Nachdem Naughty Bear nicht zur Geburtstagsparty eingeladen wurde, rächt er sich auf vielfältige Art und Weise.
Spätestens seit die Happy Tree Friends im TV auf brutalste Weise abgeschlachtet werden, ist übertriebene Gewalt gegen süße, kleine Tierchen voll im Trend. Einen ähnlichen Weg ging im letzten Jahr auch Fairytale Fights, das allerdings nicht überzeugen konnte. Einen neuen Versuch startet nun Naughty Bear, das im Vorfeld mit extrem sarkastischen Trailern auf sich aufmerksam machte. Die Marketing-Maßnahmen haben gewirkt, das Interesse ist da, jetzt muss sich das Spiel nur noch als gut erweisen.
Kleine (nicht) heile Welt
Naughty Bear
Naughty Bear ist ein ziemlich ranziger, schlecht gelaunter Teddybär mit halb abgebissenem Ohr, einer dicken Narbe und einem nicht mehr ganz so sauberen Fell. Die anderen Bewohner von Perfect Island mögen Naughty nicht besonders, laden ihn nicht so einer großen Geburtstagsfete ein und verspotten ihn zusätzlich. Da meldet sich ein leicht psychopathischer Sprecher aus dem Off und legt unserem Bären nahe, sich an den knuffigen Bewohnern der idyllischen Insel zu rächen, indem er richtig gemein wird. Gesagt, getan, wir machen uns an unseren Auftrag.
Naughty Bear
In Naughty Bear geht es darum, möglichst viele Punkte zu sammeln, und das wird durch pure Anarchie erreicht. Wir werfen Kisten um, lassen die Luftballons der Party platzen, sabotieren Stromleitungen, verschiedene Geräte und zerstören Geschenke im Feuer oder spülen sie die Toilette runter. Viele der Gegenstände lassen sich auf diese Weise beeinflussen. Wichtiger ist jedoch, direkt gegen die anderen Kuscheltiere vorzugehen, an die man sich heranschleicht, um sie dann mit einem widerwärtigen "BUUUUUH" von hinten zu erschrecken. Das geht am besten, wenn sie gerade etwas reparieren, das wir vorher manipuliert haben. In diesem Zustand merken sie nicht, was um sie herum geschieht. Je mehr Chaos wir anrichten, desto panischer werden die kleinen Bärchen. Jedes Mal wenn ein Bär in Angst verfällt und zerstörte Gegenstände, tote Freunde usw. sieht, steigt der Punktemultiplikator in die Höhe. Es gilt also möglichst viele Gemeinheiten in kurzer Zeit durchzuführen.
Plüschiger Tod
Naughty Bear
Irgendwann sind die Bewohner derart von der Angst beherrscht, dass nur noch ein einziger Erschrecker nötig ist, damit sie sich selbst hinrichten. Dabei schießen sie sich in den Kopf, prügeln mit dem Baseballschläger auf sich ein oder platzen herrlich auf. Dafür gibt natürlich die meisten Punkte, doch man kann die Teddybären auch auf konventionelle Weise erledigen. Hierbei darf man sie mit Axt, Golfschläger oder Knüppel so lange weich prügeln, bis sie mit einem Takedown erledigt werden können. Dabei werden Genicke geknackt und Äxte in den Kopf gerammt. Umgebungstakedowns sind da schon etwas "witziger", die immer dann verfügbar sind, wenn die Bärchies mit etwas beschäftigt sind. So kann man ihren Kopf gegen das Grillrost pressen, sie ins Lagerfeuer werfen, ihren Kopf in die Toilettenschüssel halten, sie mit der Tür eines Wagens bearbeiten oder einen riesigen Mixer nutzen. Insgesamt soll es 250 verschiedene Kills geben. Das hört sich zwar nach viel an, dennoch wiederholt sich der Spaß recht schnell, wodurch man sich nach einiger Zeit einfach satt gesehen hat.
Naughty Bear
Ansonsten kann man genüsslich Minen oder Bärenfallen legen und die Bären dann hinein locken. Entweder man wartet ab, bis Hilfe eintrifft, dann ist es möglich gleich zwei Kollegen auf einen Schlag zu erledigen, oder man schreitet sofort zur Tat und erlöst das kleine, wimmernde Vieh direkt, das ist pure Kuscheltier-Romantik. Naughty Bear, das aus der Third Person Perspektive gespiel wird, ist allerdings kein Actionspiel, eher ein Stealth-Vertreter im Stile eines Splinter Cell, da es ratsamer ist, verdeckt vorzugehen. Dabei ist das Dickicht rund um den Ort des Geschehens der beste Freund des gemeinen Naughty Bären, da man von fast allen Bären darin nicht erkannt wird, weil man sich ein Blatt vor dem Kopf hält. Naughty rennt hinein und die Tarnung funktioniert augenblicklich. Das ist zwar nicht ganz logisch, aber hey, wir gehen hier auch mit einer Knarre auf die Verwandten der Glücksbärchies los. So niedlich die Kontrahenten aussehen, sie können auch austeilen und rufen sogar um Hilfe. Deswegen gilt es auch möglichst schnell alle Telefone auf der Insel zu sabotieren und alle Fluchtmöglichkeiten zu eliminieren, dazu zählen Wagen und Boote. Danach kann man seinen Opfern auflauern. Wird trotzdem Hilfe gerufen, wimmelt es sehr schnell nur so von Polizei oder dem Militär. Später bekommt man es mit Zombären, Robobären oder Ninja-Bären zu tun, die teilweise durchaus etwas einstecken können. Wer aufmerksam ist, bekommt die Möglichkeit einen seltenen und unschuldigen Einbären (ein Einhorn-Verschnitt) zu schlachten.
