanglaufende Feuerbälle, blitzschnell abgefeuerte Spezielmunition oder "Phantom-Geschosse" bei denen man nicht genau weiß aus welcher Richtung sie attackieren. Je nachdem wie man diese einsetzt, zieht man natürlich mehr oder weniger Energie ab und füllt seinen Rage-Modus. Ist dieser aktiviert beginnt ein Quick-Time Event, bei dem es gilt die vorgegebene Button-Anzeige schneller zu drücken als sein Gegner, um diesen Schachmatt zu setzen. Eine Schlacht besteht aus drei Runden die es zu gewinnen gilt, wobei das eigentliche Spiel immer gleich abläuft und es keine verschiedenen Stages gibt, sondern, wie bei Pong, nur einen wirklichen Spielbildschirm.

Hard 2 Morrow Hard 2 Morrow Man kann jedoch vier verschiedene Charaktere wählen, die sich durch unterschiedliche Attribute auszeichnen. Entweder schreiten die Burschen besonders schnell das Spielfeld hinauf und hinunter oder sie verfügen über massive Feuerkraft, bewegen sich dafür aber dementsprechend langsam. Gespielt wird entweder zu zweit oder gegen den Computer, wobei es schade ist, dass man keinen Online-Modus eingebaut hat. Die Kämpfe können leider nur lokal ausgetragen werden können, wobei fünf verschiedene Spielmodi zur Auswahl stehen, welche allesamt kleinere Veränderungen zum "Original"-Gameplay mit sich bringen. Sei es nun, dass man sich viel schneller bewegt, die Orbs bei jedem perfekten Treffer schneller werden oder keinerlei Items zur Verfügung stehen. Schnappt man sich die Pads und zieht zu zweit in die Reaktorschlacht, so wird in Bezug auf die Steuerung wohl keiner vor unlösbare Aufgaben aufgestellt. Pick up and Play lautet die Devise, da die Steuerung denkbar rudimentär und simpel ist; Und genau weil sie so simpel ist funktioniert sie auch einwandfrei und bereitet in keiner Weise Kopfzerbrechen.

Das Pong von übermorgen?

Hard 2 Morrow Hard 2 Morrow Die Grafik kann sich für einen Xbox Live Indie-Titel durchaus sehen lassen und besticht durch ihre 1080p Auflösung, wobei man das Ganze natürlich nicht mit einem Triple A Toptitel vergleichen kann oder sollte. Dennoch haben die Entwickler ihre Hausaufgaben gemacht und das Spielerlebnis geht flüssig und fehlerfrei vonstatten. Die Charaktere wurden ansprechend gestaltet, doch bekommt man, bis auf die eingestreuten Quicktime-Events, leider immer den gleichen Spielbildschirm zu sehen, was auf die Dauer enorm eintönig wird. Zusätzliche Arenen kann man leider nicht frei schalten und zusätzlich gibt es nur einen einzigen Spielmodus, bei dem man lediglich die Schwierigkeitsstufe anpassen kann.

Musikalisch bewegt man sich durchaus auf "hörbarem Niveau" und hat treibende Rockgitarren und Rhythmen eingefügt, welche recht gut zur Szenerie passen und das Geschehen angenehm untermalen. In Verbindung mit den Kommentaren des "Ringrichters" ergibt sich somit eine recht trashige Mixtur, die aber zur noch trashigeren Story und den klischeeüberladenen Darstellungen der Charaktere passt.

Meinung

Wertung zu Hard 2 Morrow (X360)

Wertung:

6.7 /10
Pro & Contra
Für einen Indie-Titel gute GrafikKlassisches Spielprinzip in neuem GewandPower-Ups und Quick-Time EventsPreiswert
Kein Online-Mehrspieler-ModusWird schnell langweiligKeine zusätzlichen Arenen zum frei schaltenNur ein wirklicher Spielmodus
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk