Auf dem Mars wartet viel Action, Ballerei und die ausführlichste Höhlentour des Jahres auf die Spieler.
Während Red Faction Guerilla noch ein Open-World-Spiel darstellte, sieht es beim Nachfolger schon ganz anders aus. Trailer haben bereits im Vorfeld angedeutet, dass die Entwickler bei Volition mehr in Richtung Dead Space gehen und auf Horror setzen. Verträgt sich Red Faction: Armageddon mit diesem Spielkonzept? Und wird überhaupt Horror geboten?
Unter der Oberfläche muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Red Faction: Armageddon
Da der Mars mittlerweile unbewohnbar ist, findet die Action zu rund 80 Prozent unter der Oberfläche in düsteren Höhlen statt, in denen sich die Menschheit angesiedelt hat. Dummerweise entfesselt Darius Mason, der Enkel des letzten Helden, eine Alien-Spezies, die nun Jagd auf die Bewohner macht. Dann gibt es noch einen typischen Bösewicht, den es ebenfalls auszuschalten gilt, sowie die Bewohner des Mars, die uns verständlicherweise für das Übel verantwortlich machen. Die Story ist wahrlich keine Stärke von Red Faction: Armageddon, weil man gleich zum Start weiß, was da noch so kommen wird und worauf das Ganze hinausläuft.
Red Faction: Armageddon
Red Faction: Armageddon beginnt wirklich lahm. Nach den ersten zwei bis drei Stunden, wollte ich dem Spiel eine richtig niedrige Bewertung geben, da sich Darius nur durch öde Höhlen gekämpft hat und gegen die immer gleichen Monster antreten musste. Zudem kam das Zerstörungs-Feature kaum noch zum tragen. Zwar konnte ich kleinere Gebäudestrukturen zerstören, aber spielerischen Mehrwert suchte ich darin vergebens. Unter der Erde lassen sich die riesigen Bauwerke aus Red Faction: Guerilla ohnehin nicht errichten. Glücklicherweise zieht das Spiel dann in den Stunden vier bis sechs deutlich an. Man bekommt endlich stärkere Waffen und kann sich mit Raketenwerfern austoben, Gebäudestrukturen mit einem Energiestrahl dematerialisieren oder Wurmlöcher erzeugen, die Feinde und mehr aufsaugen. Überall kracht und explodiert es. Auch der Mobile-Armor ist eine nette Erfindung: Mit unendlich vielen Raketen an Bord und gut gepanzert, kracht es immens stark.
Red Faction: Armageddon
Vorteilhaft ist ebenfalls, dass man an speziellen Terminals die Fähigkeiten von Darius Mason ausbauen kann. So kann der Protagonist mit der so genannten Nanoschmiede Gegner mit Schockwellen zerfetzen, sie elektrisieren oder ein Schutzschild aufbauen. Da man dabei Treppen oder Brücken zerstören darf, kann die Nanoschmiede alle von Menschen erschaffenen Strukturen wieder aufbauen. Klingt unlogisch, ist aber so. In jedem Fall kann man an den Upgrade-Stationen die Lebensenergie steigern, die Aufladezeit der Nanoschmiede verkürzen und die Fähigkeiten aufpowern. Während man sich zu Beginn noch mit MG und Schrotflinte durch die Monsterhorden gequält hat, geht es spätestens nach fünf Stunden ordentlich ab, da man schnell ziemlich mächtig wird. Um das zu realisieren, sammelt man Barschrott ein, den man an jeder Ecke findet. Auch wenn allerlei Dinge zerstört werden, lässt sich hinterher das begehrte Zahlungsmittel einsammeln. Leider hat das Zerstörungsfeature, bis auf finanzielle und optische Aspekte, keinen weiteren Nutzen.
Unterirdisches Gameplay
Red Faction: Armageddon
Aber irgendwann verflacht wieder die Begeisterung, da das Spieldesign nicht das Kreativste ist. Ab und zu gibt es einen netten Bossfight und dann setzt man sich auch hinter die Steuerung eines Gleiters, doch irgendwie ballert man sich nur im Serious Sam-Style durch Horden hirnloser Gegner, die aus Monstergeneratoren entschlüpfen, die es natürlich zuerst zu zerstören gilt. Taktisch angehauchte Gefechte gibt es nicht. Ja, es macht Spaß, aber Red Faction: Guerilla bot einst einzigartige Spielelemente, die einem streng linearen Shooter-Einheitsbrei gewichen sind. Und nach Red Faction: Armageddon hat man von Höhlen ohnehin die Nase voll.
Red Faction: Armageddon
Das Design der Monster soll zwar furchterregend wirken, doch auch die sind nach dem Standard-Verfahren entstanden. Einige sind groß und halten viel aus, andere sind flink, und nochmals andere Vertreter auf Fernkampf getrimmt, keine großen Überraschungen also. Eigentlich macht Red Faction: Armageddon nicht großartig viel falsch, es fehlt einfach etwas Kreativität, denn so ist es nur ein 08/15-Shooter, der es zwar ordentlich krachen lässt (ein großes "Hurra" an die explosiven Fässer), doch dahinter steckt nicht viel Substanz. Für einen Durchgang wird man übrigens rund acht Stunden benötigen, was eigentlich ganz Okay ist.
