Abwechslungsarme und öde Massenkeilerei mit Gegnern aus der Klonfabrik und geschichtlichem Hintergrund.
Abermals kredenzt uns Publisher KOEI-Tecmo eine zünftige Massenkeilerei und veröffentlicht mit Samurai Warriors 3 einen neuen Teil der Kampfspiel-Reihe, welche wiedereinmal mit diversen, kleineren Rollenspiel-Elementen aufgepeppt wurde. Dabei erscheint der neueste Teil exklusiv für Nintendos Wii, wobei man sich nebenbei erhofft, die Serie auch in Europa erfolgreicher zu machen. In Japan ist die Dynasty Warriors, bzw. Samurai Heroes-Reihe nämlich schon äußerst beliebt bei den Spielern, doch Hierzulande reichte es meist nur für durchschnittliche Wertungen. Kann man der westlichen Abstinenz mit Samurai Warriors 3 also ein Ende setzen?
Massenkloppe mit geschichtlichem Hintergrund
Samurai Warriors 3
Wie so oft bei Spielen dieser Reihe werden geschichtliche Ereignisse herangezogen, die die Rahmenhandlung der Massenkloppe bilden. Samurai Warriors 3 bildet da keine Ausnahme und so werden wir in die Sengoku-Epoche versetzt, welche eine der bewegtesten Zeiten in der japanischen Geschichte darstellt. Der Beginn der Sengoku-Zeit wird auf etwa 1477 n.Chr.datiert. Für die Hostoriker unter euch wäre dies etwa zu Zeiten des Ônin-Krieges und gegen Ende des Ashikaga-Shôgunats. In dieser Zeit galt das Land als zersplittert und war in viele Fraktionen unterteilt, die allesamt ihren Herrschaftsanspruch durchsetzen wollten. Ein idealer Hintergrund für das Spiel also, um möglichst viele verschiedene Armeen und Charaktere aufmarschieren zu lassen. Dabei hat man die Wahl zwischen insgesamt 37 verschiedenen Charakteren, welche euch 30 verschiedene Storys bieten, die sich allerdings nicht durch gravierende Änderungen im Gameplay oder den Umgebungen bemerkbar machen. In kleinen, durchaus ansehnlichen, Zwischensequenzen wird die jeweilige Kriegergeschichte erzählt, doch gestaltet sich das Gameplay in allen Fällen bedauerlicherweise nahezu gleich.
Aufmarsch der Klonkrieger
Samurai Warriors 3
Wie üblich steht man innerhalb der Schlachten Dutzenden von feindlichen Soldaten gegenüber, die man fein säuberlich zersäbeln muss. Dabei kann man zwischen vier verschiedenen Kontrollmöglichkeiten wählen. Entweder ihr zieht mit Wiimote und Nunchuck, dem Classic Controller bzw. Classic Controller Pro oder dem Gamecube-Pad in den Kampf, das sich ebenfalls anschließen lässt. Dies ist auch zu empfehlen, da es ohnehin keine bewegungssensitiven Passagen gibt, bei denen die Wiimote/Nunchuck-Kombi enrsthaft Sinn machen würde, weswegen man durchaus auf einen "herkömmlichen" Controller zurückgreifen kann. Wirklich anspruchsvoll wirkt die Steuerung ohnehin nicht, da es jeweils nur einen leichten, bzw. schweren Angriff, sowie die "Musou"-Attacken gibt. Fans der Serie dürften letzteres bereits aus vorhergegangenen Teilen kennen und können abermals auf mächtige Angriffe zurückgreifen, die der jeweilige Gegner nicht abblocken kann. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit diverse Waffen auf dem Schlachtfeld zu ergattern und diese aufzuleveln, so dass für ein wenig Abwechslung in der hauseigenen Waffenkammer gesorgt wird. Das generelle Spielgeschehen gestaltet sich aber immer gleich: Ihr betretet ein Areal und müsst dieses entsprechend säubern, wobei ihr nicht nur gegen das standesgemäßes Fußvolk, sondern auch gegen Truppenanführer und spezielle, stärkere NPC-Charaktere zu Felde ziehen müsst. Wirklichen Widerstand leisten diese in den niedrigen Schwierigkeitsgraden allerdings nicht, sondern warten oftmals nur wie Bäume im Wald darauf gefällt zu werden. Ernsthafter Anspruch ist anders. Das größte Manko diesbezüglich ist allerdings, dass es in den Kämpfen kaum Abwechslung gibt. M hetzt nur von Gegnergruppe zu Gegnergruppe, um den Kriegern den Schädel einzuschlagen. Erledigt man dabei diverse Bonusziele, winken einem am Ende des Levels nicht nur Erfahrungspunkte für Upgrades, sondern dadurch auch taktische Vorteile in der laufenden Schlacht. Dabei rast man meist im Verbund und großem Getöse auf die Feinde zu, doch unterm Strich hat man immer das Gefühl ganz alleine zu kämpfen und das, obwohl uns einige NPCs zur Seite gestellt werden.
