Prince of Persia: Die vergessene Zeit im Gamezone-Test

Test Cubefanatiker

Macht der Prinz auch auf dem Handheld eine gute Figur oder hat er seine besten Zeiten schon hinter sich?

Andere Plattform, andere Story, anderes Spiel, gleicher Name. Auch der PSP-Ableger des persischen Prinzen trägt zwar den nichtssagenden Untertitel "Die vergessene Zeit", ist aber ein eigenständiges Spiel, welches nicht viel mit den anderen Versionen oder dem Prince-of-Persia-Kinofilm gemeinsam hat. Diesmal ist es der niederträchtige Feuergeist Ahihud, der dem Prinzen und seiner Familie nach dem Leben trachtet. Ihm wurde nämlich prophezeit, er werde durch die Hand eines "Helden mit königlichem Blut" sterben. Und da eine Prophezeiung nun mal gemacht wird, um erfüllt zu werden, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als loszumarschieren, um dem Bösewicht das Handwerk zu legen.

Wie in den anderen Versionen sind wir auch auf dem Handheld nicht alleine unterwegs. Leider begleitet uns aber keine gutaussehende Lady aus Fleisch und Blut wie im Kinofilm oder in anderen Teilen der Reihe, sondern ein Geist namens Helem. Sie ist die jüngste Tochter des Gottes der Zeit und verkörpert die Gegenwart. Helem erzählt dem Prinzen von Ahihuds finsteren Plänen, sodass der Thronerbe sich sofort aufmacht, um ihre Schwestern aus Ahihuds Fängen zu befreien und dessen Schicksal zu besiegeln.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Die Levels sind zwar, so wie es der Power von Sonys Kiste angemessen ist, in schickem 3D gestaltet, wir springen und klettern aber nicht durch den dreidimensionale Raum, sondern in traditioneller Jump'n'Run-Manier von links nach rechts. Dabei nutzen wir die altbekannten Moves des Prinzen, das heißt wir schwingen an Balken, laufen Wände hoch, halten uns an Vorsprüngen fest und passen dabei immer auf, nicht von rotierenden Sägeblättern erwischt zu werden oder in ätzende Säure bzw. ins Bodenlose zu fallen. Passiert dies doch einmal, wird uns ein Leben abgezogen und wir dürfen direkt an der Stelle, an der wir abgestürzt sind, einen weiteren Versuch starten. Sind alle Versuche verbraucht - am Anfang haben wir deren drei, im Laufe des Spiels bekommen wir zwei weitere hinzu - beginnen wir am letzten passierten Brunnen, der als Checkpoint dient. Obwohl der Prinz im Intro mühelos aus einem meterhohen Turm springt, ohne sich zu verletzen, reichen um Spiel schon relativ kleine Abstürze und unser Protagonist ist hinüber. Haben wir aber Glück und werden von Stacheln oder einem Sägeblatt erwischt, ohne zu fallen, schmälert dies nur unsere Energieleiste, ohne dass wir ein Leben verlieren.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit In den ersten Abschnitten geht das Kraxeln und Schwingen noch recht flott und einfach, kniffliger und interessanter wird es, sobald wir die erste von Helems Schwestern befreit haben. Nun können wir nämlich mit einem Druck auf die R-Taste Objekte beschleunigen. Meistens sind es Sandflüsse, die wir zu einem schnellen Strahl machen, damit Schalter betätigt werden oder damit er uns nach oben trägt. Später erhalten wir noch die Möglichkeit, die L-Taste zum Verlangsamen zu benutzen, wodurch wir Sandflüsse erstarren lassen, um diese als Balken zum Vorankommen nutzen zu können. Dies läuft dann zum Beispiel so ab: Über einer Schlucht befinden sich mehrere Sandflüsse sowie umherschwingende Stachelbalken, von denen wir nicht getroffen werden dürfen. Wir springen also im richtigen Moment ab und lassen, während wir in der Luft sind, den Sand erstarren, um diesen als Schwingbalken nutzen zu können und nicht ins Leere zu greifen. Oft können wir uns entscheiden, ob wir auch Sägeblätter oder Stachelbalken lieber erstarren lassen oder diese durch geschicktes Timing unserer Sprünge überwinden. In vielen sich in ähnlicher Weise wiederholenden Rätseln müssen wir den Sand auch mal zu Blöcken erstarren lassen und diese dann verschieben, um weiterzukommen. Das Leveldesign bietet kaum Überraschungen, ist aber solide. Es gibt zwar einige wenige Stellen, die beim ersten Versuch ohne den Verlust eines Lebens kaum zu schaffen sind, im Großen und Ganzen bleibt das Spiel jedoch fair. Wer es etwas fordernder haben will, kann versuchen, in jedem Level alle Elixiere einzusammeln, die sich oft an schwerer erreichbaren Stellen befinden.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Natürlich muss sich unser Prinz zwischendurch auch mit Ahihuds Schergen kloppen. Immer wenn es zum Gefecht kommt, wird ein kleiner Bereich durch zwei Wände eingegrenzt, in dem wir es meistens mit zwei Gegnern gleichzeitig zu tun bekommen. Um uns gegen die Handvoll von unterschiedlichen Gegnertypen zu wehren, können wir mit unserem Säbel zuschlagen oder blocken. Zu Beginn gibt es lediglich eine Kombo-Attacke, für die wir die Angriffstaste viermal hintereinander drücken müssen. Mit eingesammelten Elixieren können wir unsere Move-Palette aber um insgesamt fünf Techniken wie Auflade-, Konter- oder Sprungangriff erweitern. Dies ist auch bitter nötig, da nur Spezialattacken den Feinden wirklich nennenswert viel Energie abziehen.
Auch die Gegner können wir erstarren lassen, um beispielsweise Zeit zu haben, unseren Säbel für einen Superschlag aufzuladen. Insgesamt sind die Entwickler mit der Anzahl an unterschiedlichen Angriffsmöglichkeiten aber recht sparsam umgegangen. Zudem sind die Kämpfe abwechslungsarm und wirken aufgesetzt, da sie immer in abgetrennten Arenen stattfinden, ohne irgendwelche Besonderheiten der Levels mit einzubeziehen. Dies ist nur in den gut inszenierten, aber leider seltenen Bosskämpfen der Fall. Hier muss sowohl die Umgebung als auch das Beschleunigen bzw. Verlangsamen der Zeit eingesetzt werden, um zu gewinnen.

Am Ende eines Levels erhalten wir zur Belohnung bis zu neun Juwelen, je nachdem, ob wir genug Elixier eingesammelt haben, den Level innerhalb eines bestimmten Zeitlimits beendet haben oder nicht zu oft gestorben sind. Für diese Juwelen lassen sich dann Artworks und Musikstücke freischalten. Wirkliche Motivation, einen ganzen Level erneut zu spielen, ist das aber kaum.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk