Bei Naval Assault handelt es sich nicht um eine U-Boot-Simulation, sondern um ein Arcade Game mit U-Boot Flair.
Liest man sich den Verpackungstext von Naval Assault durch, könnte man glatt meinen es mit einem Silent Hunter für Konsolen zu tun zu haben. Da wird uns nämlich ein abwechslungsreiches und aufregendes Gameplay versprochen, spannende Gefechte über und unter Wasser sowie ein wettbewerborientiertes Spielen online. Wir sollen es mit mächtigen Seefahrzeugen und unerbittlichen Feinden zu tun bekommen während wir die Weltmeere befahren. Leider lässt uns schon das dreiminütige Tutorial erahnen, das dem ganz und gar nicht so ist.
Naval Assault: Killing Tide
Denn schon die Steuerung unseres amerikanischen U-Bootes der Sentinel Klasse zeigt, dass wir es hier mit einem astreinen Arcade-Game zu tun haben. Das Boot beherrscht ausschließlich die Überwasser-, Schnorchel- und Tiefseefahrt, was gefühlten 15 Metern entspricht. Dabei steuern wir auch nicht direkt die gewünschte Tiefe an, sondern tippen kurz auf das Steuerkreuz und das Boot begibt sich auf die entsprechende Tiefe. Steht uns dabei eine Mine im Weg, haben wir Pech gehabt, stur versucht das Boot die befohlene Tiefe zu erreichen. Gelenkt wird das Ganze mit dem linken Stick und umschauen können wir uns mit dem rechten. Eine Innenansicht existiert nicht, allerdings können wir durch das Seerohr gucken, welches automatisch ein- und ausfährt. Im aufgetauchten Zustand gibt es zudem den Blick durch das Fernrohr sowie die Position hinter dem Flak, die eingenommen wird um sich der Flieger zu erwehren.
Naval Assault: Killing Tide
Was wirklich erstaunlich ist, ist die Wendigkeit der insgesamt vier verfügbaren U-Boote. Zwar steuern sie sich wie ein Fahrrad unter Wasser, doch kann man nicht bemängeln, dass sie einem nicht gehorchen würden. Generell muss man sagen, dass Naval Assault keinesfalls für U-Boot-Freunde oder Technikbegeisterte geeignet ist, denn weder verhält sich unser Boot wie ein U-Boot, noch kann man die bekannten Taktiken anwenden. Es ist nicht möglich die Feindflugzeuge mit der Flak auf Abstand zu halten um die benötigte Zeit für den Abtauchvorgang zu erhalten, denn die Flieger ziehen stur ihre Bahn, weichen dem Beschuss nicht aus und treten generell oft in unglaublicher Anzahl auf. Es darf euch auch nicht wundern, dass ihr im Falle des Entdecktwerdens von einem ganzen Geschwader Bomber angegriffen werdet.
Naval Assault: Killing Tide
Das passt aber gut zu der abstrusen Story, die sich angeblich am zweiten Weltkrieg orientiert. Bereits in der ersten Mission müsst ihr beispielsweise einen deutschen Bombenangriff auf New York abwehren. So mitten im Hafen, umgeben von Kriegsschiffen mit dicken Geschützen, erhaltet ihr als einziges U-Boot den Auftrag mehrere Angriffswellen deutscher Bomber abzuwehren. Für nichts anderes wurden U-Boote gebaut, nicht? Andere Aufträge fielen da schon plausibler aus, wie das gezielte Ausschalten eines bestimmten Schlachtschiffes und anschließender Flucht oder das heimliche Abfangen von Funkbotschaften. Was hingegen wirklich nervt sind die gern und oft vorkommenden Minenfelder unter Wasser. Diese nämlich sind ausgerechnet ausschließlich in den beiden Tiefen verlegt die auch unser Boot beherrscht und können wegen der grundsätzlich schräg auf das Boot blickenden Verfolgerkamera auch nur schwer ausgemacht werden.
Naval Assault: Killing Tide
Dazu gesellt sich das mitunter wirklich üble Missionsdesign, welches in seiner Einfachheit nur noch von der präsentierten Grafik überboten wird. Auch wenn es meist in blumigere Worte gefasst wurde, geht es immer nur darum einen bestimmten Punkt zu erreichen, dort etwas abzuhören oder zu versenken und wieder zu flüchten. Dazwischen liegen gerne die eben erwähnten Minenfelder und schon bald tauchen auch gegnerische U-Boote auf dem nassen Schlachtfeld auf. Einzig die Schleichfahrt funktioniert wirklich gut, um nicht zu sagen zu gut. Bei langsamer Fahrt in Seerohrtiefe nämlich können wir den Feindschiffen praktisch schon die Hand reichen ohne gesehen zu werden. Es passierte uns sogar einige Male, dass wir diese berührten und zur Seite geschoben wurden, woraufhin wir schnell mal ab- und wieder auftauchten, schon waren wir wieder aus dem Blickfeld der bösen Nazis entschwunden.
Die gebotene Grafik besitzt eigentlich nur zwei schöne Momente, nämlich die U-Boote selbst und die Wasseroberfläche im Sonnenuntergang. Schon die Feindschiffe sehen deutlich einfacher aus, sind aber noch erträglich ausgefallen, wohingegen das umliegende Land und die sich darauf befindlichen Objekte, wie Geschütze und Häuser, wahrlich unterirdisch aussehen. Torpedotreffer werden per besonders einfachem Spritzeffekt quittiert und größere Schiffe zerbrechen sogar in der Mitte beim Untergang. Am eigenen U-Boot hingegen gibt es keinerlei Schäden zu sehen, selbst wenn wir versenkt werden.
