Karaoke Revolution im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Liefert uns Musikspielspezialist Konami mit diesem Game die im Titel genannte Revolution im Bereich der Singspiele ab?

Allzu oft hat uns Publisher Konami nicht gerade mit Singspielen beehrt, um es gelinde auszudrücken, schauten die deutschen Gamer buchstäblich in die Röhre. Denn nur wenige Ableger der Hauseigenen Karaokereihe erschienen unter "Karaoke Stage" auch in Europa, aber nicht in Deutschland. Nun aber kommen auch wir endlich offiziell in den Genuss von "Karaoke Revolution" und dürfen uns zumindest auf der Wii und PS3 stimmhaft beweisen. Wir trällerten uns durch eine umfangreiche Songliste und Karriere und liefern euch nun einen ausführlichen Tourbericht.

Karaoke Revolution Karaoke Revolution Ähnlich Singstar und Co. besteht das Hauptziel von "Karaoke Revolution" darin, sämtliche Songs möglichst gut und genau nachzusingen. Das Passende Mikrofon in der Hand und den Favoriten aus einer satten 75 Songs umfassenden Liste ausgesucht, geht es auch schon direkt ans Eingemachte. Wer schon in "Rock Band" als Sänger bzw. Sängerin unterwegs war, fühlt sich sofort heimisch. Das Interface mit den Tonlinien, dem Text und der eigenen Stimmlage erinnert an die alten Konamitetel, welche damals noch von Harmonix höchst persönlich entwickelt wurden. Ungeübten Talenten fällt es daher nicht ganz leicht, die richtige Tonhöhe zu treffen. Ob der Text nun adäquat von euch gegeben wird, erkennt man nur anhand eines kleinen Pfeils am linken Bildschirmende, welcher sich bei perfektem Gesang in senkrechter Lage befindet und sich nach oben oder unten neigt sowie gleichzeitig rötlich färbt, sobald die Stimme zu hoch oder zu tief ist. Nichts desto trotz zeigen sich nach wie vor auch Vorteile, da Tonwechsel einer Silbe zum Beispiel direkt mit sich senkende oder hebenden Notenlinien dargestellt werden. Leider lässt das Interface eine statische Darstellung wie bei "Singstar" nicht zu und bietet euch einzig allein gewöhnungsbedürftige scrollende Texte an.

Karaoke Revolution Karaoke Revolution Technisch besehen reagiert das auf der PS3 genutzten Singstar-Mikrofon etwas verhalten und je nach Stimmkraft muss man durchaus am Verstärker zu finden im Optionsmenü herum schrauben, damit das Spiel auch wirklich keine Silbe eures harmonischen Gesangs verpasst. Die Klangqualität dagegen ist hervorragend mit satten Effekten, Originalsongs und einem gut gemachten Equalizer zur manuellen Abstimmung. Letzteres ist durchaus von Nöten, um den original Gesang gegenüber den Instrumenten herauszuheben oder aber - und genau deswegen darf Konamis Titel sich auch als Karaokeversion bezeichnen - diesen sogar komplett aus zu schalten. Na? Wer traut sich noch auf die Bühne ohne eine leitende Originalstimme aus dem Song heraus hören zu können? Technisch hat sich seit den alten Playstation 2 Tagen auch durchaus einiges getan und daher ist es zu begrüßen, dass Konami ihre Musikspiele mittlerweile an die Probleme der heutigen HDTV Generation anpasst. Im Optionsmenü kann das Spiel auf Soundlags entweder manuell, oder durch voreingestellte Werte abgestimmt werden, damit die Anzeige tatsächlich parallel zum Gesang zu sehen ist.

Bühnenreife Präsentation

Karaoke Revolution Karaoke Revolution Mit dem ersten Start wird man nach einem schicken Logo zunächst in eine biedere Welt des Menüs entführt, welches sehr schlicht aufgebaut ist und schlimmstes erahnen lässt. Doch hat man alle Einstellungen vorgenommen und die leider etwas ausufernden Ladezeiten hinter sich gelassen, trumpft "Karaoke Revolution" wie auch seine Vorgänger durch optisch beeindruckende Bühnenbilder auf. Eine feiernde (wenn auch nicht wirklich sichtbare) Menge, gleißendes Lichtgewitter und zahlreiche bunte Leinwände sorgen für ein ordentliches Konzertfeeling wobei die Charaktere zwar hübsch anzusehen sind, deren Animationen aber leider äußerst hölzern und vor allem nicht wirklich abgestimmt auf die Musik wirken. Lippensychronität wird ebenfalls schmerzlich vermisst, so dass die grafische Fassade letztendlich einige Risse bekommt.

Karaoke Revolution Karaoke Revolution Da sich der Spieler aber oftmals auf den Text konzentrieren muss, fallen diese Mängel nur marginal ins Auge. Vielmehr freut man sich über zahlreiche Bühnenbilder mit riesigen Videoleinwänden, welche unter anderem die original Musikvideos zeigen, aber dank PS3-Kamera auch das Wohnzimmerbild ins Konzert transferieren können. Darüber hinaus können jegliche Bühnen angepasst und gar komplett neue entworfen werden. Die Möglichkeiten sind freilich begrenzt, da nur auf vorgefertigte Komponenten zurückgegriffen wird, die Auswahl ist aber beachtlich und die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Angefangen vom Bühnenboden, über die Hintergründe und Beleuchtung bis hin zu Pyroeffekten kann an so einigen Schrauben tatsächlich gedreht werden. Ähnlich umfangreich und gelungen ist auch der Charaktereditor für den eigenen Superstar, welcher wie der Bühnenbaukasten durch neue Auftrittsorte, Items sowie Accessoires freigeschaltet im Karrieremodus erweitert werden kann.

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