Manchmal ist weniger doch mehr, wobei dieses Motto von Supreme Commander 2 fast schon zu wörtlich genommen wird.
Gas Powered Games ist mit dem zweiten Teil von Supreme Comander wieder da, dieses Mal mit kräftiger Unterstützung von Square Enix, das als Publisher fungiert. Doch wer sich bei dem Strategiespiel auf imposante Zwischensequenzen freut, wird enttäuscht. United Earth Federation, die Erleuchteten und die Cybran-Nation kabbeln sich zwar wieder, das jedoch in einer völlig belanglosen und an den Haaren herbei gezogenen Story, die von wenigen und recht schlichten Videosequenzen begleitet wird. Selbst die kleinen und animierten Charkterfenster sehen nicht besonders hübsch aus.
Die Massenschlachten
Supreme Commander 2
Supreme Commander setzte vor einigen Jahren auf riesige Echtzeitschlachten, in denen sich gerne 100 Einheiten und mehr gegenüber standen. Auch der zweite Ausflug macht dies möglich. Während aktuelle Konkurrenztitel wie Command & Conquer 4 nur einen sehr kleinen Teil des Geschehens zeigen, kann man in Supreme Commander 2 so weit heraus zoomen, dass man das gesamte Schlachtfeld überblickt. Da die jeweiligen Einheiten dann nicht mehr zu sehen sind, werden sie durch die jeweiligen Symbole gekennzeichnet. Zusätzlich findet sich über der Truppe eine Zahl, die verdeutlicht, wie stark der Verband ist. Auf diese Weise lassen sich Angriffe prima planen, während die Übersicht stets gewährleistet wird. Dafür sorgen auch die im Vergleich zum Vorgänger kleineren und stringenteren Karten. Wenn man sich in dieser Quasi-Weltkarte befindet, fühlt man sich tatsächlich wie ein echter Commander. Das kann kaum ein anderes RTS auf diese Weise vermitteln.
Das Wirtschaftssystem
Supreme Commander 2
In Supreme Commander 2 sind zwei Ressourcen vorhanden, die zum Bau von Stützpunkten und Einheiten benötigt werden, Masse und Energie. Masse wird an den entsprechenden Stellen auf der Karte abgebaut, hierzu muss das passende Gebäude errichtetet werden, während man für Energie Elektrizitätswerke braucht. Einfacher geht es nicht, da für den laufenden Betrieb der Basis kein weiterer Strom benötigt wird. Einmal erstellt, verbraucht ein Fabrik keine Ressourcen mehr. Das führt natürlich dazu, dass selten Engpässe erreicht werden, was ohnehin auch auf die Masse zutrifft. Was in Supreme Commander 2 viel Freude macht, ist die "Einigel"-Taktik. Man errichtet die ersten Gebäude, verschanzt sich mit Boden- und Luftabwehrtürmen und baut seine Armee recht flott auf, um den Feind mit einer Welle zu überrollen. Leider laufen viele der Missionen genau so ab, natürlich in Variationen. Dennoch machen die Massenschlachten unvergleichlich viel Spaß, was vor allem daran liegt, dass eine Armee relativ schnell aus dem Boden gestampft ist. In Teil 1 war der Vorgang aufgrund des komplexeren Wirtschaftssystems weitaus langwieriger.
Supreme Commander 2
Wurde Supreme Commander 2 etwa "vercasualisiert"? Irgendwie schon, da auch die Gebäudevielfalt stark gelitten hat. Marinefabrik, Panzerfabrik, Luftwaffenfabrik, Radar und Sonar sowie die Extraktoren für Masse und Energie, mehr kann man kaum errichten. Naja, fast, da gibt es noch die Forschungsstation, die kontinuierlich Forschungspunkte generiert, mit denen man in Bereichen wie Luft, Boden oder Seefahrt diverse Punkte verteilen kann. Auch die eigene Commando-Einheit (ein riesiger Mech) und die Gebäude lassen sich auf diese Weise optimieren. Man sollte sich also entscheiden, welchen Forschungszweig man am stärksten beachtet, da sich nicht alle Technologien innerhalb einer Mission freischalten lassen, wobei es dennoch sehr zügig voran geht. In jedem Fall darf man Panzern ein drittes Kanonenrohr verpassen, neue Einheiten entwickeln oder die Schilde verstärken. Es gibt jede Menge Zeugs, das sich erforschen lässt. Dabei profitieren die Einheiten, die direkt an der Front sind, augenblicklich von den neuen Verbesserungen, weswegen man nicht warten muss, bis beispielsweise die ersten Schiffe aus dem Hafen schwimmen und auf die eben verbesserten Waffen setzen. Das war im Vorgänger noch weitaus anders.
Schnelle Gefechte
Supreme Commander 2
Um möglichst schnell eine große Armee aus dem Boden zu stampfen, sollte man mehr als nur eine Fabrik erstellen. Da man fast immer genügend Ressourcen zur Verfügung hat, kann die Produktion ruhigen Gewissens auf eine Endlosschleife gestellt werden. Doch selbst die Gebäude in Supreme Commander 2 sind wehrhaft, da sie mit Schilden oder Raketenwerfern ausgestattet werden können. Das verschärft die Massenschlachten nochmals. Gebaut werden die Fabriken und Geschütze entweder mit Ingenieuren oder mit der Commando-Einheit, die sich jedoch möglichst im Hintergrund halten sollte, weil bei einer Zerstörung das Spielende droht. Ob zu Boden, zu Wasser oder in der Luft, pro Partei hat man in diesen Bereichen jeweils 2-6 verschiedene Einheiten zur Verfügung, die alle ihre Stärken und Schwächen haben, der Vorgänger bot mehr Auswahl. Aus diesem Grund sollte man eine möglichst ausgewogene Truppe in den Kampf schicken, die sich gleichermaßen gegen Luft- und Bodeneinheiten schützen kann und auch in Sachen Artillerie auf der sicheren Seite steht. Einige Missionen erfordern mehr Schlachtschiffe, andere setzen eher auf Luftkämpfe, doch grundsätzlich lässt sich der bekannte Tankrush wunderbar anwenden.
