Der zweite Teil der actionlastigen Flugsimulation ist da, weist aber leider nur wenige Neuerungen auf. Ob das reicht?
Mit H.A.W.X. wurde das Tom Clancy-Franchise im letzten Jahr um eine sehr casuallastige Flugsimulation erweitert, die nur wenig Wert auf Realismus und mögliche Flugeigenschaften und -manöver legte. Stattdessen gab es unmöglich coole Loopings und Action satt. Nur knapp ein Jahr hat man sich Zeit gelassen, um den jetzt auf Xbox 360 erschienen Nachfolger auf den Markt zu werfen. Auf die Playstation 3 kommt H.A.W.X. 2 am 10. September, PC-Spieler müssen sogar noch bis Oktober warten. Wir waren dennoch schon vorab in der Luft.
Tom Clancy's Hawx 2
Die große Entwarnung gibt es gleich zu Beginn: H.A.W.X. 2 ist kein bisschen realistischer geworden und somit noch genauso spielbar, wie eh und je. Tausende Knöpfe, Einstellungen und sonstiges, was man von anspruchsvollen Flugsimulatoren kennt, braucht man nicht befürchten. Stattdessen kommt H.A.W.X. seit jeher mit einer eher einfachen Steuerung aus, welche sich sehr actionlastig gibt. Innovativ waren letztes Jahr noch das ERS, Enhanced Reality System, und der OFF-Modus, ansonsten bot sich ein recht gutes Arcade-Flugactionspiel. Dieses Jahr ist nur wenig neues im Gepäck: Nachdem die Amerikaner mit Terroristen im Nahen Osten zu kämpfen haben und russischen Piloten mit top ausgestatteten Separatisten zu tun haben, geht man zu Beginn mal endlich von einem Kalter Krieg-freien Szenario aus. Ein Tom Clancy wäre aber nicht ein Tom Clancy, wenn nicht wenigstens ein wenig Russen-Bashing (zur Zeit beliebt wie früher im Film: Bad Company, H.A.W.X., Vanquish...) mit von der Partie wäre. Die beiden eigentlich getrennten Storyfäden und Charaktere, die man übernimmt, führen am Ende doch zusammen.
Tom Clancy's H.A.W.X. 2 - Story Trailer
Tom Clancy's Hawx 2
Dabei beginnt H.A.W.X. 2 so friedlich. Auf einem Erkundungsflug an der Prinz Faisal Air Base sollen wir mehrere Autokonvois identifizieren. Während wir einen feindlichen angreifen, wird die Base von Raketen angegriffen und fast komplett zerstört. Grund genug für Amerika, sich die bösen Terroristen zu schnappen. Es entbrennt ein Krieg zwischen unseren H.A.W.X.-Jägern und Aufständischen, der aber immer wieder von Missionen in Russland unterbrochen wird. Dort sind anti-westliche Spalter auf dem Vormarsch gegen den Präsidenten, den sie stürzen wollen. Am Ende erlangen sie sogar die Macht, greifen Norwegen an und können nur noch von US-Streitkräften aufgehalten werden. Eine Menge Pathos und einen Atomschlag später geht es zum Showdown über: Star Wars-like fliegen wir durch einen nur wenige Meter hohen Bunker (mit einem Jet!!!) und müssen unser Ziel zerstören. Der Lohn für die vielen Versuche, die wir unternehmen mussten um da durchzukommen: Der Funkspruch "Wow, du hast die Welt gerettet. Danke!" untermalt mit sphärischer Musik. Und wir dachten schon, das Kane & Lynch 2 Ende wäre grottig!
Ground-Control
Tom Clancy's Hawx 2
Erstmals kann man in H.A.W.X. 2 auch am Boden agieren, so starten einige Missionen etwa nicht erst in der Luft, sondern damit, dass man die Turbinen starten und zum Rollfeld fahren muss. Spielerisch hat das zwar wenig Tiefgang, vor allem weil die Flugzeuge bei der kleinsten Fehlsteuerung auf der Bahn zurückgesetzt werden, lustig ist es aber allemal. Sinnvoll umgesetzt ist das leider nur in einer Mission. Darin wird unser Rollfeld gerade angegriffen, man muss seinen Häschern förmlich entkommen. Das Landefeature ist da schon sinnvoller. So kann man in großen Gefechten, in denen man seine Munition schnell verballert, landen und seine Vorräte aufstocken. Auf einer Ölbohrinsel etwa, welche Bodentruppen für uns eingenommen haben, ist eine Landebahn angebracht, auf der wir nach dem mehrteiligen Einsatz nachtanken können, um dann zum nächsten Ziel zu fliegen. Leider gilt dabei: Mit oder ohne Hilfe des ERS sind Landungen todeinfach, ein wenig mehr Anspruch wäre schön gewesen.
Tom Clancy's Hawx 2
Ein eher kompliziertes Flugmanöver haben die Macher von Ubisoft in der Luft neu umgesetzt: Dort kann man jetzt an einigen Stellen auftanken. Das passiert in einer Art Minigame. Ist man mit der passenden Geschwindigkeit hinter einem Tankflugzeug, fährt dieses einen Tanktrichter aus. Mit seinem Stutzen muss man dann diesen Trichter treffen. Um hier nicht ganz so nervös zu übersteuern, kann man den Flieger nur mit den Schultertasten lenken, je näher man an den Trichter kommt, desto mehr fokussiert der Zoom auf das Ziel. Ganz schön tricky am Anfang, mit etwas Übung verliert aber auch dieses Minigame schnell an Attraktivität.
