Die Action-Minigames machen anfangs Spaß, leiden später aber doch an der sehr ungenauen Steuerung.
Schlag den Raab ist eine der erfolgreichsten Samstagabend-Shows im deutschen Fernsehen und fesselt Millionen von Zuschauern an den Bildschirm, auch wenn sich die ProSieben-Sendung gerne mal über fünf Stunden streckt. Das liegt vor allem am ehrgeizigen Stefan Raab, der keine Verletzung scheut, und natürlich an den abwechslungsreichen Spielen, mal abgesehen davon, dass der Kandidat mindestens 500.000 Euro gewinnen kann. Bei einem derart großen Publikum ist ein passendes Videospiel selbstredend nicht verkehrt. Auch wenn sich nur ein kleiner Bruchteil der Zuschauer für die Minispiel/Quiz-Sammlung entscheiden würde, könnte man wahrscheinlich von einem Erfolg sprechen.
Ich schlage den Kollegen
Schlag den Raab
Als Tester ist man überaus skeptisch, wenn man ein Wii-Spiel in die Hand gedrückt bekommt, in dem sensationelle Minigames angepriesen werden. Damit wurde die Konsole schon oft genug gequält. Doch vielleicht ist dieses Mal ein wenig Besserung in Sicht, da das TV-Vorbild durchaus mit interessanten Spielchen aufwarten kann, und die beliebtesten, 21 Stück an der Zahl, sollen sich in dieser Softwareperle versammelt haben. Zunächst sticht der Show-Modus ins Auge. Hier muss man den Raab nach TV-Regeln in 15 Spielen schlagen. Moderiert wird das Ganze von Matthias Opdenhövel. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad ist es mehr oder weniger sknifflig, den Raab zu besiegen. Alleine macht das kaum Spaß, zu zweit wird es amüsanter.
Schlag den Raab
Der Party-Modus ist quasi das Herzstück von Schlag den Raab. Hier können bis zu vier Freunde mit einer Wiimote bewaffnet ihr Reaktionsvermögen und ihr Wissen testen. Wahlweise müssen drei, fünf oder sieben Siege errungen werden. Vor dem Start entscheidet man, welche Spiele nicht dabei sein sollen. Eine genaue Reihenfolge lässt sich allerdings nicht festlegen. Schade ist übrigens, dass man keine individuell gestalteten Charaktere generieren kann. Vielmehr muss man aus acht klischeehaften Abziehbildern wählen, darunter Sportler, Streber, Rocker und die üblichen Verdächtigen. Die Minigames teilen sich im Prinzip in zwei Kategorien auf, Quiz und Action.
Lass mich raten
Schlag den Raab
Seine ganze Stärke bezieht das Lizenzprodukt aus den Quizelementen, die man alle aus dem Fernsehen kennt. Bei "Wo liegt was" wird uns eine Frage zu einem Ort gestellt, und wir müssen erraten, wo er sich auf der Landkarte befindet. Ansonsten werden Flaggen den Ländern zugeordnet oder Schätzungen zu verschiedenen Fragen abgegeben. Auch gelungen ist "Was ist das?". Hier wird dem Spieler ein zunächst verpixeltes Bild gezeigt, das mit der Zeit immer deutlicher zu sehen ist. Wer zuerst auf eine Lösung kommt, erhält natürlich die Punkte. "Kopfrechnen", "Buchstaben zählen" oder die bekannte Show in der Show, die Rede ist von "Blamieren oder Kassieren" mit Elton, runden das Aufgebot eigentlich recht positiv ab. Mit diesen Spielen hat man wirklich viel Spaß haben, wobei sich die angeblich 2.000 Fragen während des Test bereits wiederholt haben. Hier ist scheinbar nicht genügend Langzeitbeschäftigung vorhanden, oder das Programm merkt sich nicht, was alles schon dran war.
Der andere Teil von Schlag den Raab ist weniger gelungen, da man sich mit ungenau zu steuernden Minigames herumschlagen muss, wie man sie schon in 100-facher Ausführung bei ähnlichen Titeln gesehen hat. Eine öde Minigolf-Variante und ein langwieriges Curling sind da nur zwei Beispiele. Es ist zwar ganz witzig einen Pömpel an die Wand zu werfen, doch etwas mehr Substanz hätte bei einigen Games sicherlich nicht geschadet, auch wenn derart einfache Aufgaben natürlich auch in der TV-Show vorkommen. Trotz der nicht immer akkurat funktionierenden Bedienung gibt es lediglich 2-3 wirkliche Totalausfälle, die man am besten meiden sollte. Alle anderen Minispiele sind zwar nicht gerade die Krönung der Videospielschöpfung, aber in der geselligen Runde stellen sie sich irgendwie dann doch als witzig heraus. Es ist einfach herrlich zu sehen, wenn sich das Gegenüber wiederholt schwarz ärgert, weil man mit viel Glück beim "Black Jack" oder dem "Würfeln"gewonnen hat. Nebenbei regt man sich über das spielerisch extrem dämliche "Kuhmelken" auf, bei dem man rund eine Minute lang ohne Koordination mit der Wiimote hin und her schaukelt, schnell weg damit.
