Kinect Joy Ride im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Do we enjoy the ride? Eine gute Frage, so ganz ohne Controller bietet der Titel zumindest kurzweiligen Spaß.

Wir haben die Tanzspiele, die Fitness-Software und eine Reihe von Sportsammlungen, an ungewöhnlichen Titeln mangelt es dem Kinect-Lineup aber durchaus. Das Rennspiel Kinect Joy Ride liefert uns daher eine willkommene Abwechslung. Mama, Papa, Bruder und des Spielers Wenigkeit dürfen gleichzeitig über die staubigen Pisten jagen, ohne ein Lenkrad oder wenigstens ein Controller in der Hand zu haben. Das soll wirklich gut gehen? Die Frage ist nicht ganz zu beantworten. Für kurzweiligen Spielspaß kann Kinect Joy Ride durchaus sorgen, als ernstzunehmendes Rennspiel macht dieser Titel aber keine gute Figur. Warum, erfahrt ihr in unserem Test.

Kinect Joy Ride Kinect Joy Ride Das Rennspiel der Microsoft Games Studios ist im besten Falle mit solchen Casual-Rennern wie Mario Kart oder Sega All-Stars Racing vergleichbar, ohne aber deren Spieltiefe zu erreichen. Dies scheitert einerseits schon am eigentlichen Spielumfang, andererseits aber auch an den spielerischen Möglichkeiten. Der Funracer spricht, nicht nur aufgrund des herrlichen schrägen Comic-Looks und der quietsche bunten Spaßvehikel angefangen bei einem Käferverschnitt, über einen Mini-Bus bis hin zur sportlichen Cabrio-PS-Schleuder, vor allem das jüngere Publikum und die weniger erfahrenen Casual-Spieler an. Einsteigen, anschnallen, Gang einlegen und den Pinsel durchdrücken, schon fliegen wir im hohen Bogen über Abgründe und vollführen verrückte Pirouetten mit unserem fahrbaren Untersatz.

Du bist der Controller, oder der Wagen ...

Kinect Joy Ride Kinect Joy Ride Ganz ehrlich, so kompliziert ist Kinect Joy Ride nicht einmal. Vor der Kamera wird das imaginäre Lenkrad in die Hand genommen, nicht nur um das Spiel zu starten, sondern vor allem um die Seifenkiste durch die Kurven zu bringen. Dazu einfach die Hände rechts oder links querstellen und schon schlittert der Avatar, übrigens die eigenen Xbox Live Ebenbilder, der Piste entlang. Neigt man sich noch ein wenig zur Seite, so kann man richtig driften und damit deutlich enger die Haarnadelkurven anpeilen. Etwas Übung braucht die Sache schon und bisweilen fehlt einem schlicht ein physikalisches Feedback, doch hat man sich einmal an die leider aufkommende Zeitverzögerung zwischen Eingabe und Ausgabe auf dem Bildschirm gewöhnt, kann man sogar regelrecht zielstrebig neue Rundenrekorde anstreben. Wir raten übrigens im stehen zu spielen. Kinect schient in der Lage, sitzende Fahrer zu erkennen, doch aufgrund des eingeschränkten Bewegungsfreiraums nicht alle Eingaben konkret umzusetzen. Selten kann es dann durchaus mal passieren, dass die Kiste geradeaus gen Felsen fegt.

Kinect Joy Ride Kinect Joy Ride Wie man nun das richtige Tempo herausholt und die Kurven passend anbremst? Gar nicht! Die Fahrzeuge bei Kinect Joy Ride haben ein Automatikgetriebe, welches einmal im fünften Gang, nie wieder aus der Fahrt kommen wird. Einzig allein ein aufladbarer Turbo dient der unüblichen Geschwindigkeitsregulierung. Ganz nach dem Motto "Wer bremst verliert" fliegen wir daher geradezu über die insgesamt nur sieben Strecken, die aber immerhin die eine oder andere wichtige Abkürzung parat haben. Kennt man sich aus, kann man durchaus einige Sekunden gutmachen und früher die Ziellinie überqueren. Ein sicherer erster Platz beschert aber noch lange keine Goldmedaille, denn zeitgleich soll man Stunts durchführen, die Fans begeistern und auf den Strecken verteilte Münzen einsammeln. Die Abrechnung am Schluss serviert alle messbaren Rekorde sowie dazugewonnene Fans. Diese motivieren immerhin zu Beginn, die eigenen Highscores nochmals zu schlagen, denn die Anzahl derer schalten mit der Zeit weitere Boliden, neue Strecken und Erfolge frei - na wenn das nicht reicht!? Nur leider hat man alsbald alles und damit fällt dieser Faktor zumindest mal flach!

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