Vielleicht das erste Coregame für Kinect, dafür aber ein schlechtes... Für Fans ein Schlag ins Gesicht.
Es gehört schon einiges dazu, eine eigentlich relativ erfolgreiche Serie von Lizenzspielen so dermaßen in den Sand zu setzen, wie es Electronic Arts mit Harry Potter gelungen ist. Die ersten Teile, durchweg gelungen, konnten damals noch satte 8 bis 8,5 Punkte absahnen, aber zuletzt ging es stetig bergab: Der Halbblutprinz konnte im vergangenen Jahr sogar nur 4,5 Punkte verzeichnen. Grund zur Sorge ums Franchise? Ein bisschen. Dabei waren doch unsere Previews und Ersteindrücke so gut...
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1
Mittlerweile dürfte es ja jeder wissen: Ich bin ein Harry Potter Fan. Ja, ich kenne die Bücher, habe sie damals auf Englisch gelesen und entsprechend immer dem Veröffentlichungstag entgegengefiebert. Seit die Buchreihe beendet ist, schafft es nur noch der Film, solche Erwartungshaltung in HP-Fans zu wecken - zuletzt vor einigen Wochen, als Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 ins Kino kam. Was Alexander Schneider und Sandro Odak über den Film denken, haben sie unlängst in ihrer ausführlichen Filmkritik besprochen.
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1
Die Previewversionen, die wir von Harry Potters siebten und vorletzten Viedospielabenteuer erleben durften, haben allesamt ein positives Bild hinterlassen. Die fertige Fassung leider nicht. Größtenteils, weil wir im Vorfeld immer nur die Kinect-Level gesehen haben... Das Pad-Gameplay ist, gelinde gesagt, desaströs! Aber beginnen wir von vorne: Das Spiel beginnt im Ligusterweg (das weiß ich, weil ich Film und Buch kenne, erklärt wird es nämlich nicht), von wo Harry flüchten muss. Warum? Ach egal. Jedenfalls sitzt man plötzlich und ohne weitere Erklärung auf Hagrids Motorrad und muss den hinterhereilenden Todessern heftig aufs Maul geben. Shootermäßig zielt man mit dem linken Trigger und zoomt damit auch ein wenig rein, außerdem gibt es so einen gewissen Autoaim-Effekt, der aber leider auch mal gerne ausfällt und macht, was er grad will. Und plötzlich taucht, aus dem Nichts, Voldem... Ach, Ihr-Wisst-Schon-Wer auf. Schock!
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1
Der Anfang verrät es schon: Statt klugen Rätseln und Magie-Unterricht gibt es dieses Jahr eine, einem Shooter sicherlich nicht unähnliche, recht uninspirierte Umsetzung. Der Rest des Spieles verläuft relativ ähnlich. Aus einer 3rd Person-Perspektive verfolgt man Harry und ballert seinen Gegnern einen Zauberspruch nach dem anderen vor den Latz. Ein wenig verwirrend, denn diese prasseln wie aus einem Maschinengewehr auf die Gegner ein - ein Wunder, dass sich die Sprecher nicht beim dauernden "Stupor!" -Rufen versprechen... Rätsel, die vor allem in den ersten Teilen noch begeistern konnten, gibt es zwar immer noch, sie sind aber an Banalität nicht zu überbieten. Da gibt es etwa Aufgaben wie "Finde das Zauberbuche, erlerne den Spruch und jage die Barrikade in die Luft". Sehr anspruchsvoll, immerhin zeigt ein Zauberspruch, der Vier Wege Zauber, einem immer den Weg zum Ziel an... Das "Rätsel" läuft am Ende darauf hinaus, dass man auf dem Weg einfach zig Todesser umnieten muss.