Wieder einmal eine eher mäßige Umsetzung die im Fahrwasser des Kinofilms mitzuschwimmen versucht.
Im Geldbeutel derjenigen Zocker in unserer Gemeinde, die mit Vorliebe Kinofilm-Umsetzungen spielen, geht derzeit richtig die Post ab. Mit "Iron Man 2" und der passend zum Film erschienenen aber eigenständigen Version von "Prince of Persia" zogen gleich zwei Lizenztitel das hart verdiente Geld aus den Taschen. Kaum hatten sich Geldbeutel und Konsole erholt, kommt mit "Kampf der Titanen" die virtuelle Umsetzung des aktuell im Kino zu sehenden Films in den Handel. Wird dieses Spiel selbst ein Titan, oder beißt es sich an selbigen die Zähne aus?
Die drei Brüder
Kampf der Titanen
Die Erfahrung des Videospielers lehrt, dass es noch nicht einmal in der virtuellen Welt einen definitiven Ursprung allen Lebens gibt. Für "Kampf der Titanen" sind die titelgebenden Titanen das Quell aller Existenz. Die Titanen haben ihrerseits der Söhne drei: Zeus, Poseidon und Hades. Wie rebellische Kinder nun einmal sind, gefiel den drei Rotzlöffeln die heimische Situation samt Erzieher irgendwann nicht mehr und sie fingen an sich gegen ihre Eltern aufzulehnen. Dabei kommen den Burschen drastische Mittel in den Sinn um ihren Plan in die Tat umzusetzen. Demokratisch entschieden sie, dass Hades ein Stück seines göttlichen Körpers opfern soll, damit daraus ein unsäglich schreckliches Monster entstehen soll - die Geburtsstunde des Kraken. Mit diesem Ungetüm stürzten sie das Elternhaus und heimsten die gesamte Herrschaft ein. IQ-Speerspitze Zeus hatte nicht nur in der Gruppendiskussion ein gutes Händchen bewiesen, sondern sicherte sich gleich nach dem Putsch auch noch die Macht über das Himmelreich. Poseidon gab sich mit dem Meer zufrieden. Hades hingegen, nun, der arme war leider der gelackmeierte und musste sich der dunklen Unterwelt annehmen.
Kampf der Titanen
Die Menschen auf der Erde waren den drei Brüdern über Jahrzehnte und Generationen treu, opferten fleißig und beteten fromm. Bis es eines Tages zu Hungersnöten und somit zu drastischen Verschlechterung der Lebensverhältnisse einiger Erdbewohner kam. Es dauerte nicht lang und es bildeten sich Gruppierungen die gegen die Götter vorgingen. So wurden Idole zerstört, Gebete eingestellt(der Nährboden der Götter) und alles Erdenkliche unternommen um den Göttern den Mittelfinger zu zeigen. Ein denkbar utopischer Konflikt ward geschaffen...
Von Göttersöhnen und Kraken
Kampf der Titanen
Im Spiel schlüpft ihr in die Rolle des Fischersohnes Perseus, dessen Heimat die Insel Paxos ist. Die vorherrschende Hungersnot und Armut lassen auch die Dorfbewohner unserer Heimat an der Güte der Götter zweifeln. Obwohl Perseus eigentlich nur in die Fußstapfen seines Vaters treten will, gerät er sehr bald zwischen die verhärteten Fronten von Menschheit und Göttern. Als Paxos von Soldaten heimgesucht wird, welche die Revolution gegen die Übermächtigen anführen, wird Hades auf den Plan gerufen und zerstört kurzerhand unser Dorf inklusive Familie. Kurz darauf treibt es uns in die Großstadt Argos an den königlichen Hof. Dort kreuzen sich die Wege unseres Helden mit dem Herren der Unterwelt erneut. Diesmal möchte er ein weitaus größeres Exempel der göttlichen Macht statuieren und will die Prinzessin opfern. Da das Königtum verständlicherweise nicht dazu bereit ist, droht Hades damit den Kraken von der Leine zu lassen, wenn die Prinzessin nicht binnen 10 Tagen geopfert ist. Und so beginnt eure Hatz nach dem Kraken, gegen die Zeit und viele Gegner.
Kampf der Titanen
Das Handling unseres Schergen ist am einfachsten mit "God of War" zu vergleichen. Allerdings sollte man jetzt schon jeglichen Hoffnungsschimmer auf einen Klon des Verkaufsschlagers im Keim ersticken. Denn an diese Messlatte kommt das Spiel bei weitem nicht heran. Aus der Verfolger-Perspektive heraus dirigiert ihr Perseus durch die unterschiedlichen Quests und Welten der Geschichte. Durch die Integration von Quests besitzt das ansonsten sehr actionlastige Gameplay Anleihen aus dem Rollenspiel-Sektor. Doch dort hören die Anleihen im anderen Genre-Gefilde aber noch nicht auf. Im Kampf gegen alle möglichen Fantasiewesen kann sich Perseus die Waffen seiner Gegner aneignen und diese aufleveln. Diese "Zweitwaffe" genannte Kampfunterstützung kann auf vier Slots des Digikreuzes gelegt werden. Das Waffenarsenal ist hier sehr üppig ausgefallen und bietet von Heilsteinen, über besondere Kristalle bis hin zu Hämmern und Bögen alles was das Herz eines echten Hack'n'Slay-Fans begehrt. Jede Waffenkategorie ist locker nochmal in 10 Varianten aufgeteilt, sodass ihr euch wahrscheinlich beim Aufwerten die Finger blutig drückt. Punkte für diese Aufwertung ergattert ihr wenn die gleiche Waffe im Zweitwaffenraub gestohlen werden kann, oder die Waffe einfach öfter zum Einsatz kommt. Die Entwaffnung ist in einem Quicktime-Event inszeniert in dem es darum geht einen sich verkleinernden Kreis innerhalb einer Markierung zu stoppen. Hier erinnerten wir uns stark an die Kreise von "Lost Odyssey", mit welchen wir diese wohl auch am ehesten vergleichen würden. Diese Zusatzwaffen sind im Gegensatz zu Perseus Primärwaffe nicht unbegrenzt einsetzbar. Ein Energiebalken leert sich zunehmend, je öfter ihr euch die Verstärkung zu Nutze macht. Aufgefüllt wird die Leiste durch Seelenraub an eurem Gegenüber. Seid ihr von Feinden umzingelt und ihr setzt euch tapfer zur Wehr leuchtet euer Schwert in einer bestimmten Farbe, welche dann bestimmte Auswirkungen auf den Ausgang des Kampfes hat. Beispielsweise könnt ihr bei einer grünen Einfärbung einen Kettenraub starten und entledigt euch so alle Widersacher mit einem Streich. So traurig es auch ist, aber das üppige Waffenarsenal bildet das Highlight des Spiels.
