Darksiders im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Krieg ist einfach nur cool und Darksiders auch auf dem PC nach wie vor himmlisch schön und höllisch gut!

Krieg ist einfach nur cool! Zumindest die Manifestation als einer der apokalyptischen Reiter in Virgils "Darksiders", welcher mit mächtiger "Chaosklinge" zwischen Himmel und Hölle steht und seine Unschuld zu beweisen hat. Zum Jahreswechsel im Januar erschien die Konsolenfassung für Microsofts Xbox 360 und Sonys Playstation 3 und staubte nicht nur in unserer Redaktion Awards ab. Auch andere Kritiker stimmten Lobeshymnen bezüglich des postapokalyptischen Rachefeldzug an! Dieser Tage steht das Erstlingswerk des Entwicklers als PC-Edition im Händlerregal und bereichert ein notorisch unterbesetztes Genre der Action-Adventure auf den heimischen Computern. Bewaffnet euch mit einem Gamepad und stürzt in den Kampf zwischen Gut und Böse - dieses Spiel ist nach wie vor ein Meisterwerk!

Die PC Portierung

Darksiders Quelle: Nordic Games Darksiders Direkt aus der Hölle stammt wohl das schicke Buch mitsamt Plastikschuber, welches als "Hellbook Edition" im Händlerregal schlummert. Virgils Interpretation zu den Apokalyptischen Reitern gibt es in seiner Erstauflage nur als solche Special-Edition und entlockt damit vor allem Fans das Münzgeld. Konzeptzeichnungen zeigen nicht nur Krieg, sie gehen auch auf die anderen Reiter ein, welche im Spiel nur eine Nebenrolle einnehmen. Zum schicken Artbook und der Danksagung gehören auch Postkarten. Das Comic und auch der Soundtrack - beides groß angeprangert auf dem Cover - gibt es nur in digitaler Form. Schade, vor allem der knackige wie auch stellenweise episch pompöse Soundtrack hätte eine ordentliche Aufbereitung auf CD verdient gehabt. Das Comic wiederum gab es für Vorbesteller der Konsolenfassung bisweilen noch als Bonus, liegt nun in einem nur mäßig konvertierten PDF zur Verfügung.

Darksiders Darksiders Viel wichtiger als die Extras sind aber die inneren Werte. Klar, Krieg ist mürrisch und sauer, doch was kann er mit seiner "Chaosklinge" auf den technisch stärkeren Heimcomputern anrichten? Dank einer von 720p auf nun maximal 1080p erhöhten Auflösung springt das Grauen aus der Hölle noch schärfer ins Auge! Man erkennt ganz deutlich die Schuppen der Monster oder die fein eingeritzten Einzelheiten der "Chaosklinge", Kriegs mächtiges Gegenargument zum ohrenbetäubenden Gebrüll der Höllenkreaturen bzw. zirpenden Himmelsgestalten. Vielerorts ist die Konsolenherkunft aber dennoch erkennbar. Gerade weitläufige Areale offenbaren fehlende Details in den Hintergründen, aber auch den Texturen. Mit Auflösung, Gammawert und vertikaler Bildsynchronisation fällt das zusätzliche Optionsmenü für Grafiken auch ziemlich spärlich aus, zumindest für Technikfreaks und Grafikfetischisten. Die technische Umsetzung ist aber sauber und läuft wesentlich flüssiger als noch auf den Konsolen - auch wenn hier und dort weiterhin Ladehemmungen und kleine Macken auffällig sind.

Darksiders Quelle: THQ Darksiders Wer mit Krieg den Krieg schon beendet hat, sollte sich darüber hinaus im Klaren sein, dass THQ und Virgil uns nur eine 1:1 Kopie des Originals servieren, was aufgrund der hervorragenden Rezensionen der Konsolenfassung für alle neugierigen PC-Only-Spieler aber nichts schlechtes bedeutet. "Darksiders" ist zwar kein sonderlich innovatives Action-Adventure, doch die Entwickler kombinierten diverse Elemente derart gut, dass man zig Stunden bis zum Abspann unterhalten wird. Und für "World of Warcraft" Fingerakrobaten ist die Tastatur-Steuerung durchaus machbar, so manch ungünstige Kombination verwirrt aber dennoch. Wieso muss ich z. B. zunächst die Feststelltaste gedrückt halten, um dann die Zornfähigkeiten (maximal 4 ausrüstbar) mit den Zahlentasten nutzen zu können? Immerhin darf das Layout nochmals nachgebessert werden. Wer die Möglichkeit hat, sollte aber definitiv zum Xbox 360 PC Gamepad greifen und Krieg damit befehligen. Das Spiel ist darauf ausgelegt und die sehr hektischen und schnellen Kämpfe bekommen der Tastatur nicht wirklich! Für die Installation und Aktivierung von "Darksiders" wird übrigens ein Steam-Account benötigt. Dafür freut man sich aber über Erfolge, ebenfalls komplett übernommen, welche dem Profil gutgeschrieben werden.

Anschließend folgt der Text des Konsolenreviews, leicht überarbeitet auf die PC-Gegebenheiten. Dieser offenbart das eigentliche Gameplay und warum Virgil Games mit ihrem Erstlingswerk "Darksiders" so überzeugen konnte.

Der Krieg beginnt!

Darksiders Quelle: Nordic Games Darksiders Gewaltiger und überraschender könnte ein solches Spiel gar nicht beginnen. In der Rolle von Krieg, dem vierten Reiter der Apokalypse landet man nach einer atemberaubenden Videosequenz inmitten einer amerikanischen Metropole. Die einstig schillernde Stadt mit Wolkenkratzer und bunten Leuchtreklamen wird, wie auch der Rest der Welt Zeuge einer nicht mehr aufzuhaltenden Katastrophe. Himmelskörper schlagen überall ein, die Menschen kreischen lauthals, ja laufen gar buchstäblich kopflos um ihr Leben und inmitten des gewaltigen Chaos prallen die Vertreter von Himmel und Hölle derart wuchtig und blutig aneinander, dass letztendlich das Menschenreich dem Erdboden gleich gemacht wird - die Prophezeiung wurde erfüllt und das jüngste Gericht hat geschlagen!

Darksiders Quelle: THQ Darksiders Inmitten dieser Zerstörungsorgie befindet sich der Reiter, das mächtige Schwert gegen schillernde Engelsgestalten und ekelhaften Höllendämonen erhoben und manchmal auch Wut und Zorn entfesselnd. Durch die Straßen metzelnd und einige minikleine Sprungpassagen meisternd ackert man sich in bester Hack'n'Slay Manier durch das recht linear gestaltete und gut einstündige Tutorial und meistert sämtliche Aufgaben mit Bravour. Eine Sequenz jagt dabei die andere und man kommt kaum mehr vor lauter Action zu Atem, auch wenn die Gewaltorgie definitiv seine Grenzen kennt und das Kampfsystem alles anderes als tiefgründig erscheint. Einfaches buttonhämmern und schon fliegen die Fetzen, und das dank 18er Rating buchstäblich! Mit einem gewaltigen Showdown gegen einen überdimensionalen Gegner endet das düstere Kapitel - welches den Anfang für Kriegs folgendem Rachefeldzug mimt.

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