Der Titel zeigt uns mit welch einfachen Mitteln man Wrestling-Spiele der breiten Masse zugänglich machen kann.
THQ steht schon seit Jahren für erstklassige Wrestling-Simulationen auf stationären Konsolen. Die Smackdown vs. Raw-Serie, welche sich aus den vorher nur mit Smackdown betitelten Spielen entwickelte, geht voraussichtlich dieses Jahr in die mittlerweile zwölfte Runde und wird erneut beweisen wer der King of the Ring ist. Allerdings wagte man sich vor fast genau 2 Jahren auch mal in Gefilde des Casual-Bereichs vor und sorgte mit Legends of Wrestlemania erstmals auch bei Wrestling-Muffeln für Schweißperlen, was nicht zuletzt der extrem atmosphärischen Präsentation zu verdanken war. 2011 will man nun ein weiteres Mal die Gunst dieser Wrestling-Fans im Arcade-Segment erringen. Mit WWE All Stars kommt nun ein nicht ganz so ernst gemeintes, aber ernst zu nehmendes Wrestlingspiel für PSP, PS2, Wii, Xbox 360 und Playstation 3.
3 Ziele, 3 Wege, aber nur eine Bühne!
WWE All Stars
Obwohl das Spiel von THQ von vorne bis hinten entwickelt wurde um sich von Smackdown vs. Raw abzugrenzen, setzt man in den Kernelementen des Spiels doch auf Erfahrungen aus der Simulationsreihe. Beginnt man also den hier "Path of Champions" genannten Story-Modus stehen für uns etwas zu magere drei Storylines zur Auswahl. Obwohl alle Varianten bei Wrestlemania ihren Höhepunkt finden, sieht der Weg dorthin deutlich unterschiedlich aus. Wählt ihr die Storyline rund um den "Legend Killer" Randy Orton, ist es euer Ziel ihm den WWE Championship bei Wrestlemania abzuknöpfen. Da Orton jedoch das komplette WWE Roster aufgerufen hat sich in Kämpfen zu beweisen, müsst ihr zehn Kämpfe überstehen, um dann endlich Orton auf die Backen zu geben. Unter den Matchvarianten findet ihr zumeist Single-, Extreme Rules-, oder Triple Thread Elimination-Matches. Einzig ein Duell weicht von der Routine ab und findet im Käfig statt. Die zweite Storyline dreht sich rund um das Chaoten-Duo Triple H und Shawn Michaels alias "Degeneration X" oder kurz "DX" und die WWE Tag Team Championships. Um den beiden bei Wrestlemania gegenüberstehen zu können wählt ihr zu Beginn der Geschichte einen Superstar, welcher unter eurer Kontrolle steht und einen frei agierenden Partner. Die Match-Variationen ähneln denen, die in der Orton-Story geboten werden, nur eben jeweils im Doppelpack. Als dritter im Bunde gesellt sich "The Phenom", der Undertaker, zum Bunde und komplettiert die Runde. Auf dem Spiel steht hier der World Heavyweight Championship beim Summer Slam, und nicht wie erwartet die bis heute ungebrochene Siegesserie des Undertakers bei Wrestlemania, die aktuell bei 18:0 steht und eventuell am kommenden Sonntag durch Triple H bei Wrestlemania 27 gebrochen wird. Doch auch hier hält sich die Abwechslung in Grenzen und zeigt Parallelen zu den anderen beiden Geschichten und deren Matchvarianten auf.
Um den Karrieremodus erfolgreich zu bestreiten könnt ihr wahlweise auf ein breit gefächertes Portfolio aus aktuellen Superstars und Legenden (siehe Kasten) zurückgreifen, oder auch im Charaktereditor einen eigenen Superstar erstellen und mit ihm auf die Jagd gehen. Allerdings ist der Editor im Vergleich mit der Simulation stark abgespeckt und bietet lediglich grundlegende Einstellungsmöglichkeiten.
WWE All Stars
Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch bei allen dreien in Sachen Präsentation. Auf den Punkt gebracht werdet ihr wie in einem klassischen Beat'em'Up von Match zu Match geschleppt und erlebt ab und an ein Mikrofon-Segment des Finalgegners. Habt ihr die zehn Matches überstanden, die alle drei Geschichten gemein haben, steht euch ein definitiv fordernder Kampf gegen Orton, DX, oder Taker bevor. Doch auch im Laufe des Zehnkampfes bekommt ihr es mit immer wieder anderen Gegnern zu tun, die alle ihre Stärken und Schwächen besitzen. So werdet ihr angehalten euren Kampfstil stets dem Gegenüber anzupassen, um nicht irgendwann die Schmach eines "threecount" über euch ergehen lassen zu müssen. Die Motivationskurve entspricht dabei vollends ihrem Namen, auch wenn die Abwicklung etwas schlauchig wirkt. Die Mikrofon-Segmente machen einzig im Falle von Undertaker und DX etwas her. Der übliche Trash-Talk von Orton fällt dagegen in unseren Augen stark ab und wirkt beinahe so, als hätte man ein solches Element im Hinblick auf die realen Vorbilder integrieren müssen. Eingefangen hat man hingegen jede Persönlichkeit hervorragend. Orton ist so überheblich und arrogant wie eh und je, der Undertaker lässt seine Mindgames mit Unterstützung von Paul Bearer euer Unterbewusstsein penetrieren und die Degeneration X macht mit ihren Scherzen vor nichts und niemandem halt. Allein aus diesem Grunde schon bedauern wir, dass man nicht noch mehr Geschichten im Spiel unterbringen konnte. Mit seiner Rückkehr in den Ring von Monday Night Raw kam The Rock wohl etwas zu spät, sonst hätte man wohl mit ihm eine Storyline auf die Beine stellen können, die uns hätte frohlocken lassen. Etwas verwundert hat uns jedoch, dass in einem Titelkampf der Gürtel um den es geht vom Titelträger nicht zum Ring getragen wird - unsauber!
