I'm not alone erzählt eine Exorzisten-Geschichte und ist etwas für ganz harte Horror-Action-Fans mit Lust auf Rätsel.
Eine Villa in den Bergen Österreichs in der es spukt? Das ist nun wirklich nicht der richtige Ort für eine Frau, die schon fast über 100 Jahre auf dem Buckel hat. Da ist es für Patrick Weber selbstverständlich, der alten Dame als Retter in der Not bei der Geisteraustreibung zur Hand zu gehen. Das macht er allerdings nicht aus reiner Nächstenliebe. Patrick ist nämlich Exorzist, und weil das Geschäft gerade nicht so gut läuft, ist er um jeden Auftrag froh. Wir haben den Exorzismus miterlebt und sind erschrocken. Ja gar geschockt! Geschockt von solch einem solch grotesken Programmierwerk...
I'm not Alone
In besagter Villa beginnt das PC-Spiel I'm Not Alone. Der Gruseltitel kommt von den italienischen Machern Pix Rev und ist das PC-Erstlingswerk des Studios. Dabei handelt sich um genau zu sein um einen Vertreter des Horror-Genres, der auf eine Mischung aus Third-Person, Action-Adventure und Survival-Horror setzt. Einflüsse von Silent Hill sind, zumindest anfangs, nicht von der Hand zu weisen. Mit Taschenlampe geht Patrick im ersten Abschnitt des Spiels in der Villa auf Erkundungstour und löst das grauenhafte Rätsel um Dämonen, einen Massenmörder der in der Villa satanische Rituale durchführte und Tote erweckt. Später kommt er noch in deren Garten, ein Labyrinth, einen Sumpf und einige weitere Umgebungen, in denen es aber genauso von Geistern wimmelt, wie im Haus - und die sind irgendwie nicht gut drauf!
I'm not Alone
Die Untoten, unter anderem ehemalige Bedienstete des Hauses, die Patrick an die Gurgel wollen und sauer sind, weil sie vom ehemaligen Hausherren in Ritualen ermodert wurden, sind für ihn nur in einer alternativen, nämlich der Dämonenwelt sichtbar... Um die Zombies auch bekämpfen zu können, muss er den Demonic-View aktivieren, was durch Knopfdruck ein kleines "Minigame" öffnet: Im richtigen Zeitpunkt muss der Spieler die Maustaste bestätigen, um den Zauber anzuwenden. Erst dann sind seine Waffen, zwei Dolche für den Nahkampf und eine Armbrust für die Angriffe aus der Distanz, benutzbar. Neben einem Dutzend unterschiedlicher Gegnertypen gibt es auch obligatorischen Levelbosse, denen Patrick am Ende des Kampfes durch ein Finishing beispielsweise mit einer Axt den Rest gibt. Um diese Finisher ausführen und härter und schneller zuschlagen zu können, muss erst ein Adrenalinbalken durch Attacken aufgeladen werden - alles in allem spielt sich das aber alles sehr behäbig und lahm. Die Monster sind allesamt recht einfach zu knacken, bei vielen reicht es einfach, möglichst häufig hintereinander in die Maustasten zu hacken.
I'm not Alone
Neben der Dämonenwelt, die mit soundtechnisch passendem, nervenaufreibendem Geigengeklirre unterlegt ist, ist Patrick auch in der normalen Welt nicht beschäftigungslos. Hier gibt es zwar (fast) keine Zombies, dafür aber jede Menge Rätsel. Das Ganze wirkt an diesen Stellen eher wie ein klassisches Point&Klick-Adventure aus einer grausigen Perspektive, den Überblick verliert man nämlich gerne mal. Einigermaßen nachvollziehbar sind Schalterrätsel, durch die verschlossene Türen geöffnet oder Statuen umgedreht werden. Es gibt aber auch weniger verständliche Knobeleien, die man selbst nach der Auflösung noch nicht versteht. Da kommt erschwerend hinzu: Das Hauslevel ist alles in allem viel zu dunkel ausgefallen, und Lust zum Rätselraten hat man nur selten, wenn man weder sieht wo man gerade steht, noch was vor einem liegt - denn auch die Taschenlampe ist keine allzu große Hilfe.
Tipps zu Rätseln? Nö!
I'm not Alone
Während man im Inventar jederzeit den Überblick über gefundene Gegenstände hat und recht PnC-mäßig Gegenstände benutzen, ansehen oder kombinieren kann, hilft das Spiel einem außerhalb des Inventars nur wenig: Kommt man etwa an Inschriften oder wichtige Punkte im Spiel näher, mit denen man interagieren kann, taucht am unteren Bildschirmrand eine Einblendung auf, die erklärt worum es sich handelt. Jedoch verschwindet sie auch binnen Bruchteilen einer Sekunde - mehr als einen halben Satz kann man so nicht lesen und muss dauernd vor und zurück gehen, um die Einblendung nochmals zu aktiveren. Ärgerlich!
