Was die Entwickler von High Voltage abliefern ist überhaupt nicht legendär, sondern öde und fad.
Erinnert ihr euch noch an Gladiator A.D., welches auf der E3 im Jahre 2009 angekündigt wurde? Dieses Spiel aus dem Hause High Voltage (The Conduit) ist nun endlich fertig gestellt, steht allerdings unter dem Namen Tournament of Legends in den Läden. Nachdem man einen gewissen Änderungsprozess in Sachen Design durchlaufen hat, hält der geneigte Wii-Besitzer nun einen recht bunten Fantasy-Prügler in den Händen, in dem sich allerlei mythische Wesen ordentlich die Köppe einhauen. Ob der Ausflug in die Welt von Tournament of Legends als gelungen angesehen werden kann, erfahrt ihr im nachstehenden Review.
Mythologische Vergewaltigung
Tournament of Legends
Geschichtsexperten hätten wahrlich ihre Freude an diesem Spiel, da wirklich alles aus der griechischen, bzw. römischen Mythologie in einen Topf geworfen und ordentlich durchgeschüttelt wurde. Heraus kommt ein Gemisch, das mit den Überlieferungen wenig zu tun hat und so geht es in Tournament of Legends darum, zum mächtigsten Krieger der Antike aufzusteigen. Was auch sonst? Nur 8 Charaktere sind von Anfang an spielbar, wobei 2 weitere im Verlauf des Spiels frei geschaltet werden können. Keine große Auswahl und wenn man sich andere Vertreter des Genres anschaut, dann wirkt die geringe Auswahl schon fast urzeitlich. So steigen z.B. Jupiter, der König der Götter in der römischen Mythologie, und Narcia, ein Abbild der Medusa aus den griechischen Sagen in den Ring, um sich ordentlich die Kauleisten zu vermöbeln. Und weil wir uns ja an sämtlichen Legenden vergreifen, darf auch Bast, das Auge des Ra, mitspielen, um dem bronzenen Roboter Volcanus die Schrauben aus dem Blechmantel zu kloppen. Abgerundet wird das Krieger-Line Up durch den Naturburschen Bravehoof, die Schlachtengöttin Kara, sowie den beiden Dämonen Akki und Goryo. Highlight der Mythenverwurstung ist allerdings Marcus, ein römischer Held, welcher allerdings eher wie die prollige Version von He-Man in Szene gesetzt wurde. Wer den weiblichen Bonuscharakter Valeska freispielen möchte, der muss diese hierfür im Story-Modus des Spiels mit irgendeiner Figur schlagen. Thanatos hingegen lässt sich ungleich schwieriger freischalten, da man das Spiel mit allen Charakteren (inklusive Valeska) durchzocken muss, um ihn der Riege hinzufügen zu können. Aber ganz ehrlich: Dies werden nur die wenigsten tun, da das komplette Charakterdesign irgendwie sehr uninspiriert wirkt und sicherlich nur wenige Spieler vollends zu begeistern weiß.
Rudimentäres Fuchtel-Gameplay ohne Umfang
Tournament of Legends
Tournament of Legends ist ein reinrassiges Prügelspiel, soviel steht fest. Allerdings haben die Entwickler versucht, dem Ganzen etwas Variation zu verleihen und haben deswegen verschiedene Waffen und Fähigkeiten eingebaut, die man nach und nach freischalten und verwenden kann. Darüber hinaus gestalten sich Steuerung und Gameplay mehr als rudimentär, da es nicht viele Aktionsmöglichkeiten gibt. Jeder Charakter verfügt über drei Angriffsarten, eine Extra- und eine Wurfwaffe die er gegen seine Feinde zum Einsatz bringen kann. Während ihr mittels Bewegung der Wiimote und dem Nunchuck auf den Gegner eindrescht, könnt ihr Gegenangriffe mit dem Z-Knopf blocken. Mit "A"-Button und dem Control-Stick wird die jeweilige Magie- oder Spezialwaffe verwendet, während man mit dem C-Button diverse Projektile abfeuern und mit dem Minus-Knopf Zaubersprüche aktivieren kann. That's it! Im Grunde genommen gar nicht so schlecht, doch geht die Fuchtelsteuerung schnell in die Arme und sorgt für Ermüdungserscheinungen. Daran haben die Entwickler allerdings im Vorfeld gedacht, weswegen man auch den Classic Controller einsetzen kann, was dringend zu empfehlen ist.
Tournament of Legends
Hat man einen Gegner besiegt, so wandert dessen Spezialangriff oder auch die jeweilige Waffe in unseren Besitz über und wir können diese in der nächsten Runde zum Einsatz bringen. Gekämpft wird übrigens in einer Art 3rd Person Perspektive in der sich die Kämpfer leicht versetzt gegenüber stehen. Eine Markierung am Boden zeigt hierbei an, wie es um die Schlagreichweite des jeweiligen Kämpfers bestellt ist, was irgendwie mehr an ein Boxspiel und weniger an einen Arcade-Prügler erinnert. Als innovativ sollten sich wahrscheinlich die eingestreuten Quick Time Events in den 10 Arenen erweisen, mit denen man diverse, große Ungetüm heraufbeschwören kann, doch irgendwie wird der Spielfluß hierdurch stark gehemmt, da der eigentliche Kampf unterbricht. Auch wenn ein Gegner in die Knie geht, so ist dieser nicht zwangsläufig K.O., sondern kann seine Energie mit weiteren, wilden Fuchtelbewegungen wieder aufladen. Zwischen den jeweiligen Runden ist es sogar möglich Energie UND Rüstung wieder instand zu setzen, doch irgendwie fruchtet diese Idee nicht und man hat ständig das Gefühl ausgebremst zu werden.
Tournament of Legends
Wer einen Blick auf die Modi des Spiels wirft, wird derbe enttäuscht, da es lediglich zwei nennenswerte gibt, lässt man den Trainings-Modus einmal außen vor. Mit dem Story- und dem Versus-Mode ist Tournemant of Legends nicht gerade üppig bestückt und zieht im Vergleich zu anderen Spielen dieses Genres wieder den Kürzeren. Zudem können die Kämpfe nur lokal und nicht via Online-Verbindung ausgetragen werden, was sich als nächster Nachteil herausstellt. So gibt es im Hinblick auf Modi-Vielfalt typisch rudimentäre Kloppereien die in den 80ern vielleicht noch "Up-to-Date" waren, doch heute sicherlich niemanden mehr hinter dem Ofen hervor locken.
