The Sky Crawlers: Innocent Aces im Gamezone-Test

Test Cubefanatiker

In diesem Spiel zum gleichnamigen Anime erheben wir uns aus reinem Spaß am Krieg in die Lüfte.

Rostock gegen Lautern. So lautet das Duell in dem neuen Spiel der Entwickler Project Aces. Die Macher der Ace-Combat-Reihe haben aber nicht von Flug- auf Fußballsimulationen umgesattelt und daher handelt es sich hier nicht etwa um das Spitzenspiel in der 2. Bundesliga. Rostock und Lautern sind nämlich vielmehr die Kontrahenten eines fiktiven Luftkriegsszenarios, in dem das Flugactionspiel The Sky Crawlers für Nintendos Wii angesiedelt ist. Genauer gesagt handelt es sich dabei um zwei Unternehmen, die zur Belustigung der Bevölkerung in einer Welt Krieg machen, in der den Leuten der Frieden anscheinend zu langweilig ist. Hoffentlich bleibt diese Welt, in der komischerweise auch noch alle Schauplätze der Gefechte japanisch klingende Namen haben, obwohl sie sich laut eingeblendeter Karte mitten im Vorkriegseuropa befinden, wirklich eine Fiktion.

Steuerspielereien

The Sky Crawlers: Innocent Aces The Sky Crawlers: Innocent Aces Bevor wir im Story-Modus auf der Seite von Rostock ins virtuelle Cockpit steigen, lassen wir uns in mehreren ausführlichen Tutorialvideos die Steuerung erklären. Anders als gewohnt nehmen wir die Wii-Mote in die linke und den Nunchuck in die rechte Hand. Durch Neigung der ersteren bestimmen wir die Fluggeschwindigkeit, mit dem Nunchuck bestimmen wir ebenfalls durch Neigung und Drehung die Flugrichtung wie mit einem Steuerknüppel. Wer es einfacher und eher arcadelastig haben will, kann auch den GameCube oder Classic-Controller anstöpseln. Damit fliegen sich die Maschinen, die historischen Flugzeugen aus dem 2. Weltkrieg nachempfunden sind, fast wie auf Schienen. Außerdem ist es so bedeutend einfacher, gegnerische Flieger oder Geschütztürme mit dem Fadenkreuz ins Visier zu nehmen. Wer dagegen eine ruhige Hand hat und sich die volle Härte geben will, wählt zusätzlich zu Wii-Mote und Nunchuck noch den Expertenmodus, wodurch sich das Flugzeug nicht mehr automatisch am Horizont ausrichtet. Obwohl das Zielen und Ruhighalten nicht ganz einfach ist, funktioniert die Steuerung per Handbewegung erstaunlich gut. Die vielen Möglichkeiten, sich das Gameplay so anzupassen, wie es einem am besten passt, sind auf jeden Fall löblich. Wer trotzdem gar nichts trifft, darf sich über Hilfe durch sogenannte TMB-Angriffe freuen: Befindet man sich ein paar Sekunden im Umkreis einer feindlichen Maschine, kann man sich auf Knopfdruck durch ein automatisches Manöver direkt hinter diese bringen, was zumindest bei normalen Feinden fast immer zum sofortigen Abschuss führt. Lediglich in einigen speziellen 1-gegen-1-Duellen ist die Präzision des TMB stark entschärft worden. Auch schnelle Rollen und Wendemanöver können simpel durch Buttondruck ausgelöst werden, was das Pilotenleben sehr erleichtert, da die Maschinen ansonsten nur sehr schwerfällig wenden.

Gameplayschnitzereien

The Sky Crawlers: Innocent Aces The Sky Crawlers: Innocent Aces Der Story-Modus ist mit seinen 17 Missionen recht kurz ausgefallen, beim Missionsdesign haben sich die Entwickler dafür um Abwechslung bemüht. In den ersten Missionen geht es darum, alle feindlichen Maschinen vom Himmel zu holen, später müssen Verbündete beschützt werden, gegnerische Stellungen in Schluchten fotografiert oder Bodenziele wie Schiffe, Geschütztürme oder Panzer vernichtet werden. Die für den Abschluss der Mission wesentlichen Ziele sind rot markiert, wer sich eine bessere Bewertung abholen will, sollte aber auch die anderen Gegner unter Beschuss nehmen. Im Verlauf des Spiels schaltet man weitere Flugzeuge mit unterschiedlichen Eigenschaften sowie Waffen und Verbesserungen frei, mit denen man seinen Flugpark aufrüsten kann. Aufgrund der fast schon unzumutbar hässlichen und minimalistischen Menüs ist das Tüfteln an den Maschinen aber keine wirkliche Freude. Und starke Auswirkungen der Änderungen der Eigenschaften sind sowieso kaum zu spüren. Essentiell ist jedoch die Wahl der richtigen Sekundärwaffe, die man vor jeder Mission zu treffen hat. Hat man beispielsweise keine Bomben dabei, muss man direkt auf die Bodenziele zufliegen, um diese mit dem Maschinengewehr aufs Korn zu nehmen, was bei Unachtsamkeit leicht mit dem Tod enden kann. Das ist besonders ärgerlich, weil einige Missionen recht lang sind und es fast nie Checkpoints gibt. Das kann bei ungeduldigen Spielern schnell für Frust sorgen. Leider ist auch der ein oder andere Auftrag dabei, in dem man mehr oder weniger nur geradeaus fliegen muss. Spielspaßtrübend kommt hinzu, dass die Flugzeuge selbst in Höchstgeschwindigkeit vom Gefühl her ziemlich langsam vorankommen. Jedenfalls hatte ich den Eindruck, eher durch die Luft zu kriechen anstatt zu fliegen. So richtig die Post ab in Sachen Action geht also eher selten. Für etwas Unterhaltung sorgen immerhin die fast ununterbrochen brabbelnden Verbündeten, die in fast jeder Mission mit dabei sind und die Tatsache, dass sich vieles, was für die Handlung wichtig ist, in den Unterhaltungen während den Luftkämpfen abspielt. Leider ist die Sprachausgabe aber nur auf Englisch, was für diejenigen, die dieser Sprache nicht mächtig sind, besonders schade ist, da man trotz eher gemächlichem Spieltempo meistens dann doch keine Zeit hat, die Untertitel zu lesen. Hat man den kurzen Story-Modus absolviert, kann man entweder versuchen, die in Form von Rängen vergebenen Missionsbewertungen zu verbessern, oder einen anderen Schwierigkeitsgrad ausprobieren. Insgesamt ist der Spielumfang jedoch zu dünn ausgefallen, um länger zu unterhalten.

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