Blood Drive im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Twisted Metal in Kombination mit Dead Rising. Blutig, witzig und cool, aber auch höllisch schwer und abgrundtief frustig!

Import-Test

Willkommen in der ruchlosen, blutrünstigen Welt nach der Zombiekalypse. Als einer von wenigen Überlebenden vergnügt ihr euch in einer brutalen Endzeit-Show und kämpft in bester Vigilant 8 Manier gegen eure Kontrahenten an. Doch nicht nur die hochgezüchteten, stark gepanzerten und mit mächtig Schusspower ausgestatteten Fahrzeuge preschen durch die Showarena, denn hunderttausende von Zombies stellen sich zwischen euch und den Siegertitel. Blood Drive hat auf dem Papier alles, um Splatterfans vor die Konsole zu locken, doch kann der Titel abseits der Blutfontänen mit anderen Attributen überzeugen? Das soll unser Import-Test aufzeigen!

Blood Drive Blood Drive Manch einer sieht sich einem Déjà-vu konfrontiert. Etwas ärgerlich für Entwickler Sidhe, dass Dead Rising 2 eine ähnliche Show als Aufhänger für ihre ganz eigene Story genutzt hatte und kurz vor ihrem eigenen Titel veröffentlicht wurde. Blood Drive konzentriert sich aber auf das Wesentliche und wirft euch in den bluttriefenden Kampf um die Siegertrophäe, aber auch Leben und Tod. Die Aufmachung ist sehr cool inszeniert. Das Video zu Beginn präsentiert uns allgemeines Show-Klimbim und die anschließenden Menüs machen wirklich viel her. Kommt es zur Auseinandersetzung, präsentieren die Kommentatoren die Kontrahenten und liefern Fakten über die jeweiligen Personen. Die "Blood Drivers" sind schließlich keine Pussies. Angefangen von Jackson, der mit dem Rocket Launcher den Fahrerkreis aufmischt, bis hin zum Nazar, der mit seinem Vehikel, dem Corpse Grinder, und den Drunken Missiles geradezu eine rote Spur hinterlässt, lässt sich in dieser Riege keiner lumpen.

Blood Drive Blood Drive Das Turnier findet in Las Rulettas statt - ebenfalls aus Sicht von Dead Rising 2 nicht gerade innovativ! Denn der beschauliche, nach der Zombiekalypse etwas herunter gekommene Ort mit seinem Flughafen, einem Stadion, dem Industriebezirk oder dem neonfarbigen Rotlichtviertel nimmt optische Anleihen an Las Vegas, der Glücksspielmetropole. Nicht verwunderlich, dass Kontrahenten am Roulett-Tisch ausgewürfelt werden und die Reklamewerbung an den Häuserfronten etwas Farbe ins actionreiche Spektakel bringen. Ihr übernehmt einen der acht mutigen, oder sollte man eher sagen wahnsinnigen Fahrer und erkämpft euch Runde für Runde Punkte, um zum Schluss in der Tabelle die oberste Position einzunehmen. Wer nicht als Gesamtsieger aus dem Turnier geht, bekommt nicht einmal einen feuchten Händedruck, sondern schlicht und einfach die niederschmetternde Meldung, dass man gnadenlos versagt hat. Die Zuschauer sind halt doch recht anspruchsvoll und können solche Versager nicht leiden.

Die Show der Wahnsinnigen

Blood Drive Blood Drive Jeder Blood Driver kommt mit seinem eigenen Vehikel daher, allesamt aber ordentlich aufgemotzt und für den blutrünstigen Kampf gerüstet. Manch einer sitzt hinter dem Steuer eines nahezu unbeugsamen Monsters, dass aufgrund seiner Größe kaum in seine Einzelteile zerlegt werden kann. Während diese geradezu über den Asphalt kriechen, sorgen die etwas kleineren und wendigeren für flotte Rasereien. Allen gemeinsam ist die anfänglich ziemlich schwammige Steuerung, die sich vor allem auf große Boliden auswirkt oder völlig zum Erliegen kommt, wenn man dank Waffengewalt durch die Gegend geschleudert wird. Nicht selten verliert man die Kontrolle über seinen fahrbaren Untersatz und verflucht die beteiligten Entwickler, die wohl bis heute keinen Führerschein haben und damit nicht nachvollziehen können, wie ein Fahrzeug auf der Straße zu halten ist! Mit der Zeit gewöhnt man sich an das Handicap und schnappt sich die Vorteile der dezent verhunzten Steuerungen um den eigenen Sieg voran zu treiben!

Blood Drive Blood Drive Je nach Spielmodus und Siegesvorgabe sollte man die Möglichkeit vor dem harten Kampf auch nutzen und seinen Boliden mit entsprechenden Modifikatoren aufmotzen. Ist nun eher Geschwindigkeit gefragt, schnappt man sich die Auswahl für erhöhte Motorleistung, unendlich Boost und Traktion. Geht es eher rabiat zur Sache, werden die Waffensysteme mit doppelter Munition und Effektivität ausgestattet. Ein Sieg mit jedem Fahrer, egal welches Vehikel dieser auf die Piste bringt, ist mit etwas Geschick durchaus machbar und bisweilen dann sogar ein Kinderspiel. Dennoch lassen sich die Kontrahenten nicht lumpen und agieren nicht nur schnell, sondern auch trickreich. Nicht selten kommt das mulmige Gefühl auf, tatsächlich keine Chance zu haben und dass einem der Sieg geradezu durch die Finger gleitet, trotz aller Anstrengungen und Bemühungen. Blood Drive ist nicht gerade ein ausgewogener Titel und dank seines Charakters auch nicht sonderlich einsteigerfreundlich gehalten.

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