MMA: Mixed Martial Arts im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Taktisch wie ein Schachspiel, in der Steuerung aber dennoch einfach: Das brutalste Schach der Welt ist MMA!

Sportbegeisterte Zocker finden heutzutage beinahe jedes Genre als Software im
Spielregal wieder - egal ob Boxen, Wrestling, Golf, Fußball oder Tennis. Seit dem
vergangenen Jahr können wir per Controller einer Sportart fröhnen, welche hierzulande
jederzeit unter strengster Beobachtung steht: Der Vollkontakt-Kampfsport. Nach einem
kurzen und anscheinend erfolglosen Experiment des Sportsenders Sport 1, die
Kämpfe im deutschen Free-TV zu übertragen und damit Werbung für den Sport zu
machen, verschwand der Kampfsport wieder in der Versenkung. Einzig die Videospiele
konnten die Fahne für die zugegeben teilweise brutal anmutenden Wettkämpfe noch
hoch halten. Nun springt auch EA auf den bisher nur von THQ bestiegenen Zug auf und
schickt mit MMA ein eigenes Konkurrenzprodukt in die Seile. Ring frei also für den
Kampf der Giganten!

Vom Rookie zum Champ

MMA: Mixed Martial Arts MMA: Mixed Martial Arts Wie es bei Electronic Arts de facto Anspruch ist, ließ man es sich auch für dieses gewagte Spielprojekt nicht lumpen. In Kooperation mit einigen namhaften Trainern, Referees und natürlich Fightern bzw. Ex-Fightern der Mixed Martial Arts-Szene ging man das geplante Projekt an. Beeindruckend: Teile des Entwicklerteams haben ihrerseits jahrelange Erfahrung in der von ihnen behandelten Sportart und wissen so ebenfalls exakt wovon sie reden. Beginnt ihr die Laufbahn als Gladiator der Neuzeit legt ihr zunächst eure Grunddaten fest. Fragen nach Aussehen, Körperbau, Name und Herkunft sowie Kampfstil und Auslegung tragen zur virtuellen Identitätsfindung bei. Sind Antworten gefunden, welche euch zufrieden auf euer alter ego blicken lassen, heißt euch MMA-Legende Bas Rutten auch schon in seinem Wohnzimmer, dem Sparringsraum seines Trainingsgebäudes, willkommen. Hier werdet ihr behutsam an die Mechanismen von Spiel und Sport herangeführt und schon bald ins kalte Wasser geschmissen: Der erste Kampf steht unmittelbar bevor.

MMA: Mixed Martial Arts MMA: Mixed Martial Arts Um nicht sang- und klanglos unterzugehen habt ihr - wie auch zukünftig vor jedem Kampf - acht Wochen Vorbereitungszeit. Im Trainingsmenü könnt ihr aus den 4 Kampfsituationen diverse Übungen auswählen. Manöver im Stand, Clinch, am Boden, oder im Bereich der Aufgabegriffe können so einstudiert und perfektioniert werden. Je nach Erfolgsquote wird euer Abschneiden in einem Ranking von A bis D einsortiert. Pro absolvierter Übung vergeht immer eine virtuelle Woche, also müsst ihr euch genau überlegen wann ihr was trainiert. Diese Entscheidung erleichtern euch nach einer bestimmten Zeit die Kämpfe im Vorbereitungssparring. Hier orientiert sich euer Gegenüber am Kampfstil des nächsten Ranglistengegners und zeigt so schnell auf welche Taktik bei Training und Kampf zum gewünschten Erfolg führt. Wollt ihr euch irgendwann nicht mehr im Ring plagen und nicht jedes Training selbst verrichten, so simuliert ihr einfach die gewünschte Übung. Einmal auf ein A-Ranking gebracht könnt ihr eure Körperhausaufgaben ohne Wertungs- und Entwicklungsverlust simulieren und passiv die Früchte eurer Arbeit ernten. Aber das Training findet nicht nur unter der Fuchtel von Bas Rutten statt. Ihr habt die Wahl quer durch Amerika zu reisen und euch von anderen Legenden coachen lassen. Als Bonus für den weiten Weg könnt ihr euch bei jedem Besuch um eines von insgesamt 16 Spezial-Manövern bewerben. Löst ihr die meist knifflige Aufgabe der Herausforderung ist euch der besondere Move sicher.

Einfache Kontrolle

MMA: Mixed Martial Arts MMA: Mixed Martial Arts Deutlicher könnten die Gegensätze der Spiele des Genres nicht sein. Ganz anders als die UFC-Serie, wo die Worte Simulation, Realismus und Komplexität ganz groß geschrieben werden, versteht es MMA etwas anders die Action im Ring darzustellen und auch spielen zu lassen. Um in die gewünschte Kampfsituation zu kommen, reicht euch meist der dafür festgelegte Knopf. Der Rest wird über Timing geregelt. Wer also einen Kämpfer besitzt, der im Clinch und in Aufgabegriffen ein Meister seiner Klasse ist benutzt, seinen Knopf so lange bis er in der gewünschten Position zum Gegner ist um dort punktgenau den Kampf zu entscheiden. Allerdings bringt es nichts euren Kopf dabei wie von Sinnen zu drücken, da euch sonst nur die Puste ausgeht und ihr irgendwann zu überhaupt nichts mehr zu gebrauchen seid. Wer kein Bodenkämpfer ist benötigt die zwei Analogsticks um zum Sieg zu kommen. Während ihr mit dem linken Daumen gekonnt durch den Ring tänzelt, setzt ihr mit dem Pendant der rechten Hand die entscheidenden Fäuste und Tritte. Zusätzlich könnt ihr die Schultertasten mit ins Spiel bringen und erweitert so euer Schlagspektrum um einige Varianten.

MMA: Mixed Martial Arts MMA: Mixed Martial Arts À propos Variation: Im Verlauf eurer Karriere besucht ihr, meist durch neue Verträge ermöglicht, auch andere Länder als das zu Anfang bekämpfte Amerika. Orte wie Großbritannien, Brasilien oder auch Japan fordern euch und euer Können heraus. Und diese Herausforderung solltet ihr ernst nehmen: Jedes Land hat anders spezialisierte Gegner für euch in der Hinterhand. Seid ihr also auf dem Gebiet der Aufgabemanöver bereits gut geschult, könnten euch einige Prügelknaben schier auskontern und mit einem Schlag auf die Bretter schicken. Also habt ihr hier zwei Möglichkeiten: Entweder ihr bildet euch durch hartes Training und vorerst wenige Erfolgserlebnisse auf dem geforderten Gebiet weiter, oder ihr lernt der perfekte Stratege zu sein und müsst euch so nicht verbiegen um einen Gegner zu schlagen.

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