Kampferprobte Fans des Animes werden sehr viele Stunden mit ihrer PSP verbringen können.
PlayStation 2 Veteranen unter uns werden den Namen "Fullmetal Alchemist" noch als reinrassiges Japano-Rollenspiel kennen, zumindest diejenigen, die über eine amerikanische PS2 verfügten, denn die Serie ist in PAL-Regionen nie erschienen. Anders hingegen sieht es beim derzeitigen Ableger für die PSP aus. Dieser ist in Japan unter dem Namen "Fullmetal Alchemist Yakusoku no Hi he" und in PAL-Gebieten auf den Markt gekommen. Ausnahmsweise müssen sich die Amerikaner "nur" mit der gleichnamigen Anime-Serie zufrieden geben. Ach ja, die Rede ist von "Fullmetal Alchemist: Brotherhood".
Japan lässt grüßen
Fullmetal Alchemist: Brotherhood
Wie es sich für das Land der aufgehenden Sonne gehört, ist die Hintergrund-Story etwas ... sagen wir ... kurios, zumindest für westliche Verhältnisse. Die Geschichte beginnt in Resembool mit den beiden Brüdern Edward und Alphonse. Alles lief in angenehmen Bahnen für die beiden, bis eines Tages ihr Vater auf mysteriöse Weise verschwindet und auch die Mutter sehr plötzlich verstirbt. Resultierend aus der tiefen Traurigkeit über diesen Verlust beschließen die Brüder ihre Mutter zurück zu holen. Mit der Macht der Alchemie und einem starken Willen gehen sie ans Werk, und es kommt wie es kommen muss: Alles geht schief. Dass Edward sein linkes Bein verliert, ist vielleicht noch eher zu verschmerzen als der Verlust des ganzen Körpers, das Schicksal, das Alphonse erleben muss. Aus der Not und aus der Angst auch noch seinen Bruder zu verlieren, setzte Edward seine Macht erneut ein und verbindet die Seele von Alphonse mit einer eisernen Rüstung. Nur leider forderte auch dieser Versuch wieder ein Opfer, denn Edward verliert erneut ein Körperteil; Seinen rechten Arm. Zum Glück erhält Edward High-Tech Prothesen, damit er sein ehrgeiziges Ziel weiter verfolgen kann. Um in Zukunft keine weiteren Fehlschläge dieser Art hinnehmen zu müssen, lässt sich Edward zum Staats-Alchemisten ausbilden, vor allem um den Körper seines Bruders und auch seine eigenen Gliedmaßen wieder herzustellen. Bei den Studien vieler Bücher erfährt Edward vom "Stein der Weisen". Mit dessen Hilfe möchte er sein Ziel in die Tat umsetzen. Doch vorher muss dieser mysteriöse Stein erst mal gefunden werden.
Buch oder Spiel
Fullmetal Alchemist: Brotherhood
Abstruse Hintergrundgeschichten sollten nach Möglichkeit auch im Spiel weitererzählt werden - nur leider haben es die Entwickler damit etwas zu ernst genommen. Während des gesamten Spiels wird der Spieler sprichwörtlich erschlagen, und zwar mit jeder Menge Textboxen. Ein Dialogfenster jagt das nächste, um so die Story voran zu treiben. 'Na gut' werden einige denken, ist doch normal für ein Rollenspiel! So gesehen richtig, nur leider handelt es sich bei "Fullmetal Alchemist: Brotherhood" nicht um ein RPG sondern um einen Arena-Prügler im Stil von z.B. "Naruto", gespickt mit ein paar winzigen Rollenspiel-Anleihen. Und diese beschränken sich auf das geradlinig vorgegebene Verteilen von Skill-Punkten, die den Spielfiguren zu neuen Angriffen und Verbesserungen der Statuswerte verhelfen.
Komplex ist nicht nur die Geschichte
Fullmetal Alchemist: Brotherhood
So verzwickt wie die Story, gestaltet sich auch die Steuerung. Nicht nur das man auf den Analog-Stick gänzlich verzichten muss, sondern auch die Belegung der Buttons bedarf einer längeren Einspielphase. Kompliziert wird das Ganze durch die Doppelfunktionen der Tasten. Nicht selten passiert es, dass man etwas verwirrt den falschen Knopf betätigt und dadurch seinen Kampf verliert. Zum Glück gibt es einen kleinen Trainingsmodus, in dem wenigstens die grundlegende Steuerung erklärt wird. Ansonsten heißt es üben bis die Finger dampfen, denn der Story-Modus ist vom Schwierigkeitsgrad absolut nicht ohne. Geübte Spieler werden anfangs keine Probleme haben sich in den Arenen zu behaupten, zumindest was den Hauptstrang der Geschichte betrifft. Aber die Weltkarte bietet noch einiges mehr. So müssen einige Nebenmissionen bestritten werden, in denen nicht selten andere Grundbedingungen herrschen als in den Haupt-Quests. Da man es bei den Kämpfen nicht nur mit einem Gegner zu tun bekommt und auch der "eiserne Bruder" beteiligt ist, verliert man ab und an die Orientierung, was auch durch das Zielsystem nicht wirklich erleichtert wird. Zu ungenau funktioniert es bisweilen, was den Spieler wertvolle Energie kosten kann, und damit den Sieg. Auch die Einblendungen, wann ein Kombinationsangriff mit den Brüdern möglich ist, irritiert nicht selten. Der Bildschirm wirkt in solchen Momenten einfach überladen und unübersichtlich.
