Der XBLA-Titel versprüht zwar das typische Drakula-Flair, hat aber auch seine Macken.
Mit Castlevania: Harmony of Despair geht Microsofts "Summer of Arcade 2010" in eine weitere Runde und bietet den Fans der Vampirjäger-Saga ein neues Kapitel der Spielserie. Dabei gibt man sich äußerst traditionell und bietet den Spielern klassische 2D-Kost, die einen mitunter bitteren Beigeschmack hat. Warum dies so ist und welche Zutaten im Kochtopf der Entwickler landeten, könnt ihr mit Hilfe des folgenden Reviews in Erfahrung bringen.
Die alte Leier; Ohne großes Tam-Tam
Castlevania: Harmony of Despair
Was wäre die Castlevania-Serie ohne Vampire, Zombies, untote Ritter und Skelettkrieger? Sicherlich wie Pommes ohne Ketchup, Bratwurst ohne Senf, etc. p.p.; Ihr kennt die Allegorien bestimmt zu genüge und so dürfen diese Gestalten in Harmony of Despair natürlich keinesfalls fehlen. Eine Story bekommt man jedoch nicht wirklich geboten und so muss man es mehr oder weniger als gegebene Tatsache hinnehmen, dass fünf tapfere Helden in die Schlacht ziehen und sich durch diverse Dungeons zu kämpfen haben. Wie diese "Fünf Freunde" zusammenkamen oder wie deren Beziehung zueinander ist erfährt man allerdings nicht und so geht es ohne Umschweife los mit der Zerstörung der Festung, in der die fiesen Kreaturen hausen.
Schon einmal auf einer Übersichtskarte gespielt?
Castlevania: Harmony of Despair
Wenn eure Antwort zu dieser Überschrift "Nein" lautet, dann solltet ihr einmal einen Blick riskieren, denn obwohl man sich an einer klassischen 2D-Darstellung orientiert, bekommt man einen sehr großen Teil der Karte des Spiels zu sehen den man mittels Zoom verkleinern und vergrößern kann. Die Übersichtskarte von einst wird sozusagen zum Spielfeld von heute. Das kann anfangs durchaus zu Verwirrungen führen, da die Darstellung des eigenen Charakters recht klein ausfällt und stets ein großräumiges Areal sichtbar ist. Man tastet sich also nicht von Raum zu Raum vor, wie man es aus früheren Spielen kennt, sondern kann diese gleichermaßen sehen, aber nicht unbedingt betreten. Hierbei gilt es erneut einige Schalterrätsel zu lösen und jede Menge Untote ins Jenseits zu befördern, doch allzu leicht ist die Aufgabe nicht wirklich. Castlevania: Harmony of Despair ist gerade für Anfänger eine recht harte Nuss, doch die Hardcore-Fans werden den üppigen Schwierigkeitsgrad begrüßen. In einem Durchlauf ist es auf jeden Fall nicht möglich, sich durch die 6 Karten des Spiels zu kämpfen. Moment mal; Nur 6 Karten? Das klingt recht wenig, doch wenn man sich Größe und Schwierigkeitsgrad dieser Level anschaut, dann ist man schon eine Weile beschäftigt, bis alle Abschnitte absolviert wurden. Zudem gibt es ein Zeitlimit, welches gnadenlos gegen den Spieler arbeitet und darüber hinaus kann das Spiel auch nicht pausiert werden um Luft zu holen. So gilt es recht fix durch die Level zu sprinten und nicht allzu viel Energie während der Kämpfe zu verlieren. Zwar gibt es hier und da einige Gegenstände, die euren Lebenssaft erhöhen, doch ist man erst einmal gestorben, so muss das komplette Level nochmals gespielt werden, da es keinerlei Checkpoints gibt. Das führt mitunter zu Frustattacken, weil man mit der Wut ringt, wenn wieder einmal die Zeit abgelaufen ist oder der jeweilige Endgegner den letzten Happen Energie raubt. Nichts gegen schwere Spiele, doch Castlevania: Harmony of Despair ist an vielen Stellen einfach unfair und behäbig, so dass es gilt die jeweilige Vorgehensweise stur auswendig zu lernen.
Castlevania: Harmony of Despair
Um die schwere Aufgabe anzugehen, stehen die fünf Charaktere Alucard, Soma Cruz, Jonathan Morris, Shanoa und Charlotte Aulin, zur Verfügung, welche sich natürlich in Aussehen und Ausrüstung unterscheiden. Wirkliche Auswirkungen auf den grundsätzlichen Spielablauf hat dies allerdings nicht und so kämpft man sich mit Schwertern, Axt und/oder Peitsche durch die Gegnerhorden und kann seine Charaktere mit verschiedenen Gegenständen aufwerten. Aufgrund des mitunter masochistischen Härtegrades gilt es somit die richtigen Gegenstände zu wählen, um nicht bereits gleich zu Anfang den Kürzeren zu ziehen. Eine "Trial and Error"-Arie sondergleichen. Wer sich jedoch beweisen kann, der hat die Möglichkeit seinen Spielfortschritt aufzuzeichnen, um ihn anschließend anderen Spielern via Xbox Live zugänglich zu machen. Ein nettes Gimmick, gerade für die Hardcore-Spieler.
