Facettenreiche Rätselkost aus Japan, die bisher leider nur als Import erhältlich ist.
Im Film ist die Thematik eines Serienmörders, der seine verdrehten Ideen an ausgewählten Menschen aufs Brutalste auslässt, ein alter Hut. Nicht zuletzt dank der Saw-Reihe erfreut sich dieses Genre unter Filmfans großer Beliebtheit. Nach zwei mehr oder minder gelungenen Auftritten von Saw auf Xbox 360 und Playstation 3 zieht nun der Nintendo DS nach. Allerdings handelt es sich hier nicht um einen mobilen Ableger der Horrorreihe rund um John Cramer, sondern um ein Projekt der Spielschmiede Chunsoft mit dem Namen "Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors" oder kurz "999". Da der Titel noch nicht in Deutschland erhältlich ist, haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut und einen der Geheimtipps des vergangenen Jahres in der Import-Version getestet!
Fünf
999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors
Es ist Nacht und wir sind nur noch wenige Schritte von unserem Apartment entfernt. Als wir das Türschloss in der Dunkelheit blitzen sehen, greifen wir in unsere Hosentasche um den Schlüssel ein weiteres Mal seine Bestimmung erfüllen zu lassen. Gesagt, getan und wir stehen in den Räumen die uns schon seit drei Jahren ein ausreichendes Zuhause bieten. Aufgrund fehlender Mitbewohner finden wir alles so vor wie wir es verlassen haben. Nur ein kleines Detail erweckt unsere Aufmerksamkeit: Das Fenster. Komischerweise ist es bis zum Anschlag geöffnet und flutet den Raum mit frischem Wind. Etwas verwundert schließen wir das Fenster wieder, bis uns die Reflektion einer schwarzen Gestalt das Blut in den Adern gefrieren lässt. Kaum haben wir uns umgedreht, schauen wir auch schon in sein, von einer blank polierten Gasmaske bedecktes, Gesicht: Zero. Aber um handeln zu können ist es jetzt bereits zu spät. Wir sind einer starken, paralysierenden Gasmischung des Wahnsinnigen bereits zum Opfer gefallen. Einzig unsere Augen und Ohren halten den äußeren Einflüssen noch so lange Stand, dass wir noch mitbekommen was unser Überwältiger noch loswerden möchte. Bevor wir in die Dunkelheit der Bewusstlosigkeit abdriften, macht er uns deutlich, dass wir auserwählt und eine Spielfigur in seinem Spiel um unser Leben sind: Dem Nonary Game.
999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors
Völlig konfus erwachen wir in der Kabine eines Schiffes und versuchen uns darin zu orientieren. Als unser Blick auf die Tür fällt erkennen wir, dass die Zahl fünf über die gesamte Fläche der Tür geschrieben steht. Ob es sich um Blut, oder nur rote Farbe handelt in die diese Ziffer getaucht ist können wir auf den ersten Blick nicht erkennen. Was wir aber erkennen ist das Armband an unserem linken Arm. Einer Uhr zum Verwechseln ähnlich sehend, enthält ihr Digitaldisplay bisher nur eine Information für uns: Die Zahl fünf. Der Raum enthält spärliches Mobiliar und gibt uns wenig Platz für Kreativität, um unsere Lage zu verbessern. Die Tür ist dazu auch noch abgesperrt und durch ein elektrisches Schloss gesichert. Zwar versuchen wir mit Klopfen, Stoßen und Treten uns aus dieser Gefangenschaft zu befreien, doch wissen schon im Voraus, dass diese Versuche die darauf folgende Verzweiflung nur noch verstärken werden.
