Ivy the Kiwi ist ein kleines Juwel das beweist, dass der Plattformer auch heute noch seine Daseinsberechtigung hat.
Was passiert, wenn eine japanische Entwickler-Legende auf die Idee kommt, sich seiner "Roots zu besinnen", selbige ein wenig mit "Calimero", eine italienisch-japanische TV-Koproduktion aus den 70er Jahren mixt und das im Gesamtkonzept als eine Art "spielbares Storybook" serviert? Klingt ein wenig nach überaus ambitioniertem Vorhaben, mag man denken und keine Frage, das Ergebnis ist ein durchaus sehens- vor allem aber spielenswertes kleines Juwel, dass zwar noch an ein paar Kinderkrankheiten leidet, für Freunde des Ausgefallenen aber eine wundervolle Abwechslung im Highend-Grafik-Zirkus bietet, denn zurücklehnen und gekonnte Einfachheit genießen steht auf dem Programm.
Am Anfang war die Plattform ...
Ivy the Kiwi?
Um euch das neuerliche, dieses Mal gefiederte Hüpf-Treiben, etwas näher zu bringen, müssen wir ein klein wenig ausholen, denn Ivy the Kiwi, das so simple im Ausdruck erscheint, bietet dennoch ein paar Raffinessen, welche am Ende nicht nur Spieler mit dem Wunsch nach dem "gewissen Extra" ansprechen. Offenbar ähnliche Gedanken muss sich Sonic-Vater bzw. Erfinder Yuji Naka gemacht haben, Programmierer und Entwickler von Beruf. Seine Karriere im Hause Sega liest sich fast schon wie ein "who is who" überaus erfolgreicher Sega-Spiele, wie z.B. Out Run, Phantasy Star, Nights into Dreams, Samba de Amigo, usw. welche ausnahmslos alle auf Naka zurückzuführen sind. 2006 allerdings fasste Naka den Entschluss sein eigenes Studio mit dem Namen Probe aus der Taufe zu heben und unabhängig von Sega tätig zu werden. Inspiriert durch seinen wohl bis heute unerreichten Erfolg mit dem kleinen blauen Sonic-Igel, der bis 1998 in bester Sidscroll-Plattform Marnier Dr. Robotnik und Co. den Garaus machte, soll das nicht Tod zu kriegende Genre "Plattformer" (gern auch als 2D-Jump'n Run bezeichnet) 2010 tauglich auch jene Spieler erreichen, welchen in der 'guten alten Zeit' die Option versagt blieb, in den Genuss derartiger Games zu kommen.
"Karl"-Limero Lagerfeld
Ivy the Kiwi?
Das Leben neigt dazu bisweilen recht gemein zu sein und so erfährt auch Ivy, das kleine Kiwi-Küken und Hauptdarsteller des neuen Plattform-Abenteuers für Nintendo Wii, dass nicht immer alles glatt verläuft. Ivy kam sprichwörtlich mutterseelenallein auf die Welt und alles was den kleinen Piepmatz an seine Herkunft erinnert, sind die Eierschalen, von welchen sich Ivy partout nicht trennen mag. Hübsch dekoriert als Kopfbedeckung und Beinkleid, im Übrigen eine Optik, die vor allem ältere Spieler unweigerlich an "Calimero" erinnert, bestimmen die Kalkteile das Aussehen eures vogeligen Freundes. Nachdem die Schlüpf-Aktion überstanden ist, müsst ihr dem kleinen Kerl helfen seine Mutter wiederzufinden. Klingt eindeutig nach "Ware von der Stange", aber die Suche hat es zweifelsfrei in sich. Nicht nur, da ihr mit Ivy nicht springen könnt, ihr steuert den Kiwi auch nur indirekt durch das spielbare Storybook. Im Übrigen ist die Suche recht lang, denn gesamt erwarten euch 100 verschiedene Level. Aufgeteilt offeriert man euch die Suche nach der Mutter in sogenannte Chapter, die sich wiederum in jeweils fünf einzelne Level bzw. Abschnitte unterteilen und am Ende wartet stets ein Podest auf euch, dass erklommen werden will - und das nicht nur um den nächsten Abschnitt zu erreichen, sondern auch um möglichst hohe Punkte zu scheffeln. Doch wie soll das gehen, wenn Ivy nicht springt und ihr den gefiederten Gesellen nicht direkt steuert?!
Tarzan schickt ein paar Grüße
Ivy the Kiwi?
Hört sich nach einem komplizierten Unterfangen an, mögt ihr jetzt vielleicht denken und doch ist die Lösung, wie ihr Ivy vom Anfang zum Ende bringt denkbar einfach, gleichwohl allerdings von euch ein scharfes Auge als auch eine gute Reaktion gefordert ist. Ivy stürmt, egal wo er sich befindet, grundsätzlich mit dem Kopf voraus und rennt völlig selbstständig von links nach rechts. Als Spieler übernehmt ihr eine Art Schutzfunktion und sorgt dafür, dass der Weg für Ivy immer frei ist. Neben Unwegsamkeiten im Gelände gehören auch Gegner zu den Gefahren, die für ein virtuelles Ableben sorgen können. Während ein nicht lebendes Hinderniss, wie z.B. ein Felsbrocken und dergleichen mehr, lediglich dafür sorgt, dass Ivy im schlimmsten Fall den Rückwärtsgang einlegt, müsst ihr bei Gegner fix bei der Sache sein und selbige ins Pixel-Nirwana schicken. Doch wie müsst ihr das erledigen? Am einfachsten lässt sich die Lösung visualisieren, wenn ihr euch die Wii-Mote als Zeichenstift vorstellt, mit dem ihr - Tarzan lässt grüßen - Lianen auf den Bildschirm zaubert. Klingt unspektakulär, erweist sich in der Praxis aber als harte Arbeit, denn so einfach die Level zu Beginn sind, so tricky werden sie im Laufe der Zeit und wenn ihr es dabei verpasst zu üben, wie ihr Ivy sicher über Abgründe leitet, einen Felsblock erklimmen lasst oder einen potentiellen Widersacher nicht reichzeitig vom Bildschirm fegt, seht ihr den Game Over Bildschirm häufiger, als euch lieb ist. Bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und da die Steuerung - aller Fuchtel-Spiel-Gegner zum Trotz - einwandfrei funktioniert sowie eingängig als auch intuitiv ergeht, werdet ihr sicher schnell zum Lianen-Experten avancieren. Grundlegend gilt, je länger ihr die A-Taste zum Ziehen der Liane drückt, desto länger wird diese werden.
