Fast bis zur Perfektion geschliffen, offeriert uns Blizzard mit diesem Titel den neuen Genre-König in Sachen RTS.
12 Jahre ist es nun her, dass Blizzard Entertainment StarCraft auf den Markt brachte und somit ein zeitloses RTS erschuf, das noch heute gespielt und unterstützt wird. Vor rund sieben Jahren begann die Entwicklung von StarCraft 2. Die erste von drei Episoden, StarCraft 2: Wings of Liberty, ist nun erschienen. Der Erwartungsdruck der Spieler ist natürlich immens hoch, da Blizzard Entertainment für seinen Perfektionismus bekannt ist.
Es kann nur noch schlimmer werden
Starcraft 2: Wings of Liberty
Vier Jahre nach den Ereignissen aus "Brood War" fliegt Jim Raynor mit seiner Armee durch den Weltraum und versucht Imperator Mensk und die Terranische Liga zu bekämpfen, wo er nur kann. Arkturus Mensk war einst Jim Raynors Mitstreiter. Zusammen konnten sie im ersten Teil die korrupte Terranische Konföderation stürzen. Mensk verriet Raynor allerdings und überlies Sarah Kerrigan, dem Love-Interest von Jim Raynor, ihrem Schicksal, die dummerweise von den Zerg zur Königin der Klingen gemacht wurde. Die Terranische Liga ist allerdings korrupter als jemals zuvor, während Jim Raynor seinen Kampf kaum noch finanzieren kann und die Moral währenddessen am Boden liegt. Dennoch überschlagen sich die Geschehnisse sehr schnell. Die Zerg greifen nach Jahren der Ruhe an, Kerrigan führt etwas im Schilde, während die Protoss ebenfalls wieder mitmischen.
Starcraft 2: Wings of Liberty
Man muss ehrlich gestehen, dass die Story von StarCraft 2 zunächst langsam in Fahrt kommt. Man erledigt kleinere Aufträge, die kaum etwas mit den bevorstehenden Ereignissen gemeinsam haben und hält sich irgendwie über Wasser. Nach einigen Stunden entfaltet die Geschichte ihre spannenden Handlungsstränge, die mit moralischen Fragen, Verrat, epischen Schlachten und überraschenden Wendungen, einiges zu bieten haben. Erzählt wird die Story meist in sehr hübschen Ingame-Szenen oder seltenen, dafür aber phänomenalen Rendersequenzen. Wer Blizzard kennt, weiß was ihn erwartet. Zwischen den Missionen wandeln wir über Raynor's Flaggschiff, die Hyperion, einen mächtigen Schlachtkreuzer, der seine besten Tage allerdings schon weit hinter sich hat. Auf der Brücke, dem Labor, dem Hangar oder der Schiffsmesse unterhalten wir uns mit wichtigen Charakteren, schauen uns die Nachrichten an oder kaufen Upgrades. Nach fast jeder Missionen werden uns Credits gutgeschrieben, mit denen man die einzelnen Einheiten mit jeweils zwei Extras verbessern kann. Ob mehr Hitpoints oder stärkere Waffen, je nach Typ kann man zwei andere Upgrades wählen. Doch Vorsicht: Will man im späteren Verlauf eher auf Flugeinheiten oder schwere Bodenfahrzeuge setzen, dann sollte man zu Beginn nicht gleich sein ganzes Geld in die Infanterie stecken, denn nicht alle Upgrades lassen sich im Spielverlauf erwerben, dazu fehlen die nötigen Credits. Man muss sich demnach ganz genau überlegen, was man macht.
Wer forscht, der gewinnt
Quelle: Blizzard
Starcraft 2: Wings of Liberty
Neben dieser Möglichkeit kann man seine Armee allerdings noch auf eine andere Weise verbessern, nämlich durch Forschung. Während der 26 bzw. 29 Missionen (an drei Stellen muss man sich für einen Auftrag entscheiden) bekommt man immer wieder die Gelegenheit, Zerg- und Protoss-Forschung zu erlangen, mit der man dann zusätzliche Einheiten, wie das allseits bekannte Forschungsschiff oder andere Technologien, wie automatische Raffinerien, die keine MBFs zum Abbau benötigen, produzieren darf. Allerdings stehen immer zwei Wahlmöglichkeiten bereit. Entscheidet man sich für eine, fällt die andere für immer weg. Wollt ihr, dass euer Kommando-Zentrum mit einem riesigen Geschütz ausgeliefert wird, oder gefallen euch die Feuertürme mehr, die blitzschnell aus dem Boden fahren und Feinde überraschend angreifen? Pro Seite (Protoss und Zerg) können auf diese Weise jeweils fünf aus zehn Technologien freigeschaltet werden. Nebenaufträge lohnen sich also sehr. An Bord der Hyperion kann man sich aber noch auf andere Weise die Zeit vertreiben, zum Beispiel mit einem Arcade-Automaten, auf dem man den kompletten 2D-Weltraum-Shooter Lost Viking spielen kann. Die Jukebox hingegen spielt Klassiker wie "Sweet Home Alabama" ab. An Bord ist auch ein Söldner, der uns neue Trupps vermittelt. Sind diese erst angeworben, erscheinen sie ohne Bauzeit auf dem Schlachtfeld.
Quelle: Blizzard
Starcraft 2: Wings of Liberty
Auf der Brücke wählen wir hingegen aus den verfügbaren Missionen. Teilweise stehen mehr als drei Aufträge bereit. Im Endeffekt muss man jedoch alle Aufgaben irgendwann erfüllen. An wenigen Stellen wird man vor die Wahl gestellt: Rettet Raynor die infizierten Zivilisten und sucht nach einer Heilung, oder hilft er den Protoss sie zu vernichten, denn sicher ist sicher. Im Missionbriefing wird uns dann erklärt, was zu tun ist, wie viele Forschungspunkte herausspringen, um welchen Betrag das Konto aufgefüllt wird und welche neue Einheit dem Arsenal hinzugefügt wird. Obwohl die Hyperion aus nur vier Bildschirmen besteht, durch die man sich klicken kann, ist der Detailreichtum bemerkenswert. Da sind zum Beispiel die Nachrichten der Liga, die nur so vor plumper Propaganda triefen und durch eine unbelehrbare Außenreporterin, die Jim Raynor eigentlich stets loben will, den nötigen Witz erhalten. So wird sie vom Moderator immer wieder abgewürgt, um dann doch dem Imperator zu huldigen. Im Waffenhangar kann man sich hingegen einige der Einheitentypen genauer anschauen.