Modi-Vielfalt und individuelle Noten
Samurai Warriors 3
In Bezug auf den Umfang des Spiels, braucht sich Samurai Warriors 3 nicht mal zu verstecken, da es vielfältige Modi gibt, die eine gewisse Langlebigkeit versprechen. Natürlich vorausgesetzt das recht stupide und sich immer wiederholende Gameplay stört niemanden. Im "Story Modus" schlagt und kloppt ihr euch durch die persönliche Geschichte diverser wählbarer Charaktere, die nach einer entsprechenden Einsatzbesprechung für ordentlich Chaos auf den Schlachtfeldern sorgen dürfen. Dabei kann man sogar Pferde bemannen und durch die Reihen wüten. Doch aufgrund der etwas nachteiligen Kameraperspektiven steigt man schnell vom hohen Roß und kloppt sich lieber per pedes durch die gegnerischen Horden. Zwar mag der Vergleich an dieser Stelle etwas arg hinken, doch wer einmal die Animationen der Pferde in Red Dead: Redemption gesehen hat, der wird die mageren Animationsphasen der "Samurai-Klepper" nur müde belächeln.
Samurai Warriors 3
Im "Historischen Modus" kann man die besagten Kämpfe der Sengoku-Ära nochmals nacherleben, auch wenn man sich dabei nicht allzu sehr auf geschichtliche Fakten verlassen sollte, da der Ablauf recht "frei" interpretiert wurde. In diesem Modus könnt ihr mit einem eigens erstellten Charakter antreten, den ihr im entsprechenden Editor des Spiels zusammenschustern könnt. Dieser trumpft zwar nicht mit einer übermäßigen Auswahl an Einstellungsmöglichkeiten auf, doch erlaubt es diverse Rüstungen anzulegen bzw. farblich zu gestalten. Auch kann man die Art der Waffe wählen, um sich anschließend Stufe um Stufe zu verbessern und vorzukämpfen. In "Burg Murasame" hingegen bietet sich dem geneigten Spieler eine Art lineares Action-Adventure, dessen Ablauf sich im Grunde genommen aber nicht vom Rest des Spiels unterscheidet. Will heißen: Man darf abermals dutzenden von Gegnern den Kopf einhämmern, wobei man hier auch via Online-Anbindung zu Werke schreiten kann und das Gegneraufkommen vergleichsweise niedrig ist. Der "Freie Modus" dagegen ermöglicht es, bereits absolvierte Kapitel des Story-Modus noch einmal mit einem Charakter seiner Wahl nachzuspielen, wobei die Angelegenheit im co-op Mode des Spiels immer noch am meisten Spaß macht. Zusammen mit einem Kollegen auf die Gegner einzudreschen ist halt ungleich spaßiger. Auch hier gibt es jedoch wenig Abwechslung sondern nur eins: Kloppen bis der Arzt kommt.
