Beim Versuch Mario Party vom Genrethron zu stoßen überhebt sich Pac Man leider ganz gigantisch.
Nostalgiker erinnern sich selbst heute noch allzu gern daran zurück wie es war, als man bei Pac-Man Highscore um Highscore gejagt hat. Immerzu begleitet vom ach so typischen "Wacka, Wacka, Wacka"-Geräusch. Heutzutage reicht es für diesen Soundeffekt maximal noch zu einer Shakira-Single, doch das ist wieder eine andere Geschichte. Was nun aber Namco dazu bewegt hat, Pac-Man in den überquellenden Pool der Wii-Partyspiele zu schmeißen, wissen wir nicht - aber wir haben's wie immer getestet!
Runde, knusprige Geschichte
Pac-Man Party
Wie immer gehe ich in meinem ersten Absatz gerne detailliert auf die Geschichte des von mir genau unter die Lupe genommenen Spiels ein. Ihr wollt das auch jetzt lesen? - Na gut, ihr wollt es ja nicht anders! Die "Geschichte" - findige Leser merken schon jetzt was sie erwartet - ist eigentlich so kurios wie sie schlecht ist. Kaum den Storymodus angewählt, beginnt die Reise in ein Spiel dessen einschläfernde Wirkung für uns das Beste seit der Erfindung von Valium ist. Ihr trefft mir nichts, dir nichts auf Hauptprotagonist Pac-Man, der urplötzlich einen nicht existenten Brief in Händen hält und sogleich aus diesem verliest. Eigentlich sollte man sagen, dass ihr daraus vorlest, denn eine wirkliche Sprachausgabe gibt es nicht - es sei denn ihr erachtet wirre, leicht ins Stöhnen übergehende Töne als eigene Sprache. Doch zurück zum Geschehen. Es ist das Ereignis eingetreten, das schon ganze Generationen in Angst und Schrecken versetzte: Das Geheimrezept für Mr. Cookies Kekse wurde gestohlen! Natürlich steht die Rettung ganz oben auf eurer To-Do-Liste! Allerdings findet sich diese Aufgabe auch auf der Liste eurer bösen Gegenspieler. So treiben euch also Geister mit den furchteinflößenden Namen Inky, Pinky, Blinky und Clyde durch die verschiedenen Spiellevel und streiten sich um das magische Keksrezept. Also ich kann mich schon jetzt vor Spannung kaum noch auf meinem Stuhl halten.
Und so zerbröselt der Keks nun einmal
Pac-Man Party
Wer in seiner Kindheit auch mal an einem Spiele-Abend teilgenommen hat, kennt wohl oder übel das Spielprinzip von Monopoly. Würfeln, Häuser/Hotels bauen, reich werden und schließlich gewinnen. Getreu dem Motto "Lieber Erfolg schlecht kopiert, als gar nichts programmiert" spielt sich Pac-Man wie eine virtuelle Partie des Brettspiels verknüpft mit dem Spielprinzip von Mario Party. Bevor ihr euch auf dem Spielfeld voran bewegt, muss natürlich gewürfelt werden. Hierfür ließ man sich zwar drei unterschiedliche Wege der Zahlenermittlung einfallen, jedoch gehen einem diese ständig wechselnden Varianten auf die Nerven und der Wunsch nach einem herkömmlichen Würfel keimt. Ist dieser Schritt getan, bewegt ihr euch Kekse mampfend über das virtuelle Tableau. Seid ihr am Ende eures Zuges angekommen, errichtet ihr automatisch ein Haus an eurem Standpunkt. Diese sind, wie bei Monopoly, in verschiedene Klassen unterteilt und können aufgestockt werden. Diese Mühe kann sich erspart werden, wenn man auf eines der auf der Karte verteilten Häuser kommt. Je nach Größe besitzt ihr in diesem Fall dann gleich ein Haus mit höherem Level. Kommt ein anderer der bis zu vier CPU oder menschlichen Spieler auf ein von euch kontrolliertes Feld, kommen die Minispiele zum Einsatz. Dabei geht es nicht nur um die Spielwährung Kekse, sondern auch um die Übernahme bzw. Verteidigung eurer Buden. Leider wissen die Minispiele in keinster Weise zu überzeugen. Entweder man hat sie schon einmal gesehen respektive gespielt, oder sie sind schlicht langweilig und schlecht zu steuern. Eine direkte Ausnahme bieten da schon die "Bosskämpfe". Auslöser hierfür ist ein bestimmtes Feld auf der Karte, welches nach einer bestimmten Besucherzahl für Bedrohung sorgt. Dieses Ereignis ändert zumeist die Grundstruktur des bespielten Areals entscheidend und ihr habt auf einmal ein komplett anderes Spielfeld vor euch. Der "Bosskampf" schweißt dann alle Spieler für ein Minispiel zusammen um die Gefahr zu bannen.
Technik wie versteinert
Pac-Man Party
Die optische und akustische Verpackung von Pac Man Party ist ein einziger Graus und lässt kein positives Fazit zu. Neben einer fehlenden Sprachausgabe, besitzt Pac Mans ansonsten runder Kopf mehr rechtwinklige Kanten als das Treppenhaus des Empire State Buildings und die Minispiele sind so reizvoll wie Inge Meysel in Dessous. Hinzu kommt dass die Steuerung bisweilen ziemlich ungenau funktioniert und euch so zusätzlich Schwierigkeiten bereitet. Die Level haben weder eine ausgeklügelte Struktur noch den Charme eines Mario Party. So hockt ihr schon nach kurzer Zeit total gelangweilt vor diesem Stück Software und fragt euch, wo man die eben vergeudete Zeit wieder zurück bekommt.
