Prince of Persia: Die vergessene Zeit im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Auch auf Nintendos Handheld macht der Prinz aus Persien eine recht ordentliche Figur.

Die drei Worte des Arbeitstitels "Prince of Persia", welche 1989 zum ersten Mal das Licht der medialen Welt erblickten, strotzen mindestens genauso vor zu erzählender Geschichte wie der verkörperte Prinz selbst. Das Motto für die nun folgenden Zeilen könnte getrost lauten: "Hilfe, jemand hat den Prinz geschrumpft". Wo die Heimkonsolen vorgelegt haben, dürfen die kleinen, mobilen natürlich nicht fehlen. Mit einigen neuen Features im Gepäck machten wir uns Unterwegs auf Wüstenwanderung und das ist der Erlebnisbericht!

Der Prinz ist das Opfer

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Dem Einen oder Anderen unter uns wird es sicher schon einmal so ergangen sein: Man wacht aus einem Schlaf, den manche Wissenschaftler mit bloßem Auge für einen komatösen Zustand halten würden, auf und weiß zunächst einmal nicht wie man sich bloß in diese Situation gebracht hat. Heutzutage geben einem in den meisten Fällen bereits hochgeladene Partybilder auf populären Social Networks die gesuchte Antwort für den Blackout. Dumm nur wenn man sich im alten Persien befindet und von der Erfindung des internetfähigen Computers ebenso weit entfernt ist, wie George Bush vom Friedensnobelpreis. Anstatt einer wilden Partynacht greift man in der guten alten Zeit noch auf den Klassiker zurück: Das Ritual. Ungeschickterweise hat sich unser Prinz für diesen Event die falsche Begleitung ausgesucht und wird somit Opfer eines ihm gegenüber nicht gerade zimperlichen Umgangs. Am Ende dieser Beschwörung gleitet unser Prinz völlig entkräftet zu Boden und ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Das ist nicht weiter schlimm, da der dunkle Gebieter erweckt wurde und ins Diesseits gelangt ist. Die drei Priester mutieren danach allerdings zu riesigen Gestalten, welche die schöne Welt auf eigene Rechnung zerstören wollen. Ihr zückt also Schwert und Akrobatik und zieht in den Kampf gegen die böse Übermacht. An eurer Seite dürft ihr mit Razia einen neuen Spielcharakter begrüßen. Wahlweise in eurem Schwert oder als Geist zugegen gibt sie euch Tipps, nervende Kommentare oder Erinnerungen.

Klein und handlich

Wer den Prinzen auf Nintendos Handheld in seinem neuesten Ableger sieht dürfte von der unverblümten "Knuffigkeit" überrascht sein. Klein und etwas pummelig wirkt er ein wenig wie das Wüstenpendant zum knallroten Erfolgsklemptner. Der Unterschied zu Mario bleibt erstaunlich klein, je mehr man sich mit dem Titel befasst. Als aller erstes fällt auf, dass es nicht mehr als den Stylus benötigt um den Prinzen seiner Bestimmung entgegen zu steuern. In fließenden Bewegungen in die gewünschte Richtung klettert, springt und hangelt sich der persische Thronfolger von Plattform zu Plattform. Stoßt ihr auf eurem Weg auf Gegner zieht ihr einfach ein paar Striche über ihren virtuellen Körper und sie segnen schon bald das Zeitliche. Die Kontrolle der Zeit im Sinne von zurückspulen und verlangsamen rettet euch vor Tod und zu schnellen Schaltern.

Die Spielwelt inklusive der Level erinnert jedoch erneut an den Jump'n'Run-König. Jedes Level ist im Stile eines klassischen "Mario" auf der Übersichtskarte mit einem eigenen Punkt verknüpft. Das Ende eines jeden Spielbereichs, welches euch einen weiteren Punkt der Weltkarte eröffnet, ist mit einem Brunnen markiert, ähnlich der Fahne des Genrevaters. Um euren Charakter weiter zu entwickeln solltet ihr einen Blick auf die Regale des Händlers werfen. Dieser bietet euch Erweiterungen der Lebensenergie, Ausdehnung der Zeitspanne die zurückgedreht und verlangsamt werden kann, neue Waffenstärke und coolere Outfits gegen die in den Level gesammelten Rubine. Habt ihr eine Lichtquelle an der Hand, könnt ihr euch in manchem Level auch einen Zusatzcontent freischalten wenn ihr die DSi-Kamera in den Lichtschein haltet. Hierbei ist der Hintergrund dieser Bonus-Stage ein von euch gewählter. Technisch ist der Titel äußerst solide und bringt euch die Stimmung des alten Persiens auch unterwegs in die Finger. Die Steuerung ist dabei sauber, funktioniert einwandfrei und ist im Handumdrehen erlernt. Die Augen bekommen ebenfalls gewohnt solide Kost und sehen abwechslungsreiche Passagen welche von hellen sowie dunklen Farben gezeichnet sind. Aus den Lautsprechern dröhnt leider keine Sprachausgabe, dafür aber eine gut abgestimmte Soundkulisse, welche jede Minute mehr Lust auf Abenteuer in der Wüste macht.

Meinung

Wertung zu Prince of Persia: Die vergessene Zeit (NDS)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
klassisches Spieldesignintuitive Steuerungunterschiedliche Klamottenschneller WiedereinstiegPerfekt für Unterwegs
Hirnlose Kommentare von Raziaauf die Dauer zu simples Gameplay, niedriger Schwierigkeitsgrad
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