Carnival in Aktion! im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Verrückte Affen, tolle Preise und reichlich Ernüchterung dank frustrierender Nieten. Welches Los zieht 2K mit diesem Kinect-Titel?

Sommer, Sonne und wildes Jahrmarktstreiben! Mit der bald herrschenden Badesaison kehren die feuchtfröhlichen Volksfeste ebenfalls zurück. Bis zum berühmt berüchtigten Oktoberfest auf der Wiesn in München müssen wir noch ein paar Wochen warten, wer aber schon jetzt den Lukas hauen möchte, stürzt sich mit Carnival In Action ins Vergnügen. 2K Play serviert uns 20 Spiele und Attraktionen frisch vom Rummelplatz und versorgt damit die dürstende Casual-Gruppe der Kinect-Besitzer. Kurzweilig und unterhaltsam, oder sollte man doch lieber die Finger von lassen?

Carnival in Aktion! Carnival in Aktion! Wer vor Microsofts Revolution schon gerne mal Spiele mit Bewegungssteuerung rotieren lies, ist vielleicht schon einmal über den einen oder anderen Ableger der Carnival Serie gestolpert. Mein Kollege Andreas Keser beschäftigte sich mit der Wii-Variante und attestierte ein zwar grundsätzlich interessantes Prinzip, welches aber langanhaltenden Spielspaß missen lässt. Vor allem in der Masse der Minispielsammlungen würde der Titel untergehen. Diesbezüglich hält Carnival In Action ein Alleinstellungsmerkmal, denn die Konkurrenz scheint noch im Winterschlaf zu stecken. Wer also mit Kinect kurzweilige Unterhaltung ähnlicher Art sucht, wird spätestens mit dem Titel von 2K Play fündig.

Kurzweilig wie auf der realen Kirmes

Carnival in Aktion! Carnival in Aktion! Auch hier beehrt uns der immerfröhliche Mr. Barker mitsamt seines hyperaktiven Äffchens und entführt uns in das kunterbunte Treiben eines Rummelplatzes. Das beständige Fiepen, Piepen und die bisweilen im Hintergrund kreischenden Mädels aus der Achterbahn lässt wahrlich Jahrmarktstimmung aufkommen. Optisch mögen die Buden schlicht daher kommen, die Taler-Bahn mit eher spärlichen Details triumphieren, und die Attraktionen nicht wirklich hochmodern wirken, einen gewaltigen Unterschied zwischen der trübseligen Wii-Auflösung und der HD-Pracht ist dennoch erkennbar. Zudem sorgen die Animationen des kleinen Affen immer wieder für ein kurzes Schmunzeln, vor allem wenn dieser versucht den Cotton Eye Joe zu tanzen! Auch die ständigen Wiederholungen der Moderatoren, die schlechten Witze und die langweiligen Sprüche scheinen direkt vom Rummelplatz zu stammen!

Carnival in Aktion! Carnival in Aktion! Carnival In Action bietet zahlreiche bekannte Jahrmarkt-Spiele wie Ringwerfen, Hau den Lukas, Pferderennen mit Ballwürfen und ähnliches - alles, wofür man als Kind gerne mal eine Mark oder neu-europäisch einen Euro für ausgegeben hat. Dass solche Spiele zwar bisweilen immer wieder mal Spaß machen und deswegen auf jedem Kirmes genügen solcher Buden herumstehen, die wie ein Goldesel die Kassen klingeln lassen, dürfte jedem klar sein. So spannend wie auf dem Jahrmarkt verhält es sich aber auch mit der virtuellen Variante. Hat man den Hammer ein paar mal geschwungen, ein paar Luftballons mit gezielten Pfeilen erwischt und genügend Körbe mit dem Basketball getroffen, wird es nach wenigen Runden langweilig und man begibt sich zur nächsten Attraktion. Da nutzen uns die stets vermerkten Rekorde pro Spieler, der Ansporn seine bereits registrierten Mitspieler zu schlagen und die vielen tollen Preise nur kaum, um uns verwöhnte Gamer länger bei Laune zu halten.

Glück ist so eine Sache, der Frust daraus eine andere

Carnival in Aktion! Carnival in Aktion! Darüber hinaus scheint man mit dem Kauf einiger Lose auf dem Oktoberfest eine deutlich höhere Chance auf einen Hauptgewinn zu haben, als in Carnival In Action wirklich punkten zu können. Die Steuerung ist diesbezüglich nur selten Schuld. Prinzipiell ist das übersichtliche Menü intuitiv zu bedienen und die Minispiele sind einleuchtend, dank der kurzen aber aussagekräftigen Einleitung. In den meisten Fällen (auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel) geht die Handhabe in den Minispielen dann auch in Ordnung. Nur selten kommt man ins Grübeln und fragt sich zum Beispiel, warum die Kanonenkugel nicht genügend Schwung bekommen hat und somit in den Korb nicht erreichte. Doch prinzipiell hatten die Entwickler das Kinect-System gut im Griff. Vielmehr hat man das Gefühl, dass jeder Wurf durch das Spiel vereitelt wird. Irgendwie verfehlt der Ring grundsätzlich die Pfosten, obwohl man sich wirklich Mühe gibt. So geht es weiter mit zahlreichen anderen Attraktionen, die uns Carnival In Action serviert.

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