Guitar Hero: Warriors of Rock im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Die bewährte Spaßformel auf den Pfaden von Brütal Legend: WoR bietet Metal und Spielspaß pur!

Ein Blick ins heimische Videospiellager lässt den Atem stocken: Über ein Dutzend Ableger der Guitar Hero Reihe türmen sich mitsamt Peripherie und wirken in ihrer Masse erschlagend wie ein Vorschlaghammer. Fast schon nicht mehr vorstellbar, dass erstmalig anno 2006 und somit erst vier Jahre gerockt wurde. Damals noch unter der Flagge von Harmonix, kümmert sich mittlerweile Neversoft von Activision um den - wie spitze Zungen allzu gerne behaupten - Goldesel. Der Geschicklichkeitstest auf den Plastikinstrumenten macht aber auch heute noch mächtig viel Spaß und mit Warriors of Rock kehrt man nicht nur zu den musikalischen Wurzeln wahrer Metalklänge zurück, Neversoft bietet darüber hinaus den besten Ableger seiner Art! Reicht das im Bezug auf die Konkurrenz?

Guitar Hero: Warriors of Rock Guitar Hero: Warriors of Rock Konzeptionell gibt sich das Entwicklerteam recht gelassen und bietet den gewohnten Ansatz einer Pseudo-Band mit Kinderzimmer-Plastikinstrumenten - regelrecht konträr zur knallharten Mucke von Megadeth, Black Sabbath und Konsorten, welche uns aus den Lautsprechern entgegen dröhnt. Zugegeben, die neue Gitarrenaxt im Bundle mit dem Spiel macht einiges her, wer seinen Wandschrank aber schon mit Plastikklampfen und Schlagzeug vollgestopft hat, kann das vorhandene Bühnenequipment an die Konsole anstöpseln und genüsslich drauf los rocken.

Neue Rocker braucht das Land

Guitar Hero: Warriors of Rock Guitar Hero: Warriors of Rock Bereits im vergangenen Jahr zeigte Eddie Riggs, seines Zeichens Roadie und Held von Brütal Legend, wie sich Heavy Metal auf der Konsole anzufühlen, aber vor allem anzuhören hat! Tim Schafers aberwitzige Umsetzung zahlreicher Metal-Fantasy-Welten stand definitiv Pate bei der Entwicklung von Warriors of Rock. Optische Parallelen, überspitzte Metal-Helden, gruselige und dennoch farbenfrohe Bühnenbilder und überdies aufwendige Animationen gepaart mit einer bisher in der Serie unerreichten Detailvielfalt zeugen von grafischer Raffinesse und liefern den schmackhaften Zuckerguss für den neuen Storymodus. Das altbackene Klischee einer billigen Straßenband, welche in den Rockolymp aufsteigen möchte, ist passee. Auch das stures Meistern zahlreicher Songs und das Sammeln unendlicher Sterne tritt eher in den Hintergrund, es gilt vielmehr die dem Untergang geweihte Welt zu retten.

Guitar Hero: Warriors of Rock Guitar Hero: Warriors of Rock Neversoft haut dank zahlreicher Videosequenzen ordentlich auf dem Putz und liefert ein geschichtliches Rock-Epos, welches einer Erzählung eines Tim Schafers in nichts nachsteht und auch so manches Album hätte zieren können. In aller Kürze dreht sich alles um den Halbgott des Rocks (ob nun selbsternannt oder nicht, das lassen wir mal dahingestellt). Als solcher ist es seine Pflicht, das Gleichgewicht aufrecht zu halten - welcher er letztendlich nicht ganz nachkam und somit die Welt ins Chaos stürzte. Acht überwiegend aus den Vorgängern bekannte Klampfen-Helden wie Axel Steel oder Pandora müssen sich vor dem Halbgott, übrigens in der englischen Fassung noch gesprochen von der KISS-Legende Gene Simmons, behaupten und die "Legendäre Gitarre" zurückerlangen - die einzige Chance, das mechanische Ungetüm am Ende einer langen Reise durch die Hölle zu besiegen. Dazu müssen sie natürlich heftigst rocken, bis sich die Helden im Angesichts des Schweißes, einer in Ekstase versetzen Menge vor der Bühne und im Rampenlicht des Blitzlichtgewitter in unschlagbare Dämonen verwandeln. Die Szenen versprühen nicht nur Charme, sie fangen auch das Metal-Flair wie einst Brütal Legend ein und können mit Andeutungen, Karikaturen und Witz überzeugen! Da drückt man auch mal gern ein oder zwei Augen bei dem einen oder anderen Schnitzer zu.

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