Treasure Island im Gamezone-Test

Test CharLu

Keine Spannung, langweilige Dialoge und z. T. wirklich dumme Rätsel, die aufgrund einer Mimosen-Steuerung erst im x-ten Anlauf gelöst werden können.

Im Jahr 1827 findet William Lengrad, nachdem er sich auf eine ruhige, beschauliche Insel zurückgezogen hat, einen wundersamen goldenen Käfer. Völlig fasziniert von dem goldigen Krabbeltierchen greift Lengrad nach einem herum liegenden Stück Papier und sammelt das Insekt ein. Doch das wird schon bald nebensächlich, da Lengrad abends zuhause gemütlich am Kamin sitzend seinem Freund von der Entdeckung berichtet und eine Fügung des Schicksals wohl die Hand über die beiden gehalten hat, da sie just in dem Moment mit dem vermeintlichen Stück harmlosen Papier hantieren, auf dem auf wundersame Weise eine Schatzkarte zum Vorschein kommt.

Robert Louis Stevenson lässt ein bisschen grüßen

Treasure Island Treasure Island Wer sich allein schon bei der Einleitung an einen durchaus erfolgreichen Bestseller erinnert fühlt, beweist ein gutes Näschen - bzw. scheint offenbar viel zu lesen! Treasure Island: Das Geheimnis der Schatzinsel folgt den Spuren des Jugendbuchklassikers Die Schatzinsel, geschrieben im 19. Jahrhundert von Robert Louis Stevenson. Leider enden damit die Gemeinsamkeiten, denn die tolle Geschichte als auch die großartige Spannung des Buches ist im Spiel selbst nicht zu finden. Daher darf die Information, dass Lengrads Weg eine Anlehnung an den erfolgreichen Roman darstellt, schlicht und einfach als Gruß betrachtet werden.

Such, Find, Klick

Treasure Island Treasure Island Auch wenn man Entwicklerseitig versucht hat dem guten William Lengrad eine Art Poin'tn Click Adventure unterzujubeln, lässt sich nicht leugnen, dass ihr einmal mehr ein - sagen wir - standardisiertes Wimmelbild-Spiel serviert bekommt. Gesäumt von sich wiederholender, meistens eher tüdelig anmutender Musik, welche dem Ohr so gar nicht gefällt, steuert ihr euch zunächst durch eine in Wort und Schrift gehaltene Einleitung und auch alle Anweisungen, was ihr wo warum genau zu tun habt, ergeht ebenfalls ganz ohne menschliche Sprachlaute. Nachdem ihr hinreichend instruiert seid, offenbart sich euer spielbarer Radius in Form von verschieden, durchaus nett inszenierten Umgebungsbildern, in welchen beweisen müsst, wie scharf eure Augen sind. Allerlei Kleinzeugs, Getier, Items, Objekte, Gebäude, usw. usf. müssen gefunden werden. Eine entsprechende Liste weist euch den Weg, von dem ihr im Übrigen nicht abweichen könnt. Zwischendrin warten wieder Mini-Spielchen darauf von euch erledigt zu werden. Fallen selbige in vergleichbaren Ablegern zumeist recht witzig, abwechslungsreich als auch fordernd aus, nerven die wenigen Puzzle- und Extra-Einlagen in Treasure Island schon nach kurzer Zeit, und das allein schon deshalb, da man bei einem Fehler ganz an den Anfang zurück gesetzt wird, so dass alles noch einmal wiederholt werden muss. Dabei spielt der Aspekt, da ihr euch 1-2 Mal selbst auf eure vorherrschende Gedächtnisleistung testen könnt, keine wirkliche Rolle mehr. Andere sogenannte Mini-Spielchen, in denen ihr z.B. eine vorgegebene Anzahl an verschiedenen Käfern in einem Setzkasten finden, 25 Rauchwolken wegklicken oder gesamt 15 versteckte Kanonenkugeln in einem Bild ausmachen müsst, erscheinen schon fast beleidigend einfach und wirken zudem effektiv fehl am Platz.

Wie, das ist alles?

Treasure Island Treasure Island Das Cover verspricht wundervolle 18 zu erforschende Orte, welche zugegeben einen ordentlichen Eindruck vermitteln und vor allem mit Details zu gefallen wissen. Zumindest ist der optische Anstrich insoweit gelungen, da die abzusuchenden Bereiche auf ihre Art eine Herausforderung darstellen, auch für Spieler, die gern und häufig zu Wimmelbild-Ablegern greifen. So viel dann allerdings zum Positiven in Sachen Aussehen - denn das Cover verrät nämlich nicht, dass sich die Orte recht bald wiederholen und so müsst ihr gesamt mit wenig bis gar keiner Abwechslung auskommen; Ergo ein Hoch auf langweilige Umgebungen! Immerhin lässt sich noch lobend erwähnen, dass es eine recht "unbegrenzte" Hilfefunktion gibt, wobei einmal mehr der Faktor Zeit eine Rolle spielt. Habt ihr die Option genutzt, da ihr euch zeigen lasst, wo sich ein schwer versteckter Gegenstand befindet, könnt ihr gesamt noch acht Mal dieses Feature ohne lange Wartezeit nutzen. Ist diese Vorgabe verbraucht, heißt es für euch geduldig sein - gut und gerne ein paar Minuten, bis der Hilfe-Button wieder zur Verfügung steht, denn sicher ist, das teilweise die Items so schwer versteckt bzw. die Mini-Spielchen ehrlich gesagt wahrlich 'doof' arrangiert sind, dass ihr viel Zeit mit Warten verbringen werdet. Klammert man diesen Faktor aus, kann schon von einer Frechheit gesprochen werden, denn summa summarum findet ihr den gesuchten Schatz nach ca. gut einer Stunde, womit ihr dann auch das Ende des Spiels erreicht habt. Solltet ihr richtig "lange brauchen", könnten es 1,5 Stunden werden - wobei es keine Rolle spielt, denn gesamt besehen ist die Spielzeit einfach nur ein Witz - nicht zuletzt auch, da keine Extras oder sonstige Boni geboten werden. Das sich die Steuerung dann und wann als Mimöschen und Sensibelchen zeigt, sei noch am Rande und auch der Vollständigkeit halber erwähnt.

Meinung

Wertung zu Treasure Island (PC)

Wertung:

3.7 /10
Pro & Contra
einfache Installation u. niedrige Hardware-Anforderungensoweit nette Umgebungen mit zahlreichen Detailsbasiert auf einem Buch-Klassikergute Grundidee > Wimmelbild-Spiel mit Adventure-Genre zu verbinden
viel zu kurze Spielzeit; Max. 1,5 Stunden (Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht)keine Extras oder sonstige Optionen verfügbar, nichts zum frei spielenSteuerung verlangt z.T. Pixelgenaues Klicken u. ist gesamt sehr sensibelkeine SprachausgabeStory wird sehr langweilig erzähltnervige Musik, die sich ständig wiederholtwenig Abwechslung in Sachen Umgebunglangweilige bzw. nervige Mini-Spielchen, von denen ohnehin zu wenig enthalten sind
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