Es fällt schwer an dem Titel ein gutes Haar zu lassen, der eigentlich nur mit seinem Umfang zu punkten versteht.
Bushido! Keine Angst, das hier wird keine Abhandlung über einen polarisierenden Gangster-Rapper. Vielmehr geht es um die Wortbedeutung des Begriffs "Bushido". Übersetzt heißt dieser Ausdruck "Weg des Kriegers" und ist einer der Leitfäden schlechthin im Kodex der alten Samurai. Kein Wunder also, dass sich diese 7 Buchstaben auf der Verpackung des Titels "Way of the Samurai 3" aus dem Hause Gamebridge eingeschlichen haben. Dem entgegen stehen aber auch Attribute eines abtrünnigen Samurai wie "Killer", "Verrat" oder "Dieb". Es dreht sich letztlich alles um eine entscheidende Frage: Wie wird man sich an dich erinnern?
Gleiches Spiel, andere Woche
Way of the Samurai 3
In "Way of the Samurai 3" werden wir in das alte Japan des 16. Jahrhunderts, genauer gesagt in die Region Amana, zurückversetzt. Diese wird von Shuzen Fujimori, der seinerseits einen Putsch gegen seinen ehemaligen Herren Lord Sakurai vollzog, mit harter Hand regiert. Da er Farmer als auch Städter gerne hart arbeiten und viele Steuern bezahlen lässt, kann Fujimori seine Fürsprecher bald an einer Hand abzählen. Neben dem Fujimori-Klan haben sich mit der Zeit zwei weitere Hauptfraktionen in der Region gebildet. Zum Einen wäre hier der Ouka-Klan zu nennen. Dieser besteht aus ehemaligen Versallen des Sakurai Klans und machtgierigen Banditen. Die letzte Partei Amanas' Dreigespanns sind die friedlichen Bewohner des Dorfes Takatane. Hierher verschlägt es euch als namenslosen Samurai, nachdem ihr euch in Kuchihagahara - Amanas angestammtem Schlachtfeld - eures Leibes erwehren musstet. Bewusstlos wurdet ihr von zwei unbeteiligten Personen in das Dorf geschleppt und wieder aufgepeppelt.
Way of the Samurai 3
Die sich um euch drehende Geschichte findet im Zeitraum von einer Ingame-Woche statt. Wie ihr diese gestaltet und wie oft ihr eine solche Woche erlebt, bleibt eurer Geduld und Lust zum Spielen überlassen. Anhand der über 20 Endsequenzen die der Titel für euch bereit hält ist abzusehen, dass ein einmaliger Durchgang das Spielerlebnis bei weitem nicht ausschöpft. Beeinflusst wird die Story meist von den Dingen die ihr in eurer direkten Umgebung anrichtet. Tötet ihr beispielsweise wichtige Menschen in Amana, könnt ihr deren Missionen auch nicht mehr anwählen. Während ihr Zwischensequenzen eure ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt erscheinen zwei Symbole am unteren Bildschirmrand. Je nach Tastendruck zieht ihr entweder eure Waffe oder verbeugt euch. Welchen Knopf ihr wählt, ebenso ob ihr ihn wählt, schlägt sich in der Endabrechnung der Woche in Samuraipunkten nieder, beendet aber in jedem Fall die Videosequenz vorzeitig. Den Endpunkt einer Woche stellt jedoch immer eine große Schlacht dar, die hinter eure vorher verfolgten Ideale ein Ausrufezeichen setzen soll. Zusätzliche Motivation für einen weiteren Durchgang sind die freischaltbaren Accesoires wie Waffen, Kleidung und Gegenstände, welche euch für den nächsten Durchgang erhalten bleiben und das Spielen von Woche zu Woche mehr vereinfachen.
Des Messers Schneide!
Way of the Samurai 3
Auf den ersten Blick macht "Way of the Samurai" den Eindruck als hätte man hier das große Amana zu jeder Zeit in all seiner Weite und Pracht zu Füßen. Doch nach den ersten Spielminuten wird dieser Gedanke jäh zerschlagen. Die Orte der Region haben etwa die Größe eines Dungeons und sind durch vorgegebene Wege, die man nicht selber gehen darf, mit einander verknüpft. Das Auffinden eines bestimmten Orts wird umso schwerer, da es zwar eine Karte in das Spiel geschafft hat, diese jedoch nur über das Hauptmenü aufgerufen werden kann und nicht praktisch im HUD installiert ist. So rennt ihr gerade im ersten Durchgang des Spiels einfach blind in Richtungen die euch weder aufgezeigt noch erklärt werden. Als Bildschirmanzeige präsentiert man nur ein Kurzwahlmenü für Waffen und Gegenstände, eine Lebensanzeige und einen Balken für die Haltbarkeit eurer Waffen. Die eben angesprochenen Argumentationsverstärker sind neben euch die Hauptrolle des Spiels. Wie für Samurai üblich ist ein gutes Werkzeug das A und O. Als wären über 200 Waffenarten noch nicht genug, können unterwegs 200 zusätzliche Waffenteile aufgesammelt werden, welche sich in über 1000 verschiedene Varianten verwandeln lassen. Habt ihr ein gewisses Level an der Klinge könnt ihr eurem Baby gleich auch noch einen Namen verpassen lassen. Sammlerherz was willst du mehr?
Way of the Samurai 3
Im Kampf hingegen geht es bodenständig zur Sache. Neben Standardmanövern wie Wurf, Block und zweierlei Schwerthieben, könnt ihr auch auf etwas speziellere Manöver zurückgreifen. Personen die ihr nur einschüchtern müsst schlagt ihr mit der stumpfen Messerseite K.O., gefährlichere Burschen werden per Instant Kill sofort ins Jenseits befördert. Ein erfolgreicher Instant Kill löst im Nachhinein einen Chain-Kill-Zustand aus. In diesem solltet ihr gekonnt auf die richtigen Buttons drücken um so noch mehr Schnelltode zu verteilen. Übernehmt ihr euch an einem Gegner könnt ihr euch auch schnell wieder entschuldigen, allerdings müsst ihr im selben Moment auf einen gutmütigen Gegenüber hoffen. Bei geschicktem Verhalten verbringt ihr eure Wochen auch nicht alleine, sondern habt einen loyalen Partner an der Seite.
